Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Lehrer wollen Bewertungs-App verbieten lassen

Der Schrecken aller Lehrer
Der Schrecken aller Lehrer ©APA - Georg Hochmuth
Die Bewertungen in der App könnten weder einer Klasse noch einem Unterrichtsfach zugeordnet werden und seien ob der fehlenden Kommentarfunktion viel zu unkonkret.
Neue Lehrerbewertungs-App

Wurden bislang nur die Schüler benotet, können ab sofort auch die Lehrer bewertet werden. Mit Sternchen in einer App. Fünf Sterne sind ein Einser, ein Stern ist ein Fünfer.

Die Kriterien für die Lehrerbewertung sind etwa: Vorbereitung, Fairness, Pünktlichkeit

Lehrer: Plattform ist ungeeignet

Die Lehrer befürchten Schlimmes und wollen die App verbieten lassen. Für sie ist die Plattform in ihrer jetzigen Form "schlichtweg ungeeignet". Ein sinnvolles Feedback-System müsse anders aussehen. „Einfach auf einen Stern in einer öffentlichen App zu klicken reicht für eine glaubwürdige Bewertung nicht aus“, kritisiert die Vorsitzende im Fachausschuss der BMHS in Vorarlberg, Katharina Bachmann (VLI). Die Bewertungen in diesem App könnten weder einer Klasse noch einem Unterrichtsfach zugeordnet werden und seien aufgrund der fehlenden Kommentarfunktion viel zu unkonkret. Die von der App gebotenen Informationen für die Bewerteten seien deshalb „nicht geeignet, um daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten“, zeigt Bachmann weitere Mängel der APP auf. Daran ändere auch die Möglichkeit der Bewertungen in Kategorien wie Unterricht, Fairness oder Pünktlichkeit mit einem Stern bis fünf Sternen nichts.

Bewertete können ihre Sicht der Dinge nicht darlegen

Die Bewertung der Lehrerinnen auf einer Skala von 1 bis 5 kritisiert auch der Vorsitzende im Fachausschuss der AHS in Vorarlberg, Gerhard Pušnik (VLI): „Die Schülerinnen haben keine Möglichkeit in ihrem Feedback zu beschreiben, was sie gut bzw. schlecht finden oder konkret wünschen. Vollkommen unakzeptabel ist auch, dass die bewerteten Lehrer*innen, genauso wie die bewerten Schulen, keine Möglichkeit für eine Rückmeldung haben. Es wird ihnen keine Möglichkeit geboten wird, ihre Sicht der Dinge darzulegen“. Eine wechselseitige und offene Kommunikation sei aber für eine erfolgreiche Evaluation in der Schule unbedingt erforderlich. Denn „Schule und Unterricht sind durch eine komplexe Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden geprägt, das ist nicht vergleichbar mit Taxifahrten und Restaurantbesuchen."

Diesem Umstand und der sich daraus ergebenden Herausforderung und Verantwortung werde diese APP in keiner Weise gerecht, stellt Gerhard Pušnik fest. Damit kann das Ziel der APP, „Schüler sollen den Unterricht mitgestalten dürfen“ (Zitat von Benjamin Hadrigan, dem Initiator der App), wohl nicht einmal annähernd erreicht werden.

Viele Lehrer sind skeptisch

Der 17-jährige App-Erfinder Benjamin Hadrigan möchte Lehrer mit seiner App "Lernsieg" anspornen, mehr an sich zu arbeiten. Viele Lehrer sind skeptisch. Unter anderem befürchten sie virtuelles Lehrer-Bashing. Die Schüler freuen sich indes darüber, den Spieß endlich umdrehen zu können.

Schüler in Österreich können ab sofort ihre Lehrer und Schulen per App bewerten. "Lernsieg" funktioniert nach dem Vorbild von Uber oder Airbnb.

Der Schrecken aller Lehrer: Benjamin Hadrigan - Foto: APA

Lehrergewerkschaft strikt dagegen

Die Lehrergewerkschaft bleibt auch nach der Präsentation bei ihrer Kritik an der neuen Lehrerbewertungs-App. Im Ö1-Mittagsjournal äußert der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) erneut Bedenken wegen Datenschutz und Persönlichkeitsrechten. Außerdem würden viele Lehrer seit Jahren über Werkzeuge des Bildungsministeriums Feedback ihrer Schüler einholen.

Kimberger hätte sich gewünscht, dass die Lehrervertreter bereits bei der Erstellung der App einbezogen und nicht erst im Nachhinein zur Mitarbeit eingeladen worden wären. Lehrer würden sich bewerten lassen, aber in einem wertschätzenden und respektvollen Rahmen. "Eine populistische App lehne ich ab." Die Macher der App würden daran verdienen wollen. "Das ist legitim, aber sicher nicht auf Kosten der Lehrerinnen und der Lehrer." Im Moment prüfe die Rechtsabteilung der Gewerkschaft, ob mit der App alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Sie würden die App am liebsten verbieten lassen.

App zur Lehrerbewertung gestartet

(APA)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Österreich
  • Lehrer wollen Bewertungs-App verbieten lassen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen