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Kyoto-Bericht: Weiterhin Anstieg

Die Lage im heimischen Klimaschutz ändert sich auch mit dem neuen Kyoto-Fortschrittsbericht des Umweltbundesamtes (UBA) mit den aktuellsten Daten weiter nicht zum besseren.

Hauptverantwortlich dafür sind Anstiege in den Bereichen Verkehr, Industrie und Kleinverbrauch, wie aus dem Papier hervorgeht, das der APA vorliegt. Während die drei Sektoren im derzeit aktuellsten Datenjahr 2005 starke Anstiege zu verbuchen hatten, waren die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung niedriger. Vor allem Verkehr, Kleinverbrauch und Industrie lagen deutlich über den Zielwerten der neuen Klimastrategie.

Eine Tonne CO2-Äquivalente hat allein die Industrie 2005 mehr ausgestoßen als ein Jahr davor. Der Grund liegt laut UBA in der gestiegenen Produktion in der Eisen- und Stahlerzeugung. Nimmt man diesen Bereich heraus, hätte die Industrie gegenüber 2004 sogar 1,3 Prozent eingespart.

Im Sektor Raumwärme und Kleinverbrauch resultiert der Anstieg um rund eine Mio. Tonne aus dem Zuwachs der Heizgradtage, was einer Steigerung von 7,2 Prozent entspricht. Der größere Anteil entfällt dabei auf die einzelnen Haushalte: 62 Prozent der Emissionen werden von privaten Wohnungen und Häusern verursacht. Die jährlichen Schwankungen der kalten Tage halten sich seit 1990, dem Basisjahr für das Kyoto-Ziel übrigens die Waage. Im Durchschnitt blieben die Emissionen laut UBA konstant.

Besonderer Handlungsbedarf im Bereich Verkehr

Besonderen Handlungsbedarf attestiert das UBA im Bereich Verkehr: Hier sind Emissionen 2005 noch einmal um 0,7 Mio. Tonnen gestiegen. Im Verlauf der vergangenen 15 Jahren hatte dieser Sektor außerdem den mit Abstand stärksten absoluten Zuwachs: Die in Österreich emittierte Menge hat sich seit 1990 um ganze 91,6 Prozent gesteigert. In absoluten Zahlen ist der Treibhausgasausstoß seit 1990 um 11,7 Mio. Tonnen gestiegen.

Neben einem verstärkten Verkehrsaufkommen in den vergangenen 15 Jahren spielt auch der Tanktourismus auf Grund der hier zu Lande billigeren Spritpreise als in Deutschland und Italien eine große Rolle: Die Emissionen im Inland sind von 2004 auf 2005 um 3,1 Prozent gestiegen, während die Straßenverkehrsleistung mit 0,5 Prozent sogar marginal rückläufig ist. Da zur Berechnung der Verkehrsemissionen die getankten Treibstoffmengen dienen, fließen auch jene Emissionen in die heimische Bilanz ein, die eigentlich von deutschen oder italienischen Autofahrern im Ausland in die Luft geblasen werden, nachdem sie in Österreich getankt haben.

Der Sektor Stromerzeugung hat seine Emissionen um 0,2 Millionen Tonnen verringert.

Am schlechten Gesamtbild ändert sich auch im neuen Fortschrittsbericht nichts: Mit 93,3 Millionen Tonnen hat Österreich nach den jüngsten Zahlen einen neuen Emissionsrekord erreicht. Statt einer Reduktion von 13 Prozent im Vergleich zu 1990, wie dies die heimische Kyoto-Verpflichtung vorsieht, gab es 2005 ein Plus von 18 Prozent. Österreich muss seine Emissionen um insgesamt ca. 24,6 Mio. Tonnen senken, um sein völkerrechtlich verbindliches Klimaziel im Jahr 2012 auch einhalten zu können. Dazu hat die Bundesregierung bereits eingeplant, dass 9 Mio. Tonnen aus dem Ausland über so genannte Grüne Investitionen zugekauft werden sollen.

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