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"Kuss-Gate" bei der WM: Jetzt bricht sie ihr Schweigen

Hermoso fordert jetzt Konsequenzen.
Hermoso fordert jetzt Konsequenzen. ©APA/AFP/SAEED KHAN, Screenshot
Der Druck auf Spaniens Verbandschef Rubiales wird nach dem Kuss-Eklat größer.

Der Druck auf Luis Rubiales, den Präsidenten des spanischen Fußballverbandes RFEF, nimmt zu. Anlass ist ein - offensichtlich nicht ganz einvernehmlicher oder von der Spielerin gewollter - Kuss zwischen ihm und der Weltmeisterin Jennifer Hermoso.

©Screenshot Futpro

Als Reaktion darauf hat der Verband eine außerordentliche Generalversammlung für diesen Freitag anberaumt. Hermoso und die Spielerinnengewerkschaft Futpro haben nun in einer gemeinsamen Erklärung "beispielhafte Maßnahmen" gegen Rubiales gefordert.

Würde der Frauen

In dem Statement betonen sie: "Wir verurteilen entschieden Verhaltensweisen, die die Würde der Frauen verletzen." Sie kritisieren Rubiales' Handlungen als "inakzeptabel" und fordern den Verband auf, die Rechte der Spielerinnen zu schützen.

Rubiales mit Hermoso in der Kabine. ©Reuters

Appelle an die Politik

Die Gewerkschaft betont, dass das Nationalteam von Persönlichkeiten vertreten werden sollte, die Werte wie Gleichheit und Respekt verkörpern. Sie richten ihre Forderungen nicht nur an den Fußballverband, sondern auch an politische Entscheidungsträger. Sie appellieren an den Obersten Sportrat, Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung, Machismus und Sexismus zu unterstützen.

Bereits vor Futpro hatten andere Gewerkschaften Konsequenzen gefordert. Die Fifpro bezeichnete Rubiales' Kuss als "unangemessenes Verhalten", das den Triumphmoment der spanischen Spielerinnen "beschmutzt" habe.

Das sagt Hermoso

Nach dem Titelgewinn äußerte sich Hermoso in einem Instagram-Livestream: "Mir hat es nicht gefallen. Aber was soll ich machen?" Später veröffentlichte der Verband ein Statement, das Hermoso zitierte. Allerdings behauptete das Portal "Relevo", dass diese Aussagen ohne Hermosos Wissen gemacht wurden und sogar erfunden seien.

Der Oberste Sportrat, das höchste Sportgremium in Spanien, meldete sich ebenfalls zu Wort. CSD-Präsident Victor Francos betonte: "Wenn der Fußballverband keine Entscheidung trifft, sind wir bereit." Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kritisierte den Kuss als "inakzeptabel" und forderte weitere Klärungsschritte von Rubiales.

Gesellschaftliche Reaktionen

Ángel Torres, Präsident des FC Getafe, forderte Rubiales' Rücktritt und appellierte an Ministerpräsident Sánchez, einzugreifen. Der Kuss-Eklat ereignete sich bei der Siegerehrung nach dem 1:0-Finalsieg gegen England in Sydney und löste in Spanien eine Welle der Kritik aus. Während viele Rubiales' Rücktritt fordern, verteidigen einige Medien den Verbandschef. Die Sportzeitung AS titelte beispielsweise "Jenni lässt Rubiales fallen", was in den sozialen Medien für Diskussionen sorgte.

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