Kunsttischler Gerhard Kolb liebt Altes

Lauterach - Schon als Kind spielte der Lauteracher Gerhard Kolb am liebsten in Großvaters Tischlerwerkstätte. „Mein Großvater machte Einlegearbeiten und die winzigen Holzteilchen hatten es mir angetan“ erinnert sich Kolb.

In Kolbs Werkstatt in Lauterach stehen neben uralten Kästen, Tischen und Stühlen auch Nähmaschinen und zerschlissene Sofas. Die Nähmaschine benötigt einen neuen Untersatz, bei einem mächtigen Schrank aus dem Schattenburgmuseum werden gerade die fehlenden Profile ergänzt. Das ist Feinarbeit, denn das Gesamtbild des Möbelstücks sowie die Patina müssen erhalten bleiben.
Der gelernte Tischler hat sich immer schon für Holz interessiert. „Holz ist ein weicher, warmer Arbeitsstoff“, sagt Kolb, „niemals könnte ich mit Metall arbeiten“. Nach der Tischlerlehre im Traditionsbetrieb Johann Neier verschlug es den jungen Mann nach Kärnten. Dort absolvierte er eine Holz- und Steinbildhauer-Ausbildung und erlