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Hellas: Maximalverlust für Österreich laut "FAZ" 9,3 Mrd. Euro

Zahlungsausfall - Deutschland käme mit 87,6 Mrd. Euro zum Handkuss.
Zahlungsausfall - Deutschland käme mit 87,6 Mrd. Euro zum Handkuss. ©AP
Der maximale Verlust bei einem Zahlungsausfall Griechenlands liegt bei 317 Mrd. Euro, so hoch sind derzeit die Staatsschulden des Landes. Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Freitag unter Berufung auf Daten von UBS, Ifo und Eurostat hätte Deutschland mit 87,6 Mrd. Euro die Höchstlast zu tragen. Österreichs Maximalverlust würde sich demnach auf 9,3 Mrd. Euro belaufen.
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Hinter Deutschland liegt laut “FAZ” Frankreich mit einem Maximalverlust von 67,0 Mrd. Euro, gefolgt von Italien (58,5 Mrd.), Spanien (40,0 Mrd.), Niederlande (19,0 Mrd.) Belgien (11,8 Mrd.), Österreich (9,3 Mrd.) Finnland (5,9 Mrd.), Portugal (4,4 Mrd.), Slowakei (2,9 Mrd.), Irland (2,6 Mrd.) und Slowenien (1,6 Mrd.). Ohne die anderen Euro-Staaten Estland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta und Zypern sind dies 310,6 der insgesamt 317 Mrd. Euro.

Summe pro Einwohner: Zweiter Platz für Österreich

Auf die Summe pro Bewohner eines Landes umgerechnet liegen demnach die Niederlande mit 1.126 Euro voran, gefolgt von Österreich (1.088 Euro), Deutschland (1.085 Euro), Finnland (1.077 Euro), Belgien (1.041 Euro), Frankreich (1.012 Euro), Italien (960 Euro) und Spanien (862 Euro). Dann kommen Slowenien (774 Euro), Irland (565 Euro), Slowakei (535 Euro) und Portugal (424 Euro).

Referendum mit Spannung erwartet

Die Entwicklung der 10-Jahresrenditen gestaltete sich am Freitag in der gesamten Eurozone stabil. Es gab kaum Schwankungen gegenüber dem Vortag. Die griechischen Werte sind trotz des jüngsten Scheiterns der Verhandlungen mit der Eurozone und vor dem mit Spannung erwarteten Referendum über die Sparvorschläge nur geringfügig auf 14,785 Prozent gestiegen. Am Donnerstag waren sie bei 14,782 Prozent gelegen. Auch die Veränderungen in den anderen Euro-Ländern waren nur minimal.

Marktführer Deutschland notierte bei 0,828 Prozent, gefolgt von Finnland (1,102 Prozent), Niederlande (1,146 Prozent), Österreich (1,265 Prozent), Frankreich (1,288 Prozent), Belgien (1,314 Prozent), Lettland (1,348 Prozent), Irland (1,672 Prozent), Litauen (1,8 Prozent), Spanien (2,266 Prozent), Slowenien (2,285 Prozent), Italien (2,289 Prozent), Portugal (2,964 Prozent) und Griechenland (14,785 Prozent).

Regierung hielt bereits 8 Milliarden Euro für “völlig falsch”

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sah die Risken Österreichs im Zusammenhang mit den Griechenland-Haftungen unseres Landes noch am Mittwoch für “überschaubar”. Der Haftungsanteil Österreichs am früheren Rettungsfonds EFSF betrage 4,3 Mrd. Euro. Dass diese Haftung schlagend wird, hielt Schelling für “unwahrscheinlich”, da ein Hellas-Default gegenüber dem EFSF nicht automatisch dazu führe.

Österreichs bilaterales Kreditvolumen betrage 1,6 Mrd. Euro gegenüber Griechenland, hatte Schelling laut Parlamentskorrespondenz von Dienstagabend im parlamentarischen Finanzausschuss weiter gesagt. Dieser Kredit habe einen langen Rückzahlungszeitraum, den man auch “schieben” könnte, so das Ministerium dazu laut “Kleine Zeitung” vom Dienstag. Bis zum Jahr 2020 seien nur Zinszahlungen vereinbart, meinte der Minister am Dienstag im Parlament, diese würden derzeit geleistet. Rückzahlungen seien erst ab 2020 vorgesehen.

Dass der gesamte Schaden für den heimischen Steuerzahler 8 Mrd. Euro betragen könnte, wie die “Kronen Zeitung” am Montag geschrieben hatte, war schon davor zurückgewiesen worden. Ein kolportierter Schaden in Höhe von 8 Mrd. Euro sei “völlig falsch”, hieß es laut “Presse” (Dienstag) aus dem Finanzministerium.

Er halte Milliardenverluste für “unwahrscheinlich”, hatte Schelling am Montag betont. Ganz so spurlos geht das alles an Österreich aber womöglich nicht vorüber, wie zuletzt etwa der Uni-Krems-Ökonom Gottfried Haber in der “Kleinen” (Montag) erklärt hatte: “Selbst wenn Griechenland einen Zahlungsausfall produziert, ist nicht alles weg. Ich rechne mit 4 bis 5 Mrd. Euro, also dem Volumen einer Steuerreform.”

(APA)

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