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Lebensraum für Fische unter Druck

Hard (VN) -  Den Lebensraum für Fische zu erhalten, diese Forderung stand im Mittelpunkt der Generalversammlung des Fischereiverbandes. Durch den Wasserkraft-Ausbau sehen die Fischer die Existenzgrundlage der Tiere beschnitten.

Die Forderung, den Lebensraum für die heimischen Fischarten zu erhalten, war das Schwerpunktthema der Generalversammlung des Fischereiverbandes für Vorarlberg, der die Interessen von über 10.000 Petrijüngern vertritt. Präsident Dr. Egon Helbok wies auf den wachsenden Nutzungsdruck hin, dem Fische und Kleinlebewesen in Bächen und Seen ausgesetzt sind. Der Verband sehe es als seine vordringliche Aufgabe an, die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit für Zusammenhänge im natürlichen Wasserkreislauf zu forcieren.

„Nur so können wir sensible Gewässer und artenreiche Fischbestände auch für die nächste Generation erhalten.“ Dem gegenüber stehe der geplante weitere Ausbau der Wasserkraftnutzung, der die Existenzgrundlage der Fische beschneide.

Landesrat: Herausforderung

Landesrat Erich Schwärzler wies vor den Fischereivertretern aus dem ganzen Land darauf hin, dass der einstimmige Beschluss des Landtages – „erfreulich über den üblichen Farbkasten hinweg“ – zum Ausbau der Wasserkraft bereits vor der Katastrophe in Japan fiel. Schwärzler betonte das Ja zur Wasserkraft, „aber nicht an der Fischerei vorbei“, die in Kraftwerksplanungen einbezogen werde. Beim Bau künftiger Wasserkraftwerke sei es eine „spannende Aufgabe und Herausforderung, die Lebensgrundlage für die Fische zu erhalten“. Noch „erstklassig“ natürliche Fließgewässer sollen vorläufig nicht zur Energiegewinnung herangezogen werden.

Finger auf Wunden

Doch den Finger auf einige seit Jahren schwärende Wunden legte der Bericht des Obmannes des Revierausschusses Werner Melchhammer, den sein Stellvertreter Hubert Stroppa vortrug. Fehlende Gehölzstreifen an Gewässern seien nur ein buchstäbliches Randproblem gegen die Tatsache, dass etwa Lutz und Frutz seit dem Hochwasser nicht mehr durchgehend benetzt seien und die kärgliche Restwassermenge versickere, was Rettungsaktionen fürFische notwendig mache.

In der Bregenzer und Dornbirner Ache sei die Situation in wasserarmen Monaten nicht viel besser. Melchhammer malte an die Wand: „Nun kommt noch erschwerend dazu, dass jedes noch so kleine Bächlein für die Stromerzeugung genutzt werden soll, da es sich offensichtlich um Ökostrom oder erneuerbare Energie handelt.“ Eine Modernisierung der kleineren alten Anlagen brächte mehr als die Gesamtleistung des Walgaukraftwerkes.

Vögel weiter Problem

Mit aktuellen Zahlen von der Kormoranfront wartete der amtliche Fachbereichsleiter für die Fischerei Mag. Nikolaus Schotzko auf. Die Kormorane haben zwar das Brüten am Vorarlberger Bodenseeufer eingestellt. Zwischen 150 und 350 Jungvögel beziehen aber weiter Schlafplätze an der Fußacher Bucht und gehen auch auf Fischjagd. Den Schwerpunkt bildet aber nun die Kolonie im Eriskircher Ried östlich von Friedrichshafen, wo gegenwärtig 260 Kormoranpaare ihre Nester angelegt haben. An den Binnengewässern bilden die Graureiher ein Problem, die behördlichen Abschussgenehmigungen wurden nur teilweise erfüllt. (VN-GG)

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