Mehrere Kandidaten für SPÖ-Spitze: Staudinger vermittelt

Keine Namen genannt - "Konstruktives Gesprächsklima" bei erweitertem Parteivorstand der SPÖ am Montag.
Keine Namen genannt - "Konstruktives Gesprächsklima" bei erweitertem Parteivorstand der SPÖ am Montag. ©Stiplovsek, SPÖ
Mehrere Parteimitglieder der SPÖ Vorarlberg kandidieren für die Wahl zum Landesparteichef am 16. Oktober. Darüber wurde der erweiterte Parteivorstand der sozialdemokratischen Landespartei bei einer Sitzung am Montagabend durch die Geschäftsführung informiert.
Ritsch legt Landes-Funktionen zurück
Wirbel um Abhöraffäre in der SPÖ

Für die Wahl zum Parteivorsitzenden der SPÖ Vorarlberg am 16. Oktober gibt es mehrere Kandidaten. Darüber wurde der erweiterte Parteivorstand der sozialdemokratischen Landespartei bei einer Sitzung am Montagabend durch die Geschäftsführung informiert. Namen wurden keine bekannt gegeben. Dem Vernehmen nach soll es sich um fünf Kandidaten handeln. Amtsinhaber Martin Staudinger wurde beauftragt, mit den Bewerbern Gespräche zu führen.

Zahl der Bewerber liegt bei fünf

Aus Kreisen des erweiterten Parteivorstands war am Dienstag zu vernehmen, dass die Zahl der Bewerber bei fünf liegt, dass aber manche Kandidaten nicht mit Namen in der Öffentlichkeit genannt werden wollen. In der Sitzung seien natürlich auch die Querelen der vergangenen Wochen ein großes Thema gewesen, man habe versucht, einen Weg aus der schwierigen Situation zu finden. Viele seien der Meinung gewesen, dass am ehesten Ruhe einkehre, wenn Staudinger die Partei noch für eine Weile weiterführe.

Staudinger: "Stehe für echte demokratische Wahl"

Diese Variante wird wohl auch Thema bei den geplanten Gesprächen Staudingers mit den Kandidaten sein. Laut SPÖ dienen sie dazu, "mögliche Varianten" und die weitere Vorgehensweise bis zur Wahl beim Landesparteitag am 16. Oktober zu besprechen. Dass mehrere Parteimitglieder kandidieren, wurde vom erweiterten Parteivorstand begrüßt. "Ich habe immer gesagt, dass ich für eine echte demokratische Wahl stehe", so Parteivorsitzender Staudinger. Er freue sich über das große Interesse an der wichtigsten Funktion in der Partei.

Näheres zu den Kandidaten oder ihrer Anzahl wollte Staudinger am Dienstag auf APA-Anfrage nicht sagen, nur soviel: Es seien Männer und Frauen vertreten. Zur Frage, ob er selbst zur Wahl antritt, wollte er sich ebenfalls nicht äußern. Sicher scheint damit bisher nur die Kandidatur des parteiintern umstrittenen Klubobmanns Thomas Hopfner - das Vorliegen seiner Bewerbung hatte die Geschäftsführung am Freitagmittag bestätigt.

Keine Parteitag-Verschiebung

Eine Verschiebung des Parteitags, die zuletzt auch ins Spiel gebracht worden war, wird es nicht geben. Das Gesprächsklima in der Sitzung am Montag, die von 19.15 Uhr bis Mitternacht dauerte, war laut SPÖ-Pressesprecher Lukas Riepler konstruktiv. Die "Abhör-Affäre" sei kein Thema gewesen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Widerstand gegen Hopfner

Die Frage nach dem künftigen Parteivorsitzenden hatte in der SPÖ Vorarlberg bereits seit Wochen für Zwist gesorgt, mehrere Ausspracheversuche verliefen ergebnislos. Staudinger, der seit Herbst 2020 Bürgermeister von Hard (Bez. Bregenz) ist, hatte ohne Abstimmung mit den Parteigremien Klubobmann Hopfner als "logischen Nachfolger" als Parteichef präsentiert, was in mehreren Ortsparteien und bei einigen Partei-Granden auf Widerstand stieß.

Die Abhöraffäre

Endgültig zur Eskalation kam es durch die "Abhör-Affäre". Ein telefonischer Streit Hopfners mit dem Bregenzer SPÖ-Bürgermeister Michael Ritsch soll ohne dessen Wissen von einer weiteren Person aufgezeichnet oder mitgefilmt worden sein, möglicherweise auch weitergeleitet. Ritsch erfuhr seinen Angaben zufolge von der Sache durch die Staatsanwaltschaft Feldkirch, die eine entsprechende Anzeige prüft. Ritsch legte vergangene Woche aufgrund der Querelen alle Funktionen in der Landespartei zurück.

(APA)

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