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LKH Feldkirch präsentiert Dentalprotector

Feldkirch - Was herauskommt, wenn sich Zahntechnik, Zahnmedizin, Kieferchirurgie und Strahlentherapie zusammenschließen, zeigt die neueste Innovation am LKH Feldkirch. Hier entstand nach zwei Jahren Entwicklungszeit der Dental Protector.
Dentalprotector präsentiert

Die Kopf- und Halsregion ist sehr sensibel und die Bestrahlung von Tumoren ist oft mit Nebenwirkungen verbunden. Neben Knochen und Zähnen befindet sich in dieser Region viel Weichgewebe in Form von Lippen, Zunge, Mundwinkel und Wangengewebe. Bisher wurde bei Bestrahlung in diesem Bereich ein standardisierter Mundkeil verwendet, der jedoch leicht verrutschen konnte und eine gezielte Bestrahlung nicht hundertprozentig möglich war. Zahnlose Patienten waren dadurch bisher besonders von Bestrahlungsnebenwirkungen, wie etwa Geschmacksverlust durch zerstörte Geschmackszellen, betroffen.
 
Dieser Problematik haben sich Dr. Kurt Böhler (Radioonkologie), DDr. Christian Lechner (Kieferchirurgie) und Zahntechniker, Zahnmedizinstudent und wissenschaftlicher Arbeiter Gunar Koller vom LKH Feldkirch angenommen und nach zweijähriger Entwicklungszeit nun den Dental Protector präsentiert, der bereits im November 2009 das erste Mal zum Einsatz kam und bereits an 25 Patienten angewendet wurde.
 
Der Dental Protector wird für jeden Patienten individuell in zwei bis drei Tagen  hergestellt. Dafür muss zuerst ein Zahnabdruck des jeweiligen Patienten gemacht werden. Doch nicht nur Zähne werden nachgebildet – auch die Zunge und die Lippen werden für das Modell mit abgedruckt. Dadurch können mit dem Dental Protector Weichteile nicht nur fixiert, sondern auch für die Bestrahlung verlagert werden, um Nebenwirkungen, wie beispielsweise Verhärtung der Lippen – auch Fibrose genannt – entgegenzuwirken. Die aktuelle Version des Dental Protectors besteht aus dem Kunststoff Acryl/Methacrylat, derzeit werden aber noch weitere Materialien getestet, um die Nebenwirkungen der Bestrahlung noch geringer zu halten.
 
Forschung und Entwicklung haben natürlich auch ihren Preis: die Kosten werden mit rund 6000 Euro beziffert. Vertrieben wird der Dental Protector über den liechtensteiner Anbieter für chirurgische Instrumente, HIBRAND in Schaan.
 
Nun stellt sich die Frage, warum niemand schon früher auf die Idee eines individuellen Mundschutzes gekommen war. Dr. Kurt Böhler und sein Team können sich diese Tatsache nur durch die mangelhafte Zusammenarbeit der Abteilungen in anderen Krankenhäusern erklären. Gunar Koller, der technische Kopf hinter dem Dental Protector, dazu: “Der Dental Protector konnte nur durch die tolle Zusammenarbeit am Landeskrankenhaus Feldkirch entstehen. Ich weiß nicht, ob ich das in einem anderen Krankenhaus auch geschafft hätte.”
 
Der Dental Protector wurde bereits auf mehreren medizinischen Kongressen vorgestellt und die Nachfrage ist groß. Die Uniklinik Innsbruck plant eine Einführung des Instrumentes und es gibt sogar schon Anfragen aus Barcelona und anderen Teilen der Welt. Eine erfolgversprechende Innovation also, made in Vorarlberg.

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