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Millionen Menschen in Angst

Die weltweiten Wetter-Turbulenzen nehmen kein Ende: Regenmassen und Stürme haben in Asien, Europa und Südamerika erneut für Verwüstung gesorgt.

Bei Überschwemmungen ertranken im Süden Chiles mindestens zwei Menschen, mehrere tausend wurden obdachlos. Durch Hochwasserfluten im Süden Indiens kamen acht Menschen ums Leben. In Jiangxi in China bewachen mehr als 10.000 Menschen die Deiche, das Hochwasser auf dem Jangtse-Strom bedroht mehrere Provinzen. Im Osten Afghanistans sind bis zu 35 Menschen in einem reißenden Fluss ertrunken. In Europa toben noch immer heftige Gewitter.

Nach Berichten lokaler Medien in Chile verloren 8.000 Menschen ihr Heim oder wurden erheblich durch das Hochwasser geschädigt. Die Organisation für Katastrophenschutz warf den Betreibern von Staudämmen vor, die Überschwemmungen noch verschärft zu haben. Die Stromerzeugungsunternehmen hätten die Pegelstände nicht rechtzeitig vor dem Unwetter gesenkt und während der Regenfälle noch zusätzlich Wasser abgelassen. Das Ministerium für öffentliche Bauten kündigte an, die Behörden würden künftig die Regulierung der Pegelstände überwachen.

In Zentralchina passierte das Hochwasser auf dem Jangtse-Strom die sieben Millionen Einwohner zählende Metropole Wuhan ohne Probleme, bedroht aber nun flussabwärts gelegene Provinzen. Die Behörden in Jiangxi und Anhui gaben Hochwasseralarm, damit Vorbereitungen getroffen und Deichwachen eingerichtet werden können.

Insgesamt entspannt sich die Lage in China langsam. Der Sprecher der Provinzregierung erwartete, dass der Wasserstand des Dongting-Sees bald sogar unter die Warnschwelle fallen werde. Doch warnte er weiter vor der Gefahr von Dammbrüchen, wie sie 1996 und 1998 noch in der abklingenden Hochwasserphase geschehen seien.

Heftige Monsunregenfälle ließen im Norden des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh den Pegel des Flusses Godavari rasch steigen. Zahlreiche Dörfer wurden überschwemmt. Seit Beginn des Monsuns im Juni sind in Indien 609 Menschen ums Leben gekommen. Am schlimmsten betroffen ist der östliche Bundesstaat Bihar, wo 15 Millionen Menschen seit Wochen in überfluteten Gebieten leben.

In Afghanistan riss der Fluss Schamal in der Provinz Khost junge Männer mit, die Treibholz bergen wollten. Neun Tote wurden bereits gefunden, 26 Menschen wurden am Dienstag noch vermisst.

In Europa wüteten zu Wochenbeginn weiter heftige Gewitter. Mallorca erlebt die schlimmsten Regenfälle seit 50 Jahren. Nach dem schweren Unwetter mit einem Toten vom vergangenen Wochenende fegte auch am Dienstag ein Gewitter mit bis zu 50 Litern Niederschlag pro Quadratmeter über die spanische Ferieninsel hinweg, teilte der Meteorologische Dienst in Palma mit. Am Samstag waren, etwa am Flughafen Son Sant Joan, bis zu 88 Liter Regen gemessen worden – so viel, wie seit 1951 nicht mehr. Die Unwetter im übrigen Spanien kosteten einem weiteren Menschen das Leben.

In Nordfrankreich wurden wegen Hochwassergefahr 150 Menschen in Sicherheit gebracht. Mehrere Nationalstraßen waren nach Angaben der Behörden überflutet. Betroffen war vor allem die Region um die Hafenstadt Calais, um Arras und Bethune. Auch in Belgien überschwemmten Regenfälle zahlreiche Ortschaften. In Deutschland waren am Dienstag vor allem im Süden und im Osten des Landes nach Gewittern, Wolkenbrüchen und Hagel viele Straßen überflutet und Keller unter Wasser gesetzt. Menschen wurden nicht verletzt.

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