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Licht am Ende des Pfändertunnels

©Bauarbeiten am Lüftungsstollen im Pfändertunnel

Lochau, Bregenz. Noch knapp 1000 Meter muss der riesige Tunnelbohrer aus dem Berg brechen, in etwa fünf bis sechs Wochen gibt es buchstäblich Licht am Ende des Tunnels. Die kritischen Bereiche mit ungünstigem Gestein, gasgefüllten alten Stollen des früheren Kohlebergbaus udgl. sind überwunden, bis zum Weidach sollte es, so Bauleiter Johannes Pircher bei einem „VN“-Lokalaugenschein, jetzt keine Überraschungen und Verzögerungen mehr geben.

Gut fünfeinhalb Kilometer hat der Bohrer bereits geschafft, Tagesleistungen von bis zu 40 Meter waren dabei, im Schnitt sind es gut 20 Meter pro Tag, eigentlich ein fast geplanter Baufortschritt, denn bei einem derartigen Projekt müssen Verzögerungen in dieser Größenordnung in Kauf genommen werden. Die gesamte Fertigstellung des Tunnels bis zur Betriebsbereitschaft gerät damit jedenfalls nicht in Verzug. Dies deshalb, weil die pa­rallel zum Bohrvortrieb vorgesehenen „Nebenarbeiten“ nicht beeinträchtigt sind. Dies betrifft in erster Linie den Bau der großen Verbindungs- und Lüftungsstollen. Im Nordabschnitt sind diese bereits soweit fertig, dass hier schon provisorisch Frischluft in die Tunnelbaustelle eingespeist werden kann. Im Südabschnitt haben jetzt die Arbeiten am Lüftungssystem begonnen.

Manche Autofahrer haben sich über die immer wieder verfügten kurzzeitigen Tunnelsperren gewundert, weil Sprengarbeiten durchgeführt werden. Das geschieht aus Sicherheitsgründen, denn einerseits muss beim Vortrieb der Querschläge jedes Risiko vermieden werden, andererseits wird für die Lüftungsstollen buchstäblich „am Dach“ des bestehenden Tunnels gesprengt, weil hier das Lüftungssystem für die zweite Röhre – siehe Grafik – direkt über den alten Tunnel geführt werden muss, weil die beiden Schächte ostseitig installiert wurden.

Eine aufwändige und knifflige Lösung. Hätte man das nicht beim Bau der ers­ten Röhre anders planen müssen? „Nein, damals waren die Abgaswerte der Autos so schlecht, dass man davon ausgehen musste, für die damals schon vorgesehene zweite Röhre auch ein zweites Lüftungsystem zu bauen. Inzwischen hat sich die Motoren-Technologie derart entwickelt, dass durch Katalysator, Partikelfilter, dras­tisch gesenkten Verbrauch und andere Verbesserungen die Abgaswerte auf einen Bruchteil der seinerzeitigen Werte gesenkt werden konnten. Dadurch reicht die installierte Lüftung locker aus, auch den zweiten Tunnel zu versorgen“, erläutert Pircher. Die Techniker standen nun vor der Abwägung, zwei bis zu knapp 400 m hohe Schächte zu bauen, oder stattdessen die rund 100 m langen Zuleitungen. „Das war vom Arbeitsaufwand und auch von den Kosten her eine klare Entscheidung zugunsten dieser Lösung.“

Die zweite Röhre hat eine Länge von rund sechseinhalb Kilometern, dazu kommen noch die vielen Querverbindungen und die Lüftungsschächte. „Insgesamt sind das noch einmal eine Tunnellänge von etwa zwei Kilometern. Diese müssen natürlich bergmännisch vorgenommen werden“, so Pircher beim „VN“-Lokalaugenschein.

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