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Lehrermangel kurz vor Schulanfang: Wenn aus Studenten Lehrer werden

©Dietmar Stiplovsek, Symbolbild: APA
Kurz vor Schulanfang fehlen im Ländle immer noch Lehrer. Die Bildungsdirektion will nun offene Stellen mit Quereinsteigern besetzen.
Im Ländle fehlen noch Lehrer
Lehrermangel und Wartelisten

In rund eineinhalb Wochen beginnt auch in Vorarlberg das neue Schuljahr. Es fehlen in einzelnen Fächern, Schularten und Regionen jedoch immer noch Lehrer. Betroffen sind vor allem Volksschulen, aber auch die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Werken an Neuen Mittelschulen. Die Bildungsdirektion will nun eine Lösung gefunden haben: Quereinsteiger sollen aushelfen und so dazu beitragen, den Lehrermangel im Land in den Griff zu bekommen.

Berufsbegleitende Ausbildung

Im September werden in Vorarlberg 230 neue Lehrpersonen angestellt, nur 90 davon haben eine vollständige Lehramtsausbildung. "Ein erheblicher Teil davon sind angehende Lehrer, die aber noch nicht ganz fertig mit der Ausbildung sind", erklärt Andreas Kappaurer, Pädagogischer Leiter der Bildungsdirektion Vorarlberg, im VOL.AT-Telefoninterview.

"Andere Lehrer kommen quer in die Schule. Beispielsweise gibt es ausgebildete Diplomfachstudenten mit fertigem Studium in Physik oder Mathematik, die jetzt in den Schuldienst wollen". Die fehlende pädagogische Ausbildung folge dann berufsbegleitend an der Pädagogischen Fachschule. Der dafür speziell geplante Lehrgang beginnt im Oktober.

Kurz vor Schulanfang fehlen in Vorarlberg immer noch Lehrer.
© APA/Harald Schneider

Unterricht statt Pensionsantritt

Auch jene Lehrpersonen, die bereits das Pensionsalter erreicht haben, sind derzeit angehalten, länger im Dienst zu verbleiben."Wir brauche auch jene, die schon pensionsberechtigt sind", verdeutlicht Kappaurer im VOL.AT-Gespräch die angespannte Situation. "Wir haben tatsächlich eine Not, heuer alle Stellen zu besetzen, das wird nicht ganz einfach."

Es gebe aber durchaus auch Fälle, in denen ein Lehrer, der trotz Pensionsanspruchs ein Jahr länger an einer Schule blieb, jetzt durch eine neue Lehrkraft abgelöst wird.

Flächendeckender Einsatz

Die neuen Lehrkräfte werden an Schulen im ganzen Land eingesetzt. "Das verteilt sich auf Vorarlberg, auf die städtischen Bereiche genauso wie auf die ländlichen Bereiche", so Kappaurer. Betroffen sind unterschiedlichste Fächer: Etwa die beiden typischen Mangelfächer Naturwissenschaften und Mathematik, aber auch Gegenstände an Höheren Schulen. An Volksschulen können Personen, die Pädagogik, Erziehungswissenschaften oder Psychologie studiert haben, aber kein klassisches Lehramtsstudium besitzen, als Begleitlehrer eingesetzt werden.

Kappaurer ist optimistisch, was den Einsatz von Quereinsteigern angeht.
© Dietmar Stiplovsek

"Wie bei jedem anderen Neulehrer"

Zu Anfang des Schuljahres müsse sich die neue Situation erst einspielen. "Das ist wie bei jedem anderen Neulehrer auch", gibt der ehemalige Direktor der Bezauer Wirtschaftsschulen zu verstehen. Es brauche eine besondere Betreuung zu Beginn. "Jeder Neueinsteiger bekommt eine versierte und erfahrene Lehrperson an die Seite gestellt", so Kappaurer. Diese stehe bei Fragen zur Verfügung und helfe weiter. "Da versuchen wir auch wirklich die Betreuung möglichst so zu machen, dass sie nicht allein gelassen sind."

(Red.)

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