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Lauter Flaschen in der neuen Fassade

Bregenz – Rundgang im Rohbau: Das Landesmuseum steht im Groben. Nun wachsen Plastikflaschen aus den Wänden.

Das große Loch am Kornmarktplatz ist verschwunden. Stattdessen ziehen sich die Wände des Landesmuseums wieder hoch in den Himmel, bis ins fünfte Geschoss. Gerade wird am Dach gearbeitet, schließlich soll Ende Monat Richtfest gefeiert werden. Auch die Fassade wird nun gegossen, und das endgültige Kleid zeigt sich immer klarer. Hinter den Plastikplanen, die die Außenwände während der Bauarbeiten schützen sollen, werden weitere Objekte aus Kunststoff sichtbar. Aus dem glatten Sichtbeton wölben sich Plastikflaschenböden nach außen. Aus Beton, wohlgemerkt.

Kunstprojekt

Die Fassade gehört nicht direkt zum Entwurf des Architektenduos Cukrowicz Nachbaur. Sie hat der Künstler Alois Mayr als „Kunst und Bau“-Projekt entworfen. Wie kam er auf die Idee, PET-Flaschen aus dem Landesmuseum wachsen zu lassen? „Ich habe mich mit dem Inventar des Museums beschäftigt und bin dabei auf Schalen aus der Römerzeit gestoßen“, erklärt Mayr. Auch diese hatten oft markante Muster und wurden in Massenproduktion hergestellt – bis zu 10.000 Stück in einem Brennvorgang. Das Pendant dazu fand er in der heutigen Zeit in den Plastikflaschen, die ebenso allgegenwärtig sind wie eben früher die Tonschalen. „Die Fassadenteile werden Stück für Stück direkt vor Ort betoniert“, erklärt Bauleiter Klaus Schedler bei einem Rundgang. Auch ein Mathematiker war mit an Bord. Urs Roth sorgte dafür, dass das Muster insgesamt unregelmäßig aussieht, obwohl immer wieder die gleichen drei Muster verwendet werden. Drei verschiedene Negative stehen als Gussformen zur Verfügung. Dreizehn verschiedene Plastikflaschenböden wurden darauf platziert.

Gegen Noppenstruktur

Nicht allen gefällt das Design. FPÖ-Chef Dieter Egger hatte etwa bereits in einer Landtagsanfrage mokiert, dass die „Noppenstruktur“ nicht dem Siegerprojekt entspreche. Stimmt nicht, antwortet Landesstatthalter Markus Wallner. Es sei von Anfang an geplant gewesen, die Fassade im Rahmen von „Kunst und Bau“ eigens auszuschreiben. Diese sei von Mayr in Abstimmung mit den Architekten Cukrowicz und Nachbaur entwickelt worden. Die Entscheidung fällte die Baukommission nach dem Vorschlag des „Kunst und Bau“-Beirats.
 
Bürgerforum Bregenz:
Wie ist Ihre Meinung zur neuen Fassade? Das VN-Bürgerforum ist eine Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Infos: vn.vol.at/buergerforum

 

 
VN: Iris Burtscher
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