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Historisches Kleinod: Loreto-Kapelle

Auf der Westseite der Loreto-Kapelle befindet sich ein idyllischer Vorplatz mit Bildstöcklein und Brunnen.
Auf der Westseite der Loreto-Kapelle befindet sich ein idyllischer Vorplatz mit Bildstöcklein und Brunnen. ©Ferdinand Ortner

Die Lustenauer Loreto-Kapelle wurde 1645 erweitert.

Lustenau. Die Loreto-Kapelle, im Volksmund “sKappili” genannt, ist als ältestes erhaltenes Sakralgebäude Lustenaus ein echtes Kleinod und auch heute noch im kirchlichen Leben der Marktgemeinde tief verankert.

Das Kirchlein “St. Maria in Loreto” wurde im Jahre 1645, nachdem Lustenau 1628 und 1635 von der Pest schwer heimgesucht worden war, von Hofammann Hans Hagen (gest. 1657) und seiner ersten Ehefrau Maria Sperger gestiftet, die – wie auch zwei Kinder – von der Seuche dahingerafft wurden. Die Stiftungsidee war offensichtlich ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit, aber auch Hilflosigkeit, mit der man Seuchen und den schrecklichen Geschehnissen im 30-Jährigen Krieg gegenüber stand.

Bei der Kapelle handelte es sich 1645 nicht um einen Neubau, sondern um die Erweiterung einer schon bestehenden Kapelle, die damals in der Riedlandschaft stand – woran ein Gemälde von Caspar Oistrach aus dem Jahre 1845 erinnert. Man hatte von der Kapelle gegen Süden einen freien Blick bis zur fast zwei Kilometer entfernten alten Lustenauer Pfarrkirche. Heute steht sie mitten im verbauten Ortsgebiet, und zwar an der Ecke Kapellen- und Hofsteigstraße.

Haus Mariens
Als Loreto-Kapelle ist das Kirchlein seit 365 Jahren ein Haus Mariens und beliebter Ort des Gebetes, für Messfeiern und auch für Hochzeiten. Insgesamt finden etwa siebzig bis achtzig Personen Platz. Das im Äußern architektonisch schlichte Gotteshaus mit dem kleinen Zwiebeltürmchen strahlt im künstlerisch gestalteten Inneren viel Licht, Freude und Festlichkeit aus, wozu die von Pfarrer Josef Marte Ende der 80er-Jahre durchgeführte sorgfältige Renovierung wesentlich beigetragen hat. Strahlender Mittelpunkt des zentralen farbenfrohen Barockaltars ist die wunderschöne gotische Figur der Gnadenmutter, entstanden um 1470 im benachbarten Schwabenland oder in der Schweiz. Die Altäre sind in einer lebendigen Marmorierung in Originalfassung zu sehen.

Eine wertvolle Kunstschmiedearbeit stellt das Chorgitter dar, das von der zweiten Frau von Hans Hagen gestiftet wurde. Auf Interesse stößt neben den “sprechenden” Figuren des heiligen Josef und des heiligen Sebastian auch das Stifterbild, auf dem Hans Hagen und seine Familie (13 Kinder!), Rosenkranz betend und in festlicher Kleidung, abgebildet ist.

Geschichtliche Zeittafel
1460-1480 Entstehung der gotischen Marienfigur
1645 Stiftung der Kapelle durch die Familie des Hofammannes Hans Hagen
1660 Stifterbrief
1674 Chorgitter-Stiftung durch M. Anna Hagen; erster einfacher Barockaltar
1730 Bau des Turmes und der Empore; Barockisierung,
1760 Bau der neuen Altäre (Josef Spalt, Rankweil)
1840 Glockenguß (J. A. Graßmayer, Feldkirch)
1890 Restaurierung im Nazarener-Stil
1931 und 1964 Kleinere Renovierungen
1988/89 Gesamt-Renovierung unter Pfarrer Josef Marte

Text: Ferdinand Ortner

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