So reagieren Handel, Hotellerie und Gastronomie auf die Maskenpflicht

Beim Einkaufen heißt es nun überall: Masken auf
Beim Einkaufen heißt es nun überall: Masken auf ©APA
Der Handel spricht von Negativ-Effekten und hofft auf einen Masken-Gewöhnungseffekt bei den Kunden. Ein 2. Lockdown wäre eine "Katastrophe". Die Hotellerie findet: "Die Maske ist das kleinere Übel im Vergleich zu anderen Maßnahmen, die kommen könnten."
Verschärfung bei Masken und Events

Die heute von der Regierung verkündete Maskenpflicht ab kommenden Montag im Handel ist für WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik "ein gelinderes Mittel", um einen zweiten Lockdown zu verhindern. Wenn man sich die steigenden Corona-Neuinfektionszahlen in den vergangenen Tagen ansehe, dann sei die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht nachvollziehbar. "Wir tragen das mit", sagte Trefelik zur APA.

"2. Lockdown wäre für Katastrophe"

Beim ersten Corona-Lockdown in Österreich im März und April waren Handelsbetriebe - mit Ausnahme des Lebensmittelhandels, Drogerien, Apotheken und Tankstellen - bis zu sieben Wochen geschlossen. "Ein zweiter Lockdown wäre für die gesamte Wirtschaft eine Katastrophe", sagte der WKÖ-Handelsobmann.

Negativ-Effekte wegen Maskenpflicht

Die Maskenpflicht und die ebenfalls heute angekündigten Veranstaltungseinschränkungen wirkten sich negativ auf die Kundenfrequenz und Impulskäufe aus, etwa im Textil- und Schuhhandel. Der Handel hofft aber zumindest auf einen Masken-Gewöhnungseffekt bei den Kunden, auch wenn das Einkaufserlebnis leidet. "Es gibt diesmal sicherlich nicht dieselbe Aufregung wie im März", so Trefelik.

Auch der Handelsverband - eine freiwillige Interessensvertretung von rund 3.000 Betrieben - trägt die Maskenpflicht mit, kritisiert aber die österreichweite Einführung. Die Corona-Ampel werde "dadurch nun ad absurdum geführt", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Freitag in einer Aussendung. Österreichweit geht der Handelsverband wegen der Maskenpflicht von Umsatzverlusten von einer halben Mrd. Euro pro Monat aus, davon 100 Mio. Euro in Wien.

AK Anderl: Maskenpflicht erfordert auch Maskenpause

"Wenn angesichts steigender Infektionszahlen eine Maskenpflicht nötig wird, dürfen die Beschäftigten, die diese Masken den ganzen Tag tragen müssen, nicht vergessen werden", sagt AK Präsidentin Renate Anderl. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um ihnen mit einem Recht auf eine Maskenpause den Arbeitsalltag zu erleichtern."

Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Betriebe die Masken ihren Beschäftigten kostenlos zur Verfügung stellen.

Die AK Präsidentin stellte auch klar: Betriebe, die auf eigene Faust über die bestehenden Verordnungen der Bundesregierung hinausgehen und etwa eine flächendeckende Maskenpflicht einführen möchten, dürfen das nur im Einvernehmen mit den betroffenen Arbeitnehmern tun.

Maskenpflicht für Hotellerie und Gastronomie vertretbar

Die heimische Hotellerie und Gastronomie sehen die ab Montag wieder geltende Maskenpflicht als vertretbare Maßnahme, um weitere Corona-Verschärfungen zu verhindern. "Es hat uns überrascht, dass es jetzt plötzlich gekommen ist", sagte Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des WKÖ-Fachverbands Hotellerie, zur APA.

In der Gastronomie ist ab Montag Mund-Nasenschutz wieder für Mitarbeiter Pflicht, nicht aber für Gäste. In Beherbergungsbetrieben gilt künftig generell Maskenpflicht in geschlossenen Räumen.

"Die Maske ist das kleinere Übel"

Angesichts der stark steigenden Corona-Neuinfektionszahlen in den vergangenen Tagen ist es für die Hotellerie-Vertreterin besser, wenn man "rechtzeitig Vorkehrungen" trifft. "Die Maske ist das kleinere Übel im Vergleich zu anderen Maßnahmen, die kommen könnten", so Kraus-Winkler. Beispielsweise Grenzsperren würden den "Tourismus viel stärker treffen". Manche Gäste, etwa aus Deutschland, hätten sich in Österreich auch eine Maskenpflicht gewünscht.

Auch für Wirtschaftskammer-Gastrospartenobmann Mario Pulker ist die Maskenpflicht "verkraftbar". Wichtig sei, dass "es keine weiteren Verschärfungen" gebe, sagte Pulker zur APA. Alles sei besser als wieder zuzusperren.

Die von der Gewerkschaft und Arbeiterkammer geforderte bezahlte Mitarbeiter-Maskenpause ist für die Arbeitgebervertreter - angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage für die Branche - nicht vorstellbar. Man sollte sich dies flexibel auf Betriebsebene ausmachen, so die Empfehlung der WKÖ-Hotellerie-Obfrau.

(APA)

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