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Mindestens 60 Tote bei Explosion in Düngerfabrik in Texas

Explosion in Düngerfabrik in Texas: Bis zu 80 Häuser zerstört.
Explosion in Düngerfabrik in Texas: Bis zu 80 Häuser zerstört. ©EPA
Nach der verheerenden Explosion einer Düngemittelfabrik in der Kleinstadt West im US-Bundesstaat Texas am Mittwochabend (Ortszeit) war die Zahl der Toten auch am Donnerstag in der Früh noch unklar.
"Sieht aus wie im Krieg"
Augenzeugen der Explosion
Der Chef des lokalen Rettungsdienstes ging nach Berichten der Sender CNN und CBS von mindestens 60 Toten aus. Es habe fünf bis 15 Tote und mindestens 160 Verletzte gegeben, sagte Polizeisprecher W. Patrick Swanton bei einer Pressekonferenz. Die Rettungsarbeiten wurden von starkem Wind behindert, außerdem wurde befürchtet, dass sich infolge des Feuers giftige Dämpfe ausbreiteten.

Zahl der Toten ungewiss

Bei den 60 Toten handle es sich um “eine sehr ungenaue Schätzung, die ich von den Feuerwehrleuten bekommen habe. Wir wissen es noch nicht genau”, sagte Rettungsdienst-Chef George Smith. “Zwei Notfallhelfer sind tot, das wissen wir, und es könnten auch drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen sein.”

Explosion nach Brand

Die Explosion ereignete sich kurz vor 20.00 Uhr nach dem Ausbruch eines Brandes, zu dessen Bekämpfung bereits Feuerwehren im Einsatz waren. Gewaltige Stichflammen schossen in den Himmel. Dutzende Häuser wurden zerstört. Unter den eingestürzten Gebäuden könnten noch Menschen eingeschlossen sein, befürchtete Smith. Feuerwehrleute durchkämmten in der Früh die Trümmer der Häuser.

Spekulationen zurückgewiesen

“Es sieht aus wie im Krieg. So viel Zerstörung habe ich noch nie gesehen”, berichtete der Sheriff des Bezirks McLennan, Parnell McNamara. Der US-Abgeordnete Bill Flores, in dessen Wahlkreis sich die Explosion ereignete, wies Spekulationen über einen möglichen Anschlag zurück. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich um Sabotage gehandelt hat”, sagte er.

Auf einem nahe der Fabrik gelegenen Sportplatz wurde ein Erstversorgungszentrum eingerichtet. Krankenwagen und Hubschrauber brachten die Verletzten in umliegende Kliniken. Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in Waco sagte CNN, man sei aufgefordert worden, sich auf die Versorgung von 100 Verletzten vorzubereiten.

“Es herrscht völliges Chaos”

In einem Umkreis von fünf Blocks um die Fabrik habe es schwere Schäden gegeben, sagte Bürgermeister Tommy Muska dem Nachrichtensender CNN. Betroffen seien auch eine Schule und ein Altenheim. Auch er konnte zur Zahl der Todesopfer noch keine genauen Angaben machen. “Es herrscht völliges Chaos”, sagte Stadträtin Cheryl Marak dem Radiosender ABC News Radio. Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in Waco sagte, vorläufig seien 66 Verletzte in das Spital gebracht worden, 38 von ihnen mit schweren Verletzungen.

Die Hälfte der rund 2.800 Einwohner von West wurde in Sicherheit gebracht, da die Explosion eines zweiten Tanks mit Düngemitteln befürchtet wurde.

Explosion am Jahrestag der Tragödie von Waco

Die Explosion ereignete sich nur einen Tag vor dem 20. Jahrestag der Sektentragödie von Waco. Mindestens 81 Menschen starben am 19. April 1993 im Anwesen der “Davidianer-Sekte”, nachdem die US-Polizei das Gelände nach 51 Tagen Belagerung stürmte. Vermutlich legten die Sektenmitglieder das Feuer selbst. Die Behörden wollten die Sektenmitglieder aus der Gewalt des selbst ernannten Propheten David Koresh befreien, der seine Anhänger dazu gezwungen hatte, nach seinen Regeln zu leben.

Behörden in Alarmbereitschaft

Die US-Sicherheitsbehörden befinden sich derzeit in besonderer Alarmbereitschaft. Erst am Montag starben bei einem Anschlag auf den traditionsreichen Marathon in der Ostküstenmetropole Boston drei Menschen, 180 weitere wurden verletzt. Der Hintergrund der Tat ist weiterhin unklar, doch konnte die Polizei immerhin zwei Verdächtige ausfindig machen. Kurz nach dem Anschlag trafen in Washington zwei mit dem tödlichen Gift Rizin (Ricin) präparierte Briefe ein, die an einen republikanischen Senator und US-Präsident Barack Obama adressiert waren. In diesem Fall nahm die Polizei am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in der Kleinstadt Tupelo in Mississippi einen Verdächtigen fest.

(APA)

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