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Mit Blaulicht und Sirene zu 2000 Notfällen

Feldkirch - Vor 17 Jahren fuhr Peter Spöttl seinen ersten Blaulichteinsatz. Dieser Tage schwang sich der Feldkircher Mediziner zum zweitausendsten Mal ins Einsatzfahrzeug.

Und denkt noch lange nicht daran, seine Einsatzjacke an den Bügel zu hängen. Im Gegenteil: Der dreifache Familienvater versucht seine langjährigen Erfahrungen als Leitender Notarzt an junge Notärzte oder seit Neuestem auch als Bundesfeuerwehrarzt weiterzuvermitteln. Diese Aufgabe findet er überaus wichtig. Zumal sowohl Feuerwehrleute als auch Mediziner zu Unglücken gerufen werden und dort „oft mit grenzwertigen Situationen konfrontiert werden“.

Wie verarbeitet man Bilder von schwer verunfallten oder gar sterbenden Menschen? „Wichtig ist Erlebtes zu verbalisieren und darüber im Familienkreis oder mit Kollegen sprechen zu können.“ Bei Alarmierungen zeichne man sich aufgrund der kurzen Angaben am Piepser „bereits während der Anfahrt zum Unfallort im Kopf ein Bild davon, in welchem Zustand die Unfallopfer sich befinden könnten“, erzählt Spöttl aus seinem Alltag als Notfallmediziner.

Viel Zeit, Überlegungen anstellen zu können, bleiben einem als Einsatzleiter nicht. „Entscheidungen, die oft weitreichender Natur sind, müssen rasch getroffen werden, und richtiges medizinisches Management sind entscheidend“, sagt Spöttl, der an nur einem Einsatztag innerhalb 24 Stunden bis zu neun Mal zu Notfällen gerufen wird.

Ausgleich „von den mitunter mächtig Stress erzeugenden Einsätzen“ findet der Spitalsfacharzt auf dem Segelboot oder auf seinem neuen Mountainbike. Welchen Rat gibt er jungen Notärzten mit auf den Weg? „Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass sie oft mit grenzwertigen Situationen konfrontiert werden und bei Entscheidungen viel Verantwortung zu tragen haben.“

ZUR PERSON

  • Beruf: Facharzt für Anästhesie
  • Geboren: 16. November 1958
  • Familie: verheiratet, drei Kinder
  • Ausbildung: Matura in Feldkirch, Medizinstudium in Innsbruck, 1980 Turnusarzt am LKH Feldkirch, 1990 Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie
  • Lebensmotto: „Fluctuat nec mergitur“ oder Du wirst gebeutelt werden, aber nicht untergehen“
  • Lieblingsspeise: Wildbretspezialitäten
  • Hobbys: Feuerwehr, Segeln und Mountainbike
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