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Minister koordinierten weiteres Vorgehen

Österreich muss mit den Auswirkungen der schlimmsten Naturkatastrophe seit 1945 fertig werden. Aufräumarbeiten, Wiederrichtung der Infrastruktur und Opferentschädigung.

m Mittelpunkt stehen hierbei in den kommenden Wochen Aufräumarbeiten, die Wiedereinrichtung der Infrastruktur sowie die Entschädigung der Opfer, gaben die Chefs der betroffenen Ministerien nach einer Koordinationssitzung bekannt. „Die schlimmsten Stunden liegen hoffentlich hinter uns, die härtesten Tage aber noch vor uns“, sagte Innenminister Ernst Strasser (V).

Mit einem weiteren Ansteigen des Wassers ist den Ressortschefs zufolge nicht mehr zu rechnen. „In allen Bereichen sinken die Pegel, allerdings auf sehr hohem Niveau“, sagte Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V). Die gesamten Folgen der Katastrophe lassen sich noch nicht abschätzen. Über die Hochwasser-Sicherheitseinrichtungen in Österreich zog der Minister eine vorsichtige erste Bilanz. „Dort, wo es sie ausreichend gab – wie etwa in Wien -, haben sie auch funktioniert“, so Molterer.

Insgesamt wurde den Opfern der Katastrophe seitens der öffentlichen Hand eine Summe von zumindest einer Milliarde Euro an Soforthilfe zugesagt. Diese könnte aber bei Bedarf noch aufgestockt werden. In den Katastrophengebieten muss neben den Aufräumarbeiten vorrangig die Grundversorgung etwa mit Wasser wieder voll hergestellt werden. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft lassen sich laut Molterer noch nicht abschätzen.

Die Helfer in den betroffenen Regionen werden von 11.000 Angehörigen des Bundesheeres unterstützt. „Die Soldaten helfen mitunter unter Einsatz ihres Lebens“, sagte Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F). Das Kontingent könne weiter ausgebaut werden. „Wir haben noch nicht alle unsere Reserven ausgespielt“, so Scheibner. Zwei Drittel der Männer im Katastrophengebiet seien Grundwehrdiener.

Angehörige der Exekutive werden, wie Innenminister Ernst Strasser (V) betonte, versuchen, das subjektive Sicherheitsempfinden der Betroffenen zu stärken. Uniformierte Beamte werden vermehrt in den Katastrophengebieten Präsenz zeigen. Die Straßen, die zu den betroffenen Ortschaften führen, sind – natürlich nicht für Fahrzeuge der Helfer – weiterhin für den Verkehr gesperrt und werden streng kontrolliert. Die Platzsperren sind ebenfalls noch aufrecht.

Die Auswirkungen des Hochwassers auf das Verkehrsnetz sind noch nicht absehbar. Eine Schadenssumme von etwa 50 Millionen Euro verzeichneten aber alleine die ÖBB. Die Autobahnen sind laut Infrastrukturminister Mathias Reichhold (F) bis auf die A 7 nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden des Bundes- und Landesstraßen ließen sich noch nicht absehen.

Scheibner sprach sich am Rande der Pressekonferenz gegen eine „Kampagnisierung“ des Abfangjäger-Themas aus. Auch mit der Verringerung der Eurofighter-Stückzahl von 24 auf 18 Maschinen könne man die Luftraumüberwachung „in ausreichendem Ausmaß“ erfüllen. „Das Sinnvolle wurde auf das Notwendige reduziert“, so Scheibner. Zukünftige Regierungen müssten über eine etwaige Aufstockung entscheiden.

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