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Mackie Messer: Brechts Dreigroschenfilm - Kritik und Trailer zum Film

"Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht". Bertolds Brechts Dreigroschenoper war vor genau 90 Jahren ein Riesenerfolg. Und was damals funktionierte, kann heute auch noch funktionieren - und zeigt einige Parallelen zur heutigen Gesellschaft auf.

“Die Dreigroschenoper” ist Bertolt Brechts wohl bekanntestes Werk. Das 1928 in Berlin uraufgeführte Stück wurde ein Megaerfolg. Nun bringt Joachim A. Lang, lange Leiter des Augsburger Brecht-Festivals, mit “Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” die turbulenten Ereignisse um eine einst gescheiterte Verfilmung auf die Leinwand – mit Stars wie Lars Eidinger und Tobias Moretti.

“Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” – Kurzinhalt zum Film

Eidinger spielt den Zigarre rauchenden Brecht, der seine Oper nicht nur als reine Unterhaltung sieht. In unruhigen Zeiten, als bittere Armut herrscht, die Welt auf eine globale Wirtschaftskrise zusteuert und der Nationalsozialismus aufkeimt, will er mit dem Film eine politische Botschaft verbinden. “Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, wie wir durchsetzen”, stellt er fest. Die Filmleute dagegen träumen davon, dass der Film mit den populären Songs von Kurt Weill die Kinokassen klingeln lässt (“Und der Haifisch, der hat Zähne”). Brechts Vorstellungen lehnen sie als zu kompromisslos und radikal ab.

Regisseur Lang verwebt den Gerichtsstreit mit Brechts Vision eines Films. Nächtelang diskutiert der Autor mit dem Komponisten Weill (der gebürtige Kärntner Robert Stadlober) und seiner Mitarbeiterin und Geliebten Elisabeth Hauptmann (Peri Baumeister). Eingewoben sind Szenen des Films, wie Brecht ihn sich vorstellt. Carola Neher (Hannah Herzsprung) spielt darin Polly, deren Vater Peachum (Joachim Krol) die Bettlermafia organisiert. Zum Entsetzen ihres Vaters und ihrer Mutter (Claudia Michelsen) verliebt sie sich ausgerechnet in den berüchtigten Gangster Mackie Messer (dargestellt vom aktuellen Salzburger “Jedermann” Tobias Moretti).

“Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” – Die Kritik

Vieles an dem Film ist durchaus sehenswert, etwa die aufwendigen Tanzchoreografien Eric Gauthiers von der Gauthier Dance Company oder die romantischen Liebesszenen. Max Raabe tritt als Moritatensänger auf. Unterhaltsam auch die Einblicke in Peachums Imperium. In einer alten Fabrik vergibt er Lizenzen fürs Betteln und stattet seine Leute mit Zubehör aus, damit sie Mitleid erheischen können: Beinprothesen, zerschlissene Kleidung und herzerweichend winselnde Hündchen.

Dazwischen immer wieder politische Botschaften, auch mit aktuellen Bezügen etwa zur Gier der Großbanken. “Brecht war ein provokanter, gesellschaftskritischer Autor, der unterhalten und nicht nur das Theater revolutionieren wollte, für mich der wichtigste deutschsprachige Dichter des 20. Jahrhunderts”, sagt der Regisseur, der sich schon in seiner Dissertation mit der “Dreigroschenoper” beschäftigt hat. Für die Dialoge griff er auf Originale zurück. “Alles, was Brecht im Film sagt, ist von Brecht, Zitate aus seinem gesamten Werk und Leben”, erklärt Lang. “Keine erfundenen Orientierungsdialoge, sondern 100 Prozent Brecht, Brecht pur.”

Ein interessanter Einfall, der aber auch problematisch ist. Auch wenn Eidinger vieles mit Mimik und Gestik wettmacht, wirkt seine Figur eher hölzern und künstlich. Ein geschliffenes Zitat reiht sich an das andere und die Spontaneität des gesprochenen Wortes geht verloren. So lässt der Film bedauerlicherweise viele Fragen offen: Wie war dieser berühmte Dramatiker als Mensch? Und nicht zuletzt: Wie schaffte er es, die Frauen reihenweise um den Finger zu wickeln? Sicher nicht, indem er jederzeit und überall druckreife Zitate zum Besten gab.

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(APA/red)

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