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Metanand für Schru

Projekt MuseumNeu wirft heftige Diskussionen auf.
Projekt MuseumNeu wirft heftige Diskussionen auf.
Bezugnehmend auf den Eintrag des Herrn Gebhard Burger in das VN-Bürgerforum und die von ihm zitierte Postwurfsendung der Parteienliste "Metnand för Schru"....

….darf ich als verantwortlicher Leiter der Montafoner Museen und als Obmann des Heimatschutzvereins Montafon folgendes festhalten:

Ich habe großes Verständnis für ein Unbehagen gegenüber Neuem.

Ich habe kein Verständnis für einen Widerstand gegen ein Projekt, das man nicht kennt. Ich danke deshalb Herrn Burger, dass er auf mein Angebot, das Projekt “MuseumNeu” näher zu betrachten, sofort eingestiegen ist.  Das unterscheidet ihn von der Liste “Metnand för Schru”, die auf mein mehrfach geäußertes Angebot, das umfangreiche und komplexe Projekt “MuseumNeu” in der Fraktion vorzustellen, nicht eingegangen ist. Deshalb überrascht es auch nicht, dass die Angaben in besagtem Postwurf nicht der Realität entsprechen.

Zur Vorgangsweise des Standes Montafon und des Heimatschutzvereins Montafon im Projekt “MuseumNeu” – ich möchte festhalten, dass dieser Prozess sehr offen, unter Einbeziehung vieler Menschen geführt wurde:

1)

Wir beobachten im Detail die praktische Arbeit im Heimatmuseum (in 10 Jahren etwa 1000 Veranstaltungen, etwa 100.000 Besucher – und das alles ohne geeignete Infrastruktur), die auf Dauer weder im Sinne der dort arbeitenden Menschen noch im Sinne der wertvollen Objekte Montafoner Geschichte sein kann.

2)

Das leer stehende Nachbarhaus hat sich dem Stand und dem Verein zufällig als Chance eröffnet.

3)

Es wurde ein umfangreiches Konzept für ein “MuseumNeu” erstellt. Das Büro “Rath und Winkler” (Innsbruck-Schruns – sie können auf eine Vielzahl von spannenden Museums- und Ausstellungsprojekten verweisen) zeichnete dafür verantwortlich, es liegt seit einem Jahr vor und ist auch im letztjährigen Jahresbericht der Montafoner Museen in seinen Grundzügen veröffentlicht. Die Verfassung des Konzepts bezog einen umfangreichen Kreis von Mitarbeiter/innen und Entscheidungsträger in die Diskussion mit ein. Dazu wurde eine Bedarfsanalyse erstellt über die Frage, was ein und speziell dieses Museum von morgen auch noch können muss (etwa die Integration der öffentlichen Bücherei).

4)

Es wurde eine umfangreiche Bauforschung aller in Betracht kommenden Objekte durchgeführt. Verantwortlich dafür zeichneten die Bauforscher Raimund Rhomberg und Klaus Pfeifer (beide Dornbirn). Sie legten ein “Raumbuch” vor, das es uns ermöglicht, über jedes architektonische Detail (Alter, Qualität) genauestens informiert zu sein.

5)

Es folgte eine Ausschreibung eines geladenen Architektenwettbewerbs, der eine große Anzahl an Ideen für eine sehr schwierige Ausgangssituation der sehr verschachtelten Architektur garantierte. Die Auswahl der Architektenbüros geschah unter fachlicher Anleitung (Architektenkammer, Architekturinstitut) und sollte unter Wahrung höchster Qualitätsansprüche alle jene Büros umfassen, die sich bereits im Umgang mit Museumsgebäuden und Verhältnissen von Alt und Neu bewährt haben. Neben sechs Vorarlberger Büros wurden von uns auch bewusst zwei ausländische Blicke zugelassen, damit hier der Horizont auch entsprechend erweitert würde.

