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Letzte Generation mit Sitzprotest und "Gehzeugen"

Die "Letzte Generation" war in Innsbruck und Wien aktiv - Und wurde dabei auch attackiert.
Die "Letzte Generation" war in Innsbruck und Wien aktiv - Und wurde dabei auch attackiert. ©Letzte Generation,
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Aktivisten der "Letzten Generation" waren am Dienstag wieder aktiv. In Innsbruck gab es einen Sitzprotest. In Wien liefen sie mit "Gehzeugen" am Ring auf.

Die Protestwelle der "Letzten Generation" setzt sich fort – am Dienstag gingen die Aktivisten in zwei Städten auf die Straße, um in der Klimakrise wirksame Schutzmaßnahmen einzufordern.

Die Aktivisten setzten sich in Innsbruck auf die Straße. ©Letzte Generation

Sitzprotest in Innsbruck

In Innsbruck wurde der Verkehr auf der Kranebitter Allee mit einem Sitzprotest unterbrochen. Drei Personen ärgerten sich darüber dermaßen, dass Anzeigen und eine kurzzeitige Festnahme folgten. Auch in Wien blockierte die "Letzte Generation" den Burgring, was umfangreiche Staus zur Folge hatte.

Mit dem Sitzprotest blockierte die "Letzte Generation" den Verkehr. ©Letzte Generation

Cornelia Mayr, 37, Produktmanagerin, saß in Innsbruck auf der Straße: "Als Bürgerin bin ich von dieser Regierung enttäuscht, weil keine Anstrengungen zu erkennen sind, die selbst gesetzten Klimaziele auch einzuhalten", erklärt sie in einer Aussendung. "Als Mutter bin ich verzweifelt, weil ich keinen anderen Weg sehe, mir Gehör zu verschaffen. Ich sitze hier neben Wissenschaftlerinnen, Großmüttern, Eventmanagerinnen und Lehrerinnen. Nach dem Protest fahre ich in die Arbeit. Ich will meinem Sohn einmal sagen können, dass ich alles mir mögliche unternommen habe, um ihm und womöglich seinen Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen."

Mit Joghurtgetränk beschüttet

Wie die Polizei gegenüber der APA erklärte, wurden in Innsbruck zwei Verkehrsteilnehmer wegen Ordnungsstörung angezeigt, nachdem sie sich lautstark über den Klimaprotest aufgeregt hatten. Ein weiterer schüttete einer Aktivistin gar ein Joghurtgetränk über den Kopf. Er wurde wegen Anstandsverletzung angezeigt, hieß es. Einer der Angezeigten musste sogar kurzzeitig festgenommen werden, weil er seine Daten nicht bekanntgeben wollte.

Nach Versammlungsgesetz angezeigt

Die 27 beteiligten Aktivistinnen und Aktivisten starteten mit der Blockade um 7.30 Uhr und verließen um 8.45 Uhr selbstständig die Fahrbahn, angeklebt war niemand. Für Öffis und Radfahrer war die Kranebitter Allee passierbar. Weil die Demonstrierenden ihre Versammlung nicht angemeldet hatten, wurden auch sie nach dem Versammlungsgesetz angezeigt.

In Wien marschierten die Aktivisten mit "Gehzeugen" auf. ©Letzte Generation

Wien: Protest mit "Gehzeugen"

In Wien wanderten Aktivisten in selbst gebauten "Gehzeugen" im Schneckentempo die Ringstraße entlang. Die Aktivisten wollten mit diesen selbst gebastelten Holzkonstruktionen aufzeigen, wie viel öffentlichen Raum Autos in der Stadt einnehmen. "Ich gehe auf die Straße, um unseren Wohlstand zu verteidigen", erklärt einer der Aktivisten, Florian Supe, 28, in einer Aussendung.

Mit einem Volvo XC90 lief dieser Aktivist mit. ©Letzte Generation

"Friedlicher Widerstand"

"Den vom Klimanotfall bedrohten Wohlstand, in einem Land mit Ernährungssicherheit, wenig Naturkatastrophen und ausreichend Trinkwasser zu leben", so der Mobilitätsanalyst. "Eine Politik, die wirksame Maßnahmen wie die 93 Forderungen aus dem Klimarat verweigert, können wir uns einfach nicht mehr leisten. Friedlicher Widerstand ist das letzte Mittel", meint der Aktivist.

Mehrere "Gehzeuge" waren unterwegs. ©Letzte Generation
Die Truppe bei ihrer Aktion am Ring. ©Letzte Generation

Aktion sorgte für Verzögerungen

In Wien wurde laut Polizei der Burgring mit einer Marschkundgebung blockiert. Laut ÖAMTC reichte der Stau vom Opernring bis zum Parkring in der Höhe vom Stubentor. Auch auf den Ausweichstrecken beim Schwarzenbergplatz und auf der sogenannten Zweierlinie – also der großen, stadtauswärts parallel zum Ring verlaufenden Verkehrsdurchzugsader – gab es Verzögerungen.

(VOL.AT/APA)

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