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Legasthenie: Videospiele fördern Lesefähigkeit

Geschwindigkeit und Genauigkeit wird durch rasche Reaktion verbessert.
Geschwindigkeit und Genauigkeit wird durch rasche Reaktion verbessert. ©Bilderbox/Symbolbild
Schnelle und chaotische Videospiele wirken sich positiv auf legasthenische Kinder aus und begünstigen deren Lesegeschwindigkeit. Dieses Ergebnis geht aus einer aktuellen Untersuchung der University of Padua hervor, für die 20 Sieben- bis 13-Jährige getestet wurden.

Die jungen Probanden mussten insgesamt zwölf Stunden innerhalb von zwei Wochen “Rayman Raving Rabbits”, ein Spiel ab dem Alter von drei Jahren, auf einer Wii-Konsole spielen. Nach dieser Übungszeit konnten die Forscher eine schnellere Lesegeschwindigkeit und eine gleichbleibende -genauigkeit feststellen.

Spiel zur Unterstützung

“Als unterstützende Trainingseinheit können derartige Videospiele eingesetzt werden. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, sie als einheitliche Therapie anzuwenden, da Lesen mehr Voraussetzung als die Schnelligkeit beinhaltet”, erläutert Lernberaterin Elfi Gamperl im Gespräch mit pressetext. Schnelle Übungen sind bereits Teil einer Behandlung von Kindern mit Dyslexie. “Der sogenannte ‘Ballon-Jäger’ als Teilleistungsprogramm bedarf einer schnellen Reaktion und wird in Bezug auf die optische Wahrnehmung eingesetzt”, ergänzt die Expertin. Hier müssen Kinder Ballone am Bildschirm aufplatzen lassen, die in unterschiedlicher Geschwindigkeit auftauchen. “Mit Hilfe dieser Übung kann auch die Auge-Hand-Koordination gefördert werden”, so Gamperl.

Ursachen meist unterschiedlich

Bevor eine Therapie gestartet wird, müssen Lernberater beziehungsweise Legasthenietrainer jedoch erstmals die Ursachen für Legasthenie getestet werden, um dann das adäquate Programm einzusetzen. “Die Ursachen können unterschiedlich sein und beispielsweise in der mangelnden Zusammenarbeit der Gehirnhälften, in Schwächen der Gleichgewichtswahrnehmung oder in der optischen sowie auditiven Wahrnehmung liegen”, schildert die Trainerin.

Leseschwäche “heilt” am schnellsten

“Eine Leseschwäche kann man am schnellsten fördern, im Gegensatz zu beispielsweise Dyskalkulie, einer Rechen- oder Rechtschreibschwäche. Der häufigste Grund für Erstere ist das Scheitern der Augen-Folge-Bewegung”, erklärt Gamperl. Die Augen machen während des Lesens einen Sprung und verlieren den Bezugspunkt. Hier kann zum Beispiel das Nachziehen von Achter-Schlaufen oder Kreisen als Training für die Augenmuskulatur Fortschritte bringen. (pte)

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