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Lech: Traditions-Firma Strolz beantragt Sanierungsverfahren

Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung
Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung ©Internetseite Strolz
Die Strolz GmbH hat am Donnerstag beim Landesgericht Feldkirch einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung gestellt.

"Sport & Modehaus Strolz"-Geschäftsführerin Olivia Strolz hat am Donnerstag den Antrag auf ein Sanierungsverfahren beim zuständigen Landesgericht Feldkirch eingereicht.

Die Gründe dafür liegen laut eigenen Angaben insbesondere in einem massiven Umsatzeinbruch seit dem ersten Lockdown im März 2020 und in der Fortführung der behördlichen Zwangsmaßnahmen über die laufende Hauptsaison hinaus. Das Lecher Sport & Modehaus ist unmittelbar vom bereits eingetretenen und drohenden Ausfall des Wintertourismus 2020/21 betroffen.

Überschuldung bei 12 Millionen Euro

In einem gewöhnlichen Wirtschaftsjahr liegt der Umsatz der Strolz GmbH bei rund 19 Millionen Euro. Die Höhe der Überschuldung beträgt laut einer Aussendung des Unternehmens abhängig vom Fortgang der Covid-19-Pandemie ca. 12 Millionen Euro.

Abhängig von der Entwicklung der behördlichen Maßnahmen soll eine schrittweise Wiedereröffnung erfolgen. Angedacht ist, das Stammhaus in Lech unter Berücksichtigung der dann geltenden gesetzlichen Vorgaben während der Weihnachtsfeiertage zumindest in Teilen für die Kunden zu öffnen. Eine schrittweise, generelle Wiederöffnung weiterer Filialen soll in Abhängigkeit der touristischen Entwicklung, wenn möglich Ende Jänner folgen.

60 Mitarbeiter betroffen

Olivia Strolz

Die knapp 70 Mitarbeitenden wurden bereits informiert. Von der aktuellen Schließung sind rund 60 Mitarbeitende unmittelbar betroffen. „Im Optimalfall müssen wir uns von jenen Mitarbeitenden nur vorübergehend trennen. Mit der möglichen Wiedereröffnung Anfang des Jahres sollen sie wieder eingestellt werden. Wir sind sehr optimistisch, dass sich die Situation rund um Covid-19 bis dahin etwas entspannt und wir wieder wie gewohnt nationale und internationale Kunden in unseren Geschäften begrüßen dürfen,“ zeigt sich Strolz zuversichtlich.

Umsatzeinbruch

Die Strolz GmbH betreibt insgesamt sieben Filialen in Lech, Zürs und Stuben. Das Hauptgeschäft entfällt auf die Wintersaison in den Monaten von November bis April. „30 Prozent unseres Jahresumsatzes erwirtschaften wir im Dezember. Dabei sind wir vor allem auf unsere Hauptkundschaft aus Deutschland, den Niederlanden oder Großbritannien angewiesen“, erklärt Strolz. Im Schnitt gibt es in Lech 180.000 Nächtigungen über die Weihnachtsferien. Durch die betriebliche Schließung und der frühzeitigen Beendigung der Wintersaison 2019/20 sowie Umsatzeinbußen von rund zwei Drittel ist das aktuelle Jahr wirtschaftlich ohnehin schon schwer verlaufen. „Aufgrund des zweiten Lockdowns im November, dem Ausbleiben von Nächtigungsgästen in der laufenden Wintersaison 2020/21 und der fehlenden Planungssicherheit über die Weihnachtsferien hinaus sind wir gezwungen, diese Schritte zu setzen,“ so Strolz, die das Unternehmen seit 2018 führt.

(red)

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