Lesung und Vorträge zum Themenbereich „Pflege“

Angelika Hämmerle,, Katharina Waibel, StR. Patrizia Tschallener, Gabi Bösch, Angela Jäger und LR Katharina Wiesflecker (v.l.).
Angelika Hämmerle,, Katharina Waibel, StR. Patrizia Tschallener, Gabi Bösch, Angela Jäger und LR Katharina Wiesflecker (v.l.). ©TF
 Hohenems. Rund 60 Gäste aus Bezau bis Rankweil folgte der Einladung der Emsbachinnen, die zum Abend mit dem Thema „Pflegeprozess – Pflegesystem – Pflegeregress“ in den Pfarrsaal St. Karl luden.
Großes Interesse für´s Thema Pflege

Nach der Begrüßung der Gäste durch Angela Jäger, Emsbachin und Geschäftsführerin des Betreuungspools, bot Gabriele Bösch einen sanften und etwas anderen Einstieg in den 13. Abend der Emsbachinnen. „Treten Sie ein, treten Sie ein!, sagt Frau Dr. Glück und tritt selbst zur Seite.“, las die Autorin aus ihrem unveröffentlichten Manuskript, in dem sie äußerst reflektiert und mit viel Gefühl das Leben einer Frau beschreibt, die eine andere Frau bei fortschreitender Demenz kennen und begleiten lernt. Neue Familienstrukturen, demographische Veränderungen und die Situation in vielen Familien, dass Hilfe von außen oft nicht gewünscht wird, bilden großen Herausforderungen sowohl für die Familien, in denen Betreuung und Pflege stattfindet, als auch bei den (vorrangig) Frauen, die aus einer anderen Kultur zu uns kommen um hier hilfebedürftige Menschen zu betreuen.

„In Vorarlberg gibt es eine vielfältige und sehr gute Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit, sei es das Solidaritätsmodell Krankenpflegevereine, das Case Management, die 24-Stunden-Betreuung oder der MOHI“, erklärte Angela Jäger. Und da Betreuung auch Begleitung braucht, hat sich vor einiger Zeit die Interessensgemeinschaft der pflegenden Angehörigen in Vorarlberg gegründet, deren Regionalkoordinatorin für Vorarlberg, Angelika Hämmerle, speziell auf die Anliegen der pflegenden Angehörigen einging.

 „Es braucht auch zunehmend eine Pflege der Seele, vor allem bei Demenz, bei Depressionen, bei Misstrauen der Pflegebedürftigen, aber auch bei pflegenden Angehörigen“, so Katharina Waibel, welche die Aufgaben des ambulanten gerontopsychatrischen Pflegedienstes erklärte. Auch die zuständige Landesrätin Katharina Wiesflecker war unter den Gästen und sprach sowohl über ihren persönlichen, familiären Zugang, als auch über Zahlen und Fakten des Landes Vorarlberg. „Der Nettofinanzierungsbedarf des Landes beim Pflegebudget betrug 2014 60 Mio. Euro. Mein Ziel ist im kommenden Jahr 2020 90 Mio. Euro zu veranschlagen, was eine 50% Steigerung während meiner Amtszeit bedeutet!“, so die Landesrätin.

Im Anschluss gab es Fragen, Diskussionen und Anregungen durch das Publikum, bevor es zum gemütlichen, kulinarischen Ausklang bei Lachstäschchen, Kartoffelsuppe und Getränken ging.

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