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Lustenau erhebt Verkehrsdaten

Mathias Blaser, Bürgermeister Kurt Fischer, Johannes Zangerl und Mobilitätskoordinatorin Carina Niedermair beim Lokalaugenschein.
Mathias Blaser, Bürgermeister Kurt Fischer, Johannes Zangerl und Mobilitätskoordinatorin Carina Niedermair beim Lokalaugenschein. ©Miro Kuzmanovic
Im Zentrum von Lustenau, in der Maria-Theresien-Straße und in Abschnitten der Holzstraße erheben ab Mitte September an 13 Standorten spezielle Zählsensoren Verkehrsdaten und -flüsse im Ort.

Lustenau. Die aktuellen Daten werden die Verkehrsflüsse an neuralgischen Punkten in Lustenau aufzeigen und Vergleichswerte liefern, wie sich durchgeführte Maßnahmen (zB Geschwindigkeit, Fahrradpriorisierung, usw) auf den Verkehr auswirken.

Der aus Lustenau stammende Physiker Dr. Wieland Alge ist Investor und Mitgründer des Innsbrucker Start-ups „Swarm Analytics“, von dem die Software für die Datenerhebung stammt. Mit der speziellen Software werden herkömmliche Kameras im Innen- und Außenbereich bestückt und zu hochentwickelten Sensoren weiterentwickelt. Die Kameras, am Laternenmast, im Umfeld einer Verkehrsampel oder bei einer Beschilderung angebracht, werden mit einer für diesen Einsatz optimierten Hardware verbunden und mit einer Web Applikation konfiguriert. Von da an läuft das System und sendet die Daten in Echtzeit an die gewünschten Datenbankanwendungen.

Statistisch verwertbare Daten

Wieland Alge erläutert die Vorteile des angewandten Systems: „Anstatt Bilder zu produzieren, die praktisch immer als personenbezogene Daten gelten und dadurch datenschutzrechtliche Probleme aufwerfen, liefert das System nur statistisch auswertbare Daten über anonyme Objekte und ihre Positition. Die Kameras werden durch die Lösung von Swarm Analytics zu visuellen Sensoren, erkennen Objekte verschiedener Klassen (z.B. PKW, Motorrad, Fahrrad, Fußgänger:in), können Personen zählen und Verkehrsflüsse erheben. Ohne bisher notwendige massive Zusatzinvestitionen werden gleichzeitig Lichtschranken, Induktionsschleifen oder Klick-Zählungen durch Personen einfach und schnell ersetzt.“

Fahrzeugwege werden ermittelt

Wo die Sensoren im Ort installiert sind, das wurde von der Verkehrsabteilung im Bauamt mit Mathias Blaser, dem Vorsitzenden des Mobilitäsausschusses, definiert: „Die Sensoren wurden an mehreren aufeinanderfolgenden Kreuzungen montiert, dadurch können bestimmte Fahrzeugwege ermittelt werden. So erhalten wir Daten, welcher Anteil des Verkehrs der Durchzugsverkehr bzw. der innerörtliche Verkehr ausmacht. Das ist für uns eine hochnotwendige Information, da wir den Durchzugsverkehr aus dem Zentrum verbannen und den innerörtlichen PKW-Verkehr reduzieren wollen.“ Daten erhoben werden entlang der Zentrumsachse (Maria-Theresien-, Körner- und Kaiser-Franz-Josef-Straße) mit den verschiedenen Kreuzungsbereichen zur Kapellenstraße, Schmiedgasse, Rosenlächerstraße, Schillerstraße, Rathausstraße, Pfarrweg, Raiffeisenstraße, Morgenstraße und Engelkreisverkehr. Ein weiterer Fokus liegt auf besonderen Verkehrssituationen an Kreuzungen der Holzstraße und zur Erhebung des Ausweichverkehrs am Glaserweg/Sägerstraße/Lustenauerstraße:

Daten in Echtzeit

Ein wichtiger Vorteil dieses Systems sind die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten mit einem geringeren Aufwand und Kosten. „Wir sparen uns aufwändige Lichtschranken, Induktionsschleifen oder Klick-Zählungen durch Personen“, erklärt DI Johannes Zangerl, der Leiter der Verkehrsabteilung im Bauamt. Bei ihm laufen die Daten zusammen. Über ein Dashboard können die Informationen in Echtzeit betrachtet und analysiert werden. Johannes Zangerl: „Es ist ein großer Vorteil, dass wir selbstbestimmt aktuelle Daten erheben können. So können wir auch rasch und zielgerichtet notwendige Maßnahmen im innerörtlichen Straßenverkehr setzen.“

Schleichverkehr unterbinden, Durchzugsverkehr reduzieren

Bürgermeister Kurt Fischer hat das Projekt und die Zusammenarbeit mit Wieland Alge initiiert. „Es ist unser erklärtes Ziel, dass Lustenau vom Verkehr entlastet wird. Während wir überörtlich darauf angewiesen sind, dass die geplanten Entlastungsmaßnahmen auch realisiert werden, können wir im eigenen Wirkungsbereich selbstbestimmt Maßnahmen für eine zukunftsfähige Mobilität setzen: Dazu gehören innerorts die Reduzierung des Durchzugsverkehrs und die Unterbindung des Schleichverkehrs. Wir wollen als lebenswerte Gemeinde ideale Rahmenbedingungen für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Die neuen Daten liefern uns dabei eine wichtige Informationsgrundlage.“

Über Dr. Wieland Alge

Der Lustenauer Wieland Alge (Jahrgang 1970) ist promovierter Physiker und Gründer des börsennotierten Unternehmens phion/Barracuda. Seit 2018 engagiert sich der Spezialist für Sicherheitslösungen im IT-Bereich und „Entrepreneur of the Year“ mit seiner Firma MAD Ventures als Start-up-Investor. Beim Tiroler Technologie-Unternehmen „Swarm Analytics“ ist er Investor und CFO. Außer mit Software füllt er sein Büro gern mit Lego Großmodellen, die über Twitter manchmal mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Technologie. Wieland Alge lebt mit seiner Familie in Innsbruck.

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