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Mehrerauer Ärztegespräche 2010: "Hallux Valgus - Jeden kann es treffen!"

Bregenz - Bei den vierten Mehrerauer Ärztegesprächen dieses Jahres, die am 22. September im Kloster Mehrerau stattgefunden haben, hat sich Chefarzt Dr. Thomas Spiegel mit der weit verbreiteten Zehenfehlstellung "Hallux Valgus" befasst.

Täglich tragen die Füße unser gesamtes Körpergewicht und doch finden sie viel zu wenig Beachtung. Vielmehr werden sie in enge Schuhe, oft auch mit hohen Absätzen gezwängt, kommen nur selten an die frische Luft und der Genuss des Barfußlaufens wird ihnen so gut wie immer verwehrt. Als Folge kann sich ein Hallux Valgus bilden.

Der Hallux Valgus ist eine Bindegewebsschwäche, erklärt Dr. Thomas Spiegel, Bregenzer Facharzt für Orthopädie sowie orthopädische Chirurgie und Chefarzt im Sanatorium Mehrerau in Bregenz: „Dabei kommt es beim ersten Mittelfußknochens, der am inneren Fußrand von der Fußwurzel bis zur Großzehe verläuft, zu einem Abweichen nach innen. In weiterer Folge weicht die Großzehe zur Gegenseite ab. Sie ist also in Richtung der anderen Zehen abgewinkelt.“ Im Volksmund wird der Hallux Valgus aufgrund der sichtbaren Fehlstellung auch oft als Frostbeule oder Überbein bezeichnet.

Heilung: Oft nur durch eine Operation

Ein Hallux Valgus, von dem insbesondere Frauen betroffen sind, ist nicht nur unschön, sondern kann mitunter auch schmerzhaft sein. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Facharzt aufgesucht werden. Das Fortschreiten einer leichten Fehlstellung kann mittels Zehentraining und einer Halluxschienung verhindert werden. Eine dauerhafte Heilung ist, laut Dr. Spiegel, jedoch in vielen Fällen nur operativ möglich. Zwischen 200 und 250 Operationen werden hierzulande jährlich durchgeführt – die meisten davon im Sanatorium Mehrerau. Der Heilungsprozess dauert lang: Erst nach einem guten halben Jahr kann man wieder „große Sprünge machen“ – hoffentlich in flachen und nicht zu engen Schuhen.

Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung fördern

„Das Sanatorium Mehrerau nimmt in der heimischen Spitalslandschaft eine wichtige Rolle ein und garantiert das gute Zusammenspiel von Haus- und Belegärzten sowie durch das Nachsorge-Angebot eine umfassende medizinische Versorgung“, erklärt Landesstatthalter Markus Wallner, der bei der aktuellen Veranstaltung ein Kurzreferat über die Vorarlberger Spitalslandschaft hielt. Durch die Mehrerauer Ärztegespräche, getragen und finanziert vom Verein der Förderer des Sanatoriums Mehrerau, soll überdies das Gesundheitsbewusstsein der Vorarlberger gefördert werden. Medizinische Themen sind oft sehr komplex, weiß Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler, Obmann des Vereins der Förderer des Sanatoriums Mehrerau: „Umso wichtiger ist es, dass die interessierten Besucher sich im Anschluss an die Vorträge mit den Fachärzten persönlich austauschen können.“

Ausblick: Mehrerauer Ärztegespräche 2011

Auch im kommenden Jahr wird die Gesundheitsserie, bei der Belegärzte des Sanatoriums Mehrerau Vorträge über wichtige Gesundheitsthemen halten, fortgesetzt. Neben Fragen rund um die Hand, der Thematik „Ästhetische Chirurgie mit Vernunft“ und einem Referat über die mögliche Herzprobleme, werden auch zwei Themen behandelt, über die an sich nicht gern gesprochen wird: nämlich Impotenz und Inkontinenz.

10 Tipps für gesunde Füße

1. Füße an die frische Luft: Lassen Sie ihre Füße kein trauriges Dasein in engen Schuhen fristen.

2. Flach ist besser: Tragen Sie flaches Schuhwerk, denn der Hallux Valgus „liebt“ hohe Absätze!

3. Viel Platz: Die Schuhe sollten aber nicht nur flach sein, sondern den Zehen auch ausreichend Spielraum bieten.

4. Training für die Zehen: Zehengymnastik bringt’s: Bewegen Sie Ihre große Zehe, mal nach oben, mal nach unten. Das stärkt die Muskulatur.

5. Bodenkontakt: Auch Barfußlaufen trainiert die Fußmuskulatur und sorgt zugleich für eine wohltuende Fußmassage.

6. Alles auf Schiene: Bei einer leichten Fehlstellung helfen orthopädische Hilfsmittel, wie die Halluxschienung…

7. …sowie Polster und Einlagen: Ringförmige Schaumstoffpolster entlasten den Ballen vom schmerzhaften Druck, spezielle Einlagen stützen und stabilisieren den Fuß.

8. Wenn’s schmerzt: Im fortgeschrittenen Stadium können feuchte Umschläge oder entzündungshemmende Salbenverbände Schmerzen lindern.

9. Je früher man sich von einem Facharzt untersuchen lässt, desto eher kann ein operativer Eingriff vermieden werden.

10. Informieren Sie sich: Solange man keine Schmerzen hat, ist ein Arztbesuch zwar nicht zwingend notwendig. Dennoch wird ein Informationsgespräch über die Folgen eines unbehandelten Hallux Valgus empfohlen.

Ausblick: Mehrerauer Ärztegespräche 2011

  • „Rund um die Hand“: Dr. Kurt Sandholzer, FA für Orthopädie, Unfallchirurgie und Ambulante Chirurgie

  • „Ästhetische Chirurgie mit Vernunft“: Dr. Martin Rhomberg, FA für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

  • „Hand aufs Herz: Ist Ihres in Gefahr?“: Dr. Anton Glöcklhofer, FA für Innere Medizin und Kardiologie

  • „Zwei Themen, über die nicht gern gesprochen wird: Impotenz und Inkontinenz“: Dr. Peter Dorner, FA für Urologie

Die Termine werden jeweils rechtzeitig bekannt gegeben.

 

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