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Landesrat Rauch informierte über vergrabenen Abfall in Vorarlberg

©VOL.AT/Hofmeister
In Vorarlberg gibt es allein über 2.500 Betriebsstandorte und Lagerstellen, in denen vor 1989 sorglos mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde. 53 davon gelten als potentiell gefährlich, eine davon ist mitten in Dornbirn.
Erkundungsbericht auf Häusle

In Vorarlberg gibt es 2.443 Betriebsstandorte und 165 Altablagerungen, an denen vor 1989 sorglos mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen, beziehungsweise Abfälle legal oder illegal abgelagert wurden. 53 dieser Orte sind als Verdachtsflächen für eine Gesundheits-, beziehungsweise eine Umweltgefährdung ausgewiesen, bei drei Standorten wurde bereits eine derartige Gefährdung nachgewiesen.

Altstandorte, Altablagerung, Altlasten

Zwei dieser Altlasten seien gesichert, beziehungsweise saniert worden. Dabei handelt es sich um die “Chemische Fabrik Eberle” in Hard und die Bodenalpe bei Lech. Laut Harald Dreher, Vorstand der Abteilung Abfallwirtschaft des Landes, kommen voraussichtlich noch weitere Altlasten dazu:”Malonsbach” in Röthis, die “Galvanikschlammdeponie Collini” in Hohenems und bei der Fußacher Werft.

Altlast mitten in Dornbirn

Eine der derzeit in Prüfung befindlichen Areale befindet sich mitten in Dornbirn. Sie erstreckt sich vom Marktplatz entlang der Riedgasse bis zur Klostergasse. Grund für die Einstufung ist eine Mineralölkontamination, vermutlich durch einen ausgelaufenen Öltank. Die genaue Ursache werde derzeit noch ermittelt.

Insgesamt sind derzeit 28 detaillierte Untersuchungen an Altstandorten und -ablagerungen im Gange. Weitere 500 sollen in den kommenden Jahren unter die Lupe genommen werden.

Systematische Erhebung

Alle Altablagerungen und Altstandorte seien mittlerweile in Vorarlberg “systematisch” erhoben, betonte der für Abfallwirtschaft zuständige Landesrat Johannes Rauch (Grüne): “Wir haben lückenlos erhoben. Wir wissen, wo liegt was und in welcher Gefahrenklasse.” Nun gehe es darum, detaillierte Untersuchungen vorzunehmen und dort, wo es nötig ist, zu sanieren, brachte es Rauch auf den Punkt, gab allerdings zu bedenken: “Eine Generation hat willkürlich deponiert, es wird mindestens zwei Generationen brauchen, um diese Flächen zu untersuchen und, wenn nötig, zu sanieren.”

Novellierung des Gesetzes

Rauch sprach sich auch für eine Novellierung des Altlastensanierungsgesetzes (AlSaG) aus. Es sollte um ein echtes Verfahrensrecht ergänzt werden, damit die Aufsuchung, Untersuchung sowie die Sanierung oder Sicherung gesetzlich abschließend geregelt sei. Das Gesetz sei in den letzten Jahren zu einem Fiskalgesetz verkommen und kein Umweltgesetz mehr, kritisierte Dreher.

Informationsmöglichkeit für Bürger

Vorarlberger, die ein Grundstück erwerben oder bebauen wollen, erhalten in der Abteilung Abfallwirtschaft des Landes Auskünfte über umweltrelevante Daten plus in der Regel eine fachliche Einschätzung der Fläche in Bezug auf Altablagerungen.

Die gesamte Pressekonferenz

(APA/red)

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