AA

Ländle Metzg: „Manche der beschuldigten Betriebe wurden von uns ausgeschlossen“

Der vom VGT aufgedeckte Skandal schlägt hohe Wellen im Ländle und darüber hinaus.
Der vom VGT aufgedeckte Skandal schlägt hohe Wellen im Ländle und darüber hinaus.
W&W sprach anlässlich des Schweinefleisch-Skandals mit renommierten Fleischern und Manuel Gohm, Pressesprecher der Ländle Metzg, über Fleischqualität, strenge Auflagen und bei welchen Betrieben man als Konsument auf der sicheren Seite ist.
Schockierende Bilder
Politik verlangt Konsequenzen
Fleischskandal in Vorarlberg
"Mit fremden Federn geschmückt"
Bei Probekauf belogen

„Ein Bericht wie jener von W&W über den Schweinefleisch-Skandal, hat Wirkung“, ist Gohm überzeugt. „Ich lese so etwas eigentlich gerne, denn dadurch werden Kunden wachgerüttelt, nicht allem blind zu vertrauen, sondern nachzufragen. Solche Praktiken schaden nicht nur den Tätern, sondern der ganzen Branche. Auch den Metzgern, die strenge Auflagen auf sich nehmen und sich daran halten. Wir sind froh, dass keine Ländle-Metzg dabei ist, trotzdem werden jetzt alle hinterfragt. Man sollte aber keinesfalls alle über einen Kamm scheren.“

„Frühere Ländle-Metzger“

Gegenüber W&W verweist Gohm darauf, dass manche der beschuldigten Metzger aus Ländle Metzg scheiden mussten: „Mit der Unterzeichnung des Partnervertrages erklären sich die Ländle Metzg Betriebe bereit, die Qualitätsrichtlinien verbindlich einzuhalten. Diese Betriebe werden von uns sowie von externen Kontrollstellen jährlich mindestens zwei Mal überprüft. Solch strenge Auflagen wollten oder konnten manche nicht erfüllen, weshalb sie aus der Ländle Metzg ausgetreten sind oder ausgeschlossen wurden. Das Programm ,Ländle Metzg Schwein‘ garantiert Züchtern um rund 30 Prozent bessere Preise und den Kunden lückenlose Kontrolle vom Züchter bis zur Theke.“

Qualitätsmerkmal Ländle-Metzg: 3G-Herkunftsprinzip

„Mithilfe des Ländle Gütesiegels sollen echte Vorarlberger Produkte in konventioneller und in Bio-Qualität ausgezeichnet werden. Dieses Gütesiegel richtet sich nach dem so genannten 3G-Herkunftsprinzip“, erklärt Gohm. „Der Konsument kann sich beim Kauf von Fleisch vom Ländle Metzg Schwein darauf verlassen, dass die Tiere in Vorarlberg gehalten, gefüttert und geschlachtet wurden. Produkte mit dem Ländle Gütesiegel sind sicher, regional, gentechnikfrei, umwelt- und tierfreundlich sowie unabhängig kontrolliert.“ Alle Teilnehmer des Ländle Metzg Schwein Programmes seien davon überzeugt, dass nur der persönliche Kontakt zum Konsumenten und sein Vertrauen in die heimischen Landwirte ein Weiterbestehen der regionalen Landwirtschaft ermöglichen können. „Neben der Sicherheit für Konsumenten unterstützt das Siegel ein faires Preisniveau für die Landwirte und eine Erhöhung der Eigenversorgung im Ländle“, betont der Geschäftsführer der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH abschließend.

3 Statements von Ländle-Metzg-Betrieben

Jörg Mangold, Weiler: „Ich finde es schlecht, nun alle Metzger in einen Topf zu werfen. Ich beziehe mein Schweinefleisch direkt von Andreas Hartmann aus Feldkirch, ohne Zwischenhändler. Ich kann nur jedem Kunden empfehlen, in den Metzgereien nach dem Verkehrsschein zu fragen. Dort ist genau die Herkunft ersichtlich.“

Martin Fink, Dornbirn: „Ein derartiger Vertrauensbruch am Kunden ist eine echte Katastrophe. Wir stehen zu 100 Prozent hinter unseren Produkten und unterstützen die Vorarlberger Bauern, schon seit Generationen. Unsere Tiere werden auch keinem unnötigen Transport- Stress ausgesetzt, was sich auch auf die Fleischqualität auswirkt.“

Christof Klopfer: „Unsere Kunden wissen, was sie bei uns bekommen. Wir arbeiten schon seit 125 Jahren mit Vorarlberger Bauern eng zusammen. Bei uns wird Transparenz groß geschrieben. Wir scheuen auch keine Kontrollen. Man darf nicht alle verurteilen. Wer seine Kunden belügt hat aber die rechtlichen Konsequenzen zu tragen.“

VGT-Petition zur Kennzeichnungspflicht

Aufgrund des aktuellen Fleischskandals hat der Verein gegen Tierfabriken die Petition „Schluss mit dem Ettikettenschwindel“ gestartet. Darin wird eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch verlangt, die belegen soll, wie artgerecht oder intensiv die Tiere gehalten wurden. Die Petition auf www.fleischherkunft.at hat bereits über 1500 Unterstützer (Stand gestern).

Hier die ganze WANN & WO-Ausgabe online lesen

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Ländle Metzg: „Manche der beschuldigten Betriebe wurden von uns ausgeschlossen“
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen