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Mein Leben mit Amanda - Kritik und Trailer zum Film

Der französische Regisseur Mikhael Hers setzt sich in seinem neuen Film "Mein Leben mit Amanda" erneut mit Trauer nach einem Schicksalsschlag auseinander. Der etwas ziellos in Paris lebende junge David (Vincent Lacoste) muss sich plötzlich um seine Nichte Amanda (Isaure Multrier) kümmern, nachdem Davids Schwester bei einem Terroranschlag getötet wird. David fühlt sich der Situation nicht gewachsen und muss dennoch eine Verbindung zu Amanda finden, die dem siebenjährigen Kind gerecht wird.

David fühlt sich noch zu jung, um seinem Pariser Leben ein Ziel zu geben. Es ist auch alles nicht so einfach mit dem Job oder der neuen Nachbarin. Ein Terroranschlag wirbelt schließlich alles auf. Die daraufhin zu verrichtende Trauerarbeit ist in "Mein Leben mit Amanda" ab Freitag in den österreichischen Kinos zu sehen.

Mein Leben mit Amanda - Kurzinhalt zum Film

David nervt. Der junge Mann weiß offenbar nicht so recht, wo er hin soll mit seinem gerade mal 24 Jahre alten Leben. David lebt in Paris, was schon mal nicht schlecht ist. Er jobbt vor sich hin, etwa als stets gehetzter Verwalter von Ferienwohnungen. Das Geplänkel mit seiner neuen Nachbarin kommt auch nicht so recht in die Gänge. Und dann macht ein Schicksalsschlag noch seine junge Nichte zum neuen Mittelpunkt. Regisseur Mikhael Hers erzählt die Geschichte eines sehr ungleichen Paares und den gemeinsamen Versuchen, sich im Leben zurechtzufinden.

Bereits in "Dieses Sommergefühl" ("Ce sentiment de l'ete") hatte der französische Regisseur Hers 2015 die Annäherung zweier bereits einander bekannten Menschen nach dem plötzlichen Tod eines gemeinsam geliebten Menschen beschrieben. Die Trauerarbeit geht nun in "Mein Leben mit Amanda" weiter.

Opfer ist diesmal Sandrine (Ophelia Kolb), alleinerziehende Mutter von Amanda (Isaure Multrier) und Schwester von David (Vincent Lacoste). Mit latenter Unzuverlässigkeit versorgt der Onkel bereits gelegentlich seine Nichte, um die Schwester zu entlasten. Bis Sandrine während einer Feier im Park durch einen Anschlag ums Leben kommt. Warum ein Terrorakt? Paris ist zwar seit dem Schreckensjahr 2015 mit den Anschlägen etwa auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" oder den Musikclub Bataclan gezeichnet. Doch für den Film hätte es wohl auch ein tödlicher Unfall oder eine schreckliche Krankheit getan. Der Terrorakt dagegen bleibt im sonst extrem langsam und ruhig erzählten Film ein Fremdkörper.

Mein Leben mit Amanda - Die Kritik

Was macht nun ein unabhängiger junger Mann, dessen getötete Schwester eine alleinstehende Siebenjährige hinterlässt? Sich kümmern? Die rechtlich mögliche Vormundschaft übernehmen? Nicht in einem französischen Film, zumindest nicht bei Mikhael Hers. Er lässt seinen Protagonisten den halben Film lang weitgehend ziellos treiben, schickt ihn durch Paris, findet dafür allerdings immer wieder wunderbar unaufgeregte und dennoch für die Stadt sehr typische kleine Spielorte. Die Geschichten werden vor dieser Kulisse zwar überzeugend gespielt, kommen aber nicht voran. Onkel und Nichte finden sich nur extrem langsam, die Erzählstränge von Davids Beziehungen zu Nachbarin Lena (Stacy Martin) und Mutter Alison (Greta Scacchi) kommen über Ansätze kaum hinaus.

Frankreichs Regie-Ikone Francois Truffaut (1932-1984) sagt in "Die amerikanische Nacht" ("La Nuit americaine") von 1973, Filme seien wie das Leben, es gebe nur keine Staus ("il n'y a pas d'embouteillage dans les films"). Hers fordert dagegen im aktuellen Begleitmaterial, dass "Film dem Stau eine Rolle geben sollte". Entsprechend schleppt sich "Mein Leben mit Amanda" fast zwei Stunden über die Kinoleinwand. Wie hinter dem Steuer gilt auch hier: jetzt bloß nicht einschlafen.

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(APA/Red)

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