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Leichte Mädchen und Märchenstunden: Urteil in Korneuburg

©Bilderbox
Wegen Raubes musste sich am Montag am LG Korneuburg ein Trio verantworten. Opfer war ein Lkw-Fahrer, dem sich eine 23-Jährigebei Schwechat  als Prostituierte angeboten hatte.

Als der Oberösterreicher sie ins Führerhaus ließ, tauchten zwei Männer (28 und 30) auf und entrissen dem damals 41-Jährigen ein Goldkettchen.Der Lkw-Lenker, der versucht hatte, sich mit einem Springmesser zur Wehr zu setzen, blieb unverletzt und verständigte die Polizei. Da sich gerade eine Streife auf dem Areal an der S1 (Wiener Außenring-Schnellstraße) befand, gelang die Festnahme der Verdächtigen, die sich noch im Nahbereich des Tatortes befanden. Bei den folgenden Einvernahmen bestritten sie die Tat, in der heutigen Verhandlung gab es ebenfalls zwei widersprüchliche Darstellungen zu hören.

Nur die ‘Prostituierte’ bekennt sich schuldig

Einzig die Frau bekannte sich schuldig, gab aber an, von ihrem Lebensgefährten (28) zwecks Geldbeschaffung zur Prostitution und danach zur Falschaussage gezwungen worden zu sein. Andernfalls würde sie ihre beiden Kinder nicht wiedersehen. Die drei waren ihren Angaben zufolge bei Verwandten in Polen gewesen und wollten nach Italien fahren, wo der 28-Jährige arbeiten wollte. Dessen 30 Jahre alter Bekannter habe ihnen lediglich einen Gefallen getan und als Fahrer fungiert.

Auf dem Rastplatz habe ihr Lebensgefährte ihr gesagt, wie sie vorgehen solle. Mit dem Lkw-Lenker habe sie 20 Euro Lohn für die sexuelle Gefälligkeit vereinbart. Aus der Kabine habe sie mit ihrem Freund telefoniert, der in der Folge an die Scheibe klopfte. Daraufhin habe der Chauffeur ein Messer gezückt und sie habe ihm die Kette vom Hals gerissen, damit er ihr die Tür aufmache.

Es war einmal…

“Märchenstunde will ich keine hören”, sagte die Richterin, als der 28-Jährige schilderte, seine Lebensgefährtin hätte gemeint, sie wolle am Parkplatz spazieren gehen. Dann habe sie ihn angerufen, dass sie vergewaltigt worden sei und der Fahrer sie mit einem Messer bedrohe. Er sei mit dem 30-Jährigen zu dem besagten Lkw gegangen und habe sie schreien gehört. Dann habe seine Freundin ein Messer aus dem Fensterspalt geworfen und die Tür geöffnet, meinte der 28-Jährige. Dann seien sie zu ihrem Fahrzeug zurück gegangen, wo die Frau ihm die für Sex erhaltenen 20 Euro gezeigt habe – von einer Halskette wollte er nichts wissen.

“Kompletter Blödsinn”, meinte der als Zeuge geladene Lkw-Fahrer zu beiden Versionen. Die “Prostituierte” sei dort “herumgeschwirrt”, er habe eingewilligt und sie in seine Kabine mitgenommen, wo sie mit dem Handy “herumspielte”, statt sich auf die “Arbeit” zu konzentrieren. Als dann die Männer am Fenster auftauchten, sei alles “ruckzuck” gegangen. Der 28-Jährige habe ihn aus dem Fahrzeug gezerrt und die Frau habe dabei nachgeholfen. Möglicherweise sei die Kette beim folgenden Gerangel abgerissen, räumte er ein. Er habe danach getrachtet, schleunigst ins Führerhaus zurückzuklettern, die Tür verriegelt und einen Notruf abgesetzt. Der 30-Jährige habe in das Geschehen nicht eingegriffen.

Zwei Schuldsprüche

Mit zwei Schuldsprüchen hat am Montag am Landesgericht Korneuburg ein Prozess um einen Überfall auf einen Lkw-Fahrer nach gekauftem “Liebesdienst” geendet. Allerdings hielt die Anklage auf Raub nicht: Die Bulgarin (23), die sich dem 41-Jährigen am 26. Juli auf einem Autobahnrastplatz bei Schwechat um 20 Euro angeboten hatte, wurde wegen Nötigung zu sieben Monaten Freiheitsstrafe, davon fünf bedingt, verurteilt, ihr Lebensgefährte (28) – in seiner Heimat kein unbeschriebenes Blatt – wegen mehrfacher Nötigung und Diebstahls zu 15 Monaten unbedingt.

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