6)

Die Jury umfasste international renommierte Architektinnen und Architekten. Mit Walter Angonese (Kaltern), Valentin Bearth (Chur), Ursula Klingan (Innsbruck) und Marina Hämmerle (Dornbirn) wurden vier Architektinnen und Architekten ausgewählt, die über eine entsprechende Reputation verfügen und die in drei Fällen auch keine reinen Theoretiker sind, sondern über eine Vielzahl preisgekrönter Bauten aus eigener Hand verweisen können.

Ein zweiter Teil der Jury bestand aus Vertretern des Standes (Bgm. Erwin Bahl), des Museums (Andreas Rudigier) und des Museumskonzeptes (Gabriele Rath, Bruno Winkler). Vorbereitet und begleitet wurde die Jury vom Bauforscher Raimund Rhomberg. Dazu war es uns auch noch sehr wichtig, trotz nicht vorhandenem Denkmalschutz auch das Bundesdenkmalamt durch die Leiterin Eva Hody bei der Wettbewerbsentscheidung vertreten zu haben.

7)

Seit 18. Dezember 2009 gibt es ein einstimmig gewähltes Siegerprojekt. Der vorliegende Entwurf des Büros Marte.Marte (Weiler) ist nicht der fertige Plan, sondern die Diskussionsgrundlage für unser weiteres Vorgehen. Viele Fragen sind noch offen und müssen erst geklärt werden. Ich möchte aber an dieser Stelle entschieden festhalten, dass ich diesen Entwurf als den eindeutig besten sehe und dass ich ebenso entschieden hinter den hier vorgebrachten Ideen stehe!

Die Reihenfolge der Vorgangsweise sieht so aus:

Erstens ist der Wettbewerb mit der Entscheidung der Jury dem Auftraggeber, dem Stand Montafon, vorgestellt worden – mit dem Ergebnis, am Siegerentwurf weiter zu arbeiten.

Zweitens wurde mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (sie müssen sich hier wohl fühlen können!) sowie dem Ausschuss der Montafoner Museen beziehungsweise des Vereins gesprochen – auch hier mit der klaren Zustimmung, beim Siegerentwurf zu bleiben.

Drittens werden nun Gespräche mit den Nachbarn des Heimatmuseums geführt – sie haben das Recht vor der gesamten Öffentlichkeit zu erfahren, was das Heimatmuseum vor hat, und müssen dem zustimmen können. Diese Gespräche laufen derzeit und sind noch nicht abgeschlossen!

Viertens ist dann eine freie öffentliche Diskussion möglich und von uns auch erwünscht, wie die Mitglieder der jüngsten Ausgabe der Mitteilungen auch deutlich entnehmen konnten. Ein paar Beispiele dazu: Es folgen ab 15. März Montafoner Architekturgespräche (abgekürzt “MONT.AG”), die vorzugsweise montags mit Fragen und Bildern und Treffpunkten durchgeführt werden. Dazu darf darauf verwiesen werden, dass wir anlässlich der Jahreshauptversammlung eine Vorstellung über den aktuellen Stand machen werden (13. April), und dass ab 1. Juni eine Ausstellung im Heimatmuseum zu allen Architektenideen gezeigt werden wird. Und: Wir (Bruno Winkler, Andreas Rudigier) sind jederzeit für Einzelgespräche zu haben … alle guten Ideen für ein neues Museum sind herzlich willkommen!

Wir halten diese Vorgangsweise für die einzig richtige (und – mit Verlaub – für eine selten so konsequent geübte)!

PS

Auffällig und aufschlussreich ist besonders ein Faktor: Niemand von jener Parteiliste, die das Thema MuseumNEU mit einem beängstigend dürftigen Wissensstand in den Wahlkampf zieht, hat offenbar registriert – vielleicht auch nicht für wichtig genug befunden – dass das voreilig kritisierte Siegerprojekt den überaus wertvollen Altbau des bisherigen Museums nicht nur erhalten, sondern ganz entschieden aufwerten wird. Als einziges Projekt von allen 8 Einreichungen! Aber ehrliche Wertschätzung gegenüber der wirklich wertvollsten Bausubstanz im ganzen Konzept scheint wohl wahlkampfuntauglich zu sein.

Andreas Rudigier

Schruns

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