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Mehrere Lawinenabgänge in Vorarlberg

Person bei Lawinenabgang in Lech verschüttet.
Person bei Lawinenabgang in Lech verschüttet. ©Bergrettung Lech
Zu gleich sechs Lawinenabgängen und Schneerutschen kam es am Mittwoch aufgrund der kritischen Schneelage in Vorarlberg. Dabei wurden Personen verschüttet und Straßen mit Schneemassen verlegt.
Aktueller Lawinenlagebericht
Bergretter Barbisch warnt

Schröcken: Schneebrett verlegte Straße

Gegen 09:45 Uhr löste sich im Bereich Obere Rud in Schröcken ein Schneebrett, welches die darunter liegende Gemeindestraße Schmitte in einer Breite von 30 Metern und einer Höhe von 1,20 Metern verlegte. Durch die Verlegung kam es keinem Personen- und Sachschaden. Eine Sicherheitssuche wurde durchgeführt.

Skifahrer in Lech verschüttet

Gegen 11:25 Uhr fuhr ein Skifahrer aus Deutschland in Lech von der Bergstation Steinmähder – Sesselbahn kommend im freien Skiraum Richtung Sulzkopf ab und von dort in einen unverspurten Tiefschneehang ein. Dabei löste er ein 50 Meter breites Schneebrett aus, das den Schifahrer 230 Meter weit mitriss und völlig verschüttete. Der Lawinenabgang wurde von zwei Personen beobachtet, die sofort die Rettungskräfte alarmierten. Wegen weiterer drohender Abgänge im Suchgebiet mussten zuerst an den angrenzenden Steilhängen Schneemassen abgesprengt werden, bevor mit dem Sucheinsatz, bei dem 50 Einsatzkräfte bestehend aus Bergrettern, Alpinpolizisten und Skilehrern beteiligt waren, begonnen werden konnte. Bei der Suche waren der Notarzthubschrauber Gallus 1 und der Polizeihubschrauber Libelle unterstützend im Einsatz. Nach etwa eineinhalb Stunden gelang es, den über zwei Meter tief verschütteten deutschen Skifahrer aus den Schneemassen zu bergen. Infolge starker Unterkühlung und einer Lungenprellung wurde der Mann mit dem ins LKH Feldkirch geflogen.

Schneebrett in Riezlern löst Sekundärlawinen aus

Gegen 11:40 Uhr ging Riezlern im freien Skiraum an der Westseite der Kanzelwand, in einer Höhe von 1900 Metern, ein Schneebrett mit einer Anrissbreite von zirka 25 Metern ab. Das Schneebrett löste weitere Sekundärlawinen aus, die in einer Breite von zirka 100 Metern 500 Meter weit abgingen und kurz vor einem Pistenabschnitt der Kanzelwandabfahrt zum Stillstand kamen. Das Schneebrett wurde von einer bis dato nicht identifizierten Person ausgelöst, die jedoch nicht von den Schneemassen erfasst wurde. Eine Sicherheitssuche wurde durchgeführt. Es wurden keine Verschütteten festgestellt. Fast zeitgleich mit dem Abgang des Schneebrettes löste ein weiterer unbekannter Skifahrer auf der gegenüberliegenden Nordseite bei der Abfahrt im freien Skiraum nach Riezlern ebenfalls ein Schneebrett aus und wurde dank ausgelöstem ABS-Rucksack nur teilverschüttet; er blieb unverletzt. Rettungsmaßnahmen waren nicht mehr erforderlich.

L193: Fahrbahnsperre nach Schneerutsch

Gegen 13:00 Uhr ging auf die L193 – Verbindungsstraße zwischen Au und Damüls ein 10 Meter breiter Schneerutsch auf die Fahrbahn ab. Es wurden jedoch keine Fahrzeuge und Personen verschüttet. Die Fahrbahn war zirka 40 Minuten gesperrt beziehungsweise mit Behinderungen passierbar.

Laterns: Drei Skitourengeher verschüttet

Gegen 13:12 Uhr ging im freien Skiraum, im Bereich des Matonajöchle in Laterns, eine Lawine ab, bei der drei Skitourengeher erfasst und verschüttet wurden. Ein Skitourengeher konnte sich selbst aus den Schneemassen befreien, die beiden anderen konnten schließlich nach Alarmierung der Hubschrauber C 8 und Libelle beziehungsweise der Bergrettung mit Verletzungen unbestimmten Grades geborgen und ins LKH geflogen werden.

Niggenkopf: Schneebrett ging ab

Gegen 14:00 Uhr ging in Brand im freien Skiraum Niggenkopf – Lorenzital ein 30 Meter breites Schneebrett ab. Eine Sicherheitssuche wurde mit 35 Mann Bergrettung und Alpinpolizei durchgeführt. Es wurden keine Personen verschüttet.

Mellau: Lawine ging über Piste ab

Gegen 16:10 Uhr konnte von einem Skifahrer wahrgenommen werden, dass bei der “Roten Piste 23” eine Lawine über die Piste abgegangen war. Er verständigte die Betriebsleitung der Bergbahnen Mellau und ein Lawinen-Sucheinsatz wurde ausgelöst. Der Sucheinsatz verlief negativ. Die 12 Meter breite Piste wurde auf einer Länge von 15 Metern verschüttet. Das Schneebrett löste sich spontan 74 Meter oberhalb der Piste – möglicherweise durch einen Wächtenbruch.

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