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Lichtermarsch für weltweit verfolgte Christen in Wien

Lichtermarsch durch die Wiener Innenstadt.
Lichtermarsch durch die Wiener Innenstadt. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Am Montagabend haben Angehörige verschiedenster Kirchen mit einem Lichtermarsch durch die Wiener Innenstadt auf die Verfolgung von Christen in vielen Ländern hingewiesen.

Die Initiatoren der Plattform “Solidarität mit verfolgten Christen” erinnerten daran, dass genau vor 70 Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte proklamiert wurde, in der auch Religionsfreiheit verankert ist.

100 Millionen Christen weltweit verfolgt

Doch diese werde in vielen Teilen der Welt noch immer mit Füßen getreten. Mehr als 100 Millionen Christen würden weltweit verfolgt, unterdrückt und ausgegrenzt, so die Plattform. Abgeschlossen wurde der Lichtermarsch mit einem ökumenischen Gottesdienst im Stephansdom, wie Kathpress berichtete.

Von katholischer Seite nahm an erster Stelle der Wiener Weihbischof Franz Scharl an der Solidaritätskundgebung teil, der gegenüber Kathpress davon sprach, dass Solidarität mit den verfolgten Christen eigentlich zu den “wesentlichen Hausaufgaben” der Christen im Westen gehöre.

Getragen wurde der Lichtermarsch von der Plattform “Solidarität mit verfolgten Christen”, die vor zehn Jahren den ersten Aktionstag für die verfolgten Christen durchgeführt hatte, aus dem sich der alljährlich abgehaltene Lichtermarsch mit abschließendem Gottesdienst im Stephansdom entwickelt hat. Der Plattform gehören rund 20 christliche Organisationen an.

Gottesdienst im Wiener Steohansdom

Auch Kardinal Christoph Schönborn hat in einem Grußwort, das beim Gottesdienst im Stephansdom verlesen wurde, zur Unterstützung der verfolgten Christen aufgerufen. Diese bräuchten “unsere Solidarität und unser Gebet”. Er hoffe sehr, so der Kardinal, dass der Lichtermarsch “die Verbundenheit mit unseren Brüdern und Schwestern stärkt, ein deutliches Zeichen für die Religionsfreiheit setzt und den verfolgten Menschen Hoffnung bringt”.

In ihrer Rede vor dem Stephansdom wies die Menschenrechtssprecherin der ÖVP, Gudrun Kugler, darauf hin, dass die Eingriffe in die Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit nach zahlreichen Berichten weltweit im Steigen sind. Die österreichische Regierung solle sich deshalb verstärkt für einen wirksamen Schutz verfolgter Minderheiten, insbesondere auch der Christen, einsetzen, so Kugler. Die Abgeordnete fordert auch, dass Österreich die Kirchen im Nahen Osten finanziell unterstützt. Die kirchlich Verantwortlichen vor Ort wüssten am besten, wo Aufbauhilfe notwendig wäre. So könnten die Kirchen ihre Demokratie stärkenden und völkerverbindenden Aufgaben in den Konfliktländern vorantreiben.

Außenministerin Karin Kneissl stellte in einem an die Teilnehmer des Lichtermarsches übermittelten Grußwort ihrerseits fest, dass sie die weltweite Zunahme von Konflikten und Gewalttaten gegen religiöse Minderheiten mit großer Sorge erfülle. Vor allem im Nahen Osten sei die Situation von Christen und anderen Angehörigen religiöser Minderheiten äußerst besorgniserregend. Dies sei umso bedauerlicher, als das Zusammenleben in der Region lange Zeit von Toleranz geprägt war. Verfolgung und Migration bedrohten nunmehr diese Diversität in der arabischen Welt, das könne einen nicht wieder gutzumachenden Verlust für den sozialen und kulturellen Reichtum in dieser Region bedeuten.

(APA/Red)

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