LH Wallner erklärt viel kritisierten Kurz-Auftritt im Kleinwalsertal

Der Kanzler selbst hatte die Bevölkerung mehrmals gebeten, die Abstandsregeln einzuhalten
Der Kanzler selbst hatte die Bevölkerung mehrmals gebeten, die Abstandsregeln einzuhalten ©HANDOUT - APA/BUNDESKANZLERAMT/DRAGAN TATIC
So erklärt LH Markus Wallner die Emotionen der Menschenmenge beim Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz in Mittelberg.
So erklärt das Kanzleramt das Bad von Kurz in der Menschenmenge
Kanzler Kurz besucht das Kleinwalsertal
Reaktionen auf den Kurzbesuch im Kleinwalsertal

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner hat rund drei Wochen nach dem aufsehenerregenden Vorfall in Mittelberg eine Klarstellung zu den Vorgängen vom 13. Mai 2020 im Kleinwalsertal veröffentlicht.

Social Distancing? Wallner und Kurz waren damals umringt von zahlreichen Journalisten und Bregenzerwäldern - Foto: VN

Der erste offizielle Besuch außerhalb Wiens seit Beginn der Corona-Krise hatte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz sowie dem Landeshauptmann selbst heftige Kritik eingebracht. Kanzler und Landeshauptmann waren im Kleinwalsertal ohne Mundschutz unterwegs. Außerdem wurde der Sicherheitsabstand von einem Meter vielfach nicht eingehalten. 

So erklärt LH Markus Wallner heute die damaligen Geschehnisse.

Bundeskanzler Sebastian Kurz anlässlich des damaligen Treffens zur Grenzsituation in Mittelberg. - FOTO: APA/BUNDESKANZLERAMT/DRAGAN TATIC

Kurzbesuch ohne Mindestabstand: Anfragebeantwortung von Wallner

Eine Anfragebeantwortung nützte Landeshauptmann Markus Wallner zur Klarstellung der Vorgänge vom 13. Mai 2020 im Kleinwalsertal. So sei der Kanzlerbesuch von Anfang an als Arbeitstreffen geplant gewesen. Die etwa 150 bis 200 Personen auf dem Dorfplatz der Gemeinde Mittelberg hätten sich spontan eingefunden.

LH Wallner: "Ich bedauere"

Er habe, genauso wie Bundeskanzler Sebastian Kurz, vor Ort mehrfach um Einhaltung des Mindestabstands gebeten. „Dass das leider nicht immer funktioniert hat, bedauere ich“, räumt Landeshauptmann Markus Wallner in der Anfragebeantwortung ein.

Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie die Bewohner der Gemeinde beim Kurz-Besuch zusammenkamen, ohne sich an den in der Öffentlichkeit weiterhin vorgeschriebenen Mindestabstand von einem Meter zu halten.

Was gut gemacht wurde

Mit dem Bundeskanzler hat Wallner an besagtem Tag an zwei von der Gemeinde Mittelberg organisierten nichtöffentlichen Besprechungen teilgenommen. In dem Rahmen wären selbstverständlich Masken getragen und die Abstandsregeln eingehalten worden, heißt es in der Beantwortung der Landtagsanfrage. Die Teilnehmendenzahl sei ebenfalls begrenzt gewesen.

Umfassende Informationen vorab

Bereits im Vorfeld der beiden Arbeitstreffen habe die Gemeinde die Bevölkerung über verschiedene Kanäle informiert, dass es sich beim Besuch des Bundeskanzlers um keine öffentliche Veranstaltung handelt.

Am Besuchstag selbst wurde noch ein Flugblatt an die anwesende Bevölkerung verteilt mit dem Appell „zum Schutz Ihrer Gesundheit und auch aufgrund der anwesenden Medien die geltenden Covid-19-Regeln [...] einzuhalten".

Informationszettel der Gemeinde Mittelberg anlässlich des Kanzler-Besuchs

Eingemahnt wurden zudem ein Mindestabstand bzw. das Tragen von Schutzmasken.

Jedoch

Trotz mehrfacher Hinweise der Gemeinde bildete sich auf dem Dorfplatz spontan eine Menschenmenge von ca. 150-200 Personen.

So erklärt sich Wallner die Emotionen vor Ort

Eine Erklärung für die Emotion vor Ort sieht Wallner darin, dass das Kleinwalsertal wegen seiner besonderen geografischen Lage über mehrere Wochen quasi von der Außenwelt abgeschnitten war und die Grenzöffnung auch das wirtschaftliche Überleben vieler Tourismusbetriebe im Tal sicherstellt.

NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn hatte wegen der Nicht-Einhaltung der Corona-Maßnahmen in einer ersten Emotion sogar mit eine Klage gedroht - diese aber kurz darauf wieder fallengelassen.  

(Red.)

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