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Langer Weg bis zur Platzreife

Lech - Lecher Golfprojekt geht ins Behördenverfahren. Naturschutzanwältin äußert Bedenken.
Projektplanung für 9-Loch-Anlage

Vom Drive bis zum Putten im Zugertal sind Golffans noch weit entfernt. Zwischen Abschlag und Einlochen in idyllischer Landschaft um Lech ergibt sich gleichsam ein Handicap, das sich Umweltverträglichkeitsprüfung nennt. Diese hohe Hürde wollen die Golfplatzinitiatoren um den Lecher Hotelier und Golfclubpräsidenten Clemens Walch nach einigen Verzögerungen nun angehen. „In den nächsten Tagen liegen alle erforderlichen Unterlagen vor, so dass das Gesamtpaket geschnürt wird und wir das Golfplatzprojekt beim Land einreichen werden.“ Zwei Jahre intensiver Planungs- und Organisationsphase haben Clemens Walch und seine Mitstreiter hinter sich, um jetzt den entscheidenden Schritt ins UVP-Verfahren für das 2,5-Millionen-Euro-Projekt zu setzen. Vorgesehen ist im Zugertal eine 9-Loch-Golfanlage mit Clubhaus und 30 Parkplätzen auf einer Fläche von 19 Hektar. Unmittelbar für den Spielbetrieb werden neun Hektar benötigt. Die Gemeinde unterstützt den Golfplatzbau und mit den einzelnen Grundeignern wurden Optionsverträge geschlossen.

Aufwendiges Verfahren

Die Umweltverträglichkeitsprüfung bedeutet eine umfassende Untersuchung des Vorhabens und bezieht alle direkten und indirekten Auswirkungen auf die Umwelt und die Natur, aber auch auf die Gesellschaft und die Wirtschaft mit ein. Im Zuge der UVP werden in allen relevanten Fachbereichen – angefangen von Wasserbau und Gewässerökologie über Geohydrologie, Fauna und Vegetation bis hin zu Natur- und Lärmschutz – durch rund 30 Sachverständige Gutachten erstellt und durch Behördenexperten und Verfahrensparteien bewertet. Die Lecher Golfplatzwerber stellen sich auf einen UVP-Marathon ein, hoffen aber bis im Frühsommer 2011 auf einen positiven Bescheid. Clemens Walch: „Mit dem Hauptaugenmerk auf eine naturverträgliche Gesamtanlage haben wir das Projekt akribisch vorbereitet.“ Die detaillierten Golfplatzpläne will Naturschutzanwältin Katharina Lins genau unter die Lupe nehmen. Für sie ist indes jetzt schon klar, „dass dieser Golfplatz ein großflächiger Eingriff sein wird.“ Das Zugertal sei zwar kein Schutzgebiet, aber es handele sich um eine bislang weitgehend naturnahe, traditionell genutzte Landschaft. „Gerade in dieser Höhenlage, auf extensiv genutzten Landwirtschaftsflächen und im Nahbereich von intakten Fließgewässern wird ein Golfplatz zu massiven Lebensraumverlusten führen“, argumentiert die Naturschutzanwältin. „Falls so ein Projekt bewilligt wird, braucht es ganz spezielle Ausgleichsmaßnahmen, wo ökologische Verbesserungen möglichst in der Nähe vorgesehen werden.

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