Love & Peace Festival im Kulturhauspark

Die Organisatoren freuten sich über das große Interesse.
Die Organisatoren freuten sich über das große Interesse. ©Andrea Blum | Die Quertexterin
Im Zeichen des Zusammenhalts. Aus aller Welt. Unter diesem Motto stand das Fest, dass an Woodstock vor 50 Jahren zurückerinnert. Aufbruch in eine neue Kultur der Weltoffenheit, Freiheit, Selbstverwirklichung und -bestimmung.
Love & Peace Festival | 07.09.2019 | Kulturhauspark Dornbirn

Dornbirn. Manches schien an diese Zeit zu erinnern. Die Sehnsucht nach Frieden und dem Miteinander. Die Organisatoren rund um das Festival haben es geschafft dahingehend ein klares Zeichen zu setzen. Mit Kultur, Musik, Tanz und Kulinarik. Mit Solidarität als Kultur, die gelebt wird. Und das im Herzen von Dornbirn. Eva Fahlbusch von VINDEX – Schutz & Asyl als Veranstalterin: „Die Idee für diesen Tag kam mir eines Abends am Küchentisch. Als Tag für Tag, einfach permanent Nachrichten über Flüchtlinge, Muslime, illegale Migration in den Medien zu lesen war. Es klang ganz nach Wir und die Anderen.“ Sie wollte etwas machen das Freude bereitet, denn im Prinzip sehnt sich jeder Mensch, egal von wo er kommt und wohin er geht, nach Frieden. Nach Liebe. Ein Fest so wie sie es aus früheren Zeiten kannte. Bei dem es um den Zusammenhalt und das friedliche Miteinander geht.

Politdiskurs

Einer der Höhepunkte des Tages war die politische Diskussion, nachdem die samstäglichen Sirenen verstummten. Dazu wurden alle wahlwerbenden Parteien zur Nationalrats- und Landtagswahl eingeladen. Friedensforscherin Julia Felder warf Fragen auf und stimmte das Publikum und die politischen Vertreter auf die kommende Stunde ein. Die Mädchen von Politics4ourFuture präsentierten ihr Programm für eine diskriminierungsfreie Zukunft: „Wir forderen mehr Reflexion in der medialen Berichterstattung, eine Kopftuch-Quote in den Unternehmen und den Ausbau der schulischen Sozialarbeit.“ Für die Apell an religionsneutrale Zeugnisse bekamen die jungen, muslimischen Frauen Zustimmung aller Parteivertreter auf der Bühne. Thomas Schmidinger moderierte das Podium mit Thomas Doppelhofer (Jede Stimme GILT), Mesut Onay (KPÖ), Konrad Steurer (Der Wandel), Reinhold Einwallner (SPÖ), Nina Tomaselli (Die Grüne), Bernhard Ammann (JETZT), Martina Rüscher (ÖVP), Johannes Gasser (NEOS), Simon Andujar (XI – Chance Zukunft). Die Besucher horchten den teilweise kontroversen Statements zu Klimanotstand, Abschiebungen oder Seenotrettungen interessiert zu. Die FPÖ hat ihre Teilnahme nach mehreren schriftlichen wie telefonischen Kontakten an dieser Diskussionsrunde mit den Worten „Wir sind mitten im Wahlkampf und in den Innenstädten unterwegs“ abgelehnt.

Ein Zeichen setzen

Neben der politischen Botschaft war es ein multikulturelles und buntes Zusammenkommen im Park. Eine Bühne mit hochkarätigen Musikern wie z. B. die Toni Eberle Band oder das Ski-Schuh-Tennis Orchestra. Kinderschminken und -programm. Engagement auf mitmenschlicher Ebene wurde an Informationsständen dargestellt. Kulinarische Spezialitäten rund um den Globus wurden frisch gekocht und in Mehrweggeschirr angeboten. Stolz präsentierten die tschetschenischen Frauen, die jungen Männer aus dem Irak, die Familie Mathis mit ihrem syrischen Pflegesohn Bismillah oder Maya, Smriti und Elmar Müller ihre Leckereien aus Nepal. „Egal wie viele Leute das Festival besuchten, ein friedliches Miteinander und soziale Gerechtigkeit wird hier gelebt“, ist sich Organisationsteam einig. Jeder ist gleich. Das wurde sichtbar. Für mehr Liebe und Frieden auf der Welt.

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