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Lauberhorn-Abfahrt: Raus aus dem Österreicherloch?

Toni Sailer auf dem Lauberhorn 1958. Er gewann dort vier Mal (1955-58)
Toni Sailer auf dem Lauberhorn 1958. Er gewann dort vier Mal (1955-58) ©APA
1954 stürzten gleich mehrere österreichische Topfavoriten auf der buckeligen Piste auf dem Lauberhorn. Inzwischen wurde die Strecke eingeebnet. Und doch ist das "Österreicherloch" allgegenwärtig. Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher stecken unsere Ski-Asse in der Krise. Am kommenden Wochenende (17-19 Januar) wollen Kriechmayr und Co. das in Wengen ändern.
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Es ist der 9. Januar 1954. Österreichs Top-Athleten reisen alle nach Wengen, um sich auf dem berüchtigten Lauberhorn mit der Welt zu messen. Alle Ski-Größen dieser Zeit treffen an diesem Wochenende aufeinander. Schweizer Medien sprechen von einer "hochdekorierten" Besetzung. Erstmals ist auch Toni Sailer dabei.

Toni Sailer (1956), AP

Er ist gerade 18 Jahre alt. Ein damals noch junger Bursche am Anfang seiner Karriere, den Jahrzehnte später Größen wie Hermann Maier oder Christian Neureuther zum Vorbild nehmen. Der "Schwarze Blitz aus Kitz", der erste österreichische Superstar.

Über jenen Tag am 9. Januar 1954 sagt Sailer:

"Ich war so überfordert von diesem gewaltigen Tempo. Ich hatte so Angst, dass ich den Herrgott um Hilfe ersuchte."

Toni Sailer (1958), APA

Das Lauberhorn 1954: Noch nie sind so viele Pressevertreter an der buckeligen, stark kupierten Piste. Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt von der "wichtigsten alpinen Konkurrenz dieses Winters". Mit enormer Geschwindigkeit schießen die Profis die Abfahrt hinunter. "Am Ziel sprachen viele von einem sehr schweren Rennen, und man glaubte es ihnen ohne weiteres, wenn man die von den Anstrengungen gezeichneten Gesichter sah", so die Zeitung weiter.

Ein Eindruck von der Abfahrt 1961, nur wenige Jahre später.

"Bereits ordentlich durchgeschüttelt erreichte der Fahrer oberhalb der Hanneg, im folgenden Schusshang und nach einem nahrhaften Wellenreiten unterhalb der Wegscheide die Pumps, die ein in diesem Ausmass kaum erwartetes Favoritensterben verursachten", wird die NZZ auf "Watson.ch" zitiert.

Toni Sailer (1958) auf dem Lauberhorn, APA

Besonders drei tückische Buckel schütteln die Profis durch. 18 Läufer scheiden durch Sturz oder Disqualifikation aus. 18 weitere Fahrer sind gar nicht gestartet. Im Seilersboden erwischt es gleich sieben Österreicher.

Darunter auch Toni Sailer:

"Mit gebrochenem Ski haben sie mich herausziehen müssen."

Toni Sailer (1956), EPA

Auch die Favoriten Walter Schuster, Hans Senger und Vorjahressieger Anderl Molterer stürzen alle an der gleichen Stelle. Der Begriff Österreicherloch ist geboren.

Dennoch: Mit Christian Pravda gewinnt ein Österreicher das Rennen und stellt mit einer Zeit von 3:23,2 Minuten einen neuen Streckenrekord auf. Dem Zweitplatzierten nimmt er 11 Sekunden ab, dem Dritten gar 18 Sekunden. Sie fahren alle vorsichtiger, um nicht das Schicksal von Sailer und Co. zu teilen.

Raus aus dem Österreicherloch?

2020. Die Buckel auf dem Lauberhorn sind längst verschwunden, die Strecke eingeebnet, die Passage zwischen Silberhornsprung und Ziel-S längst kein Hindernis mehr. Und doch ist das "Österreicherloch" dieser Tage allgegenwärtig. Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher stecken unsere Ski-Asse in der Krise. Im Nationencup haben uns die Erzrivalen aus der Schweiz überholt. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren. Am kommenden Wochenende (17-19 Januar) wollen Kriechmayr und Co. das ändern.

APA

(Red.)

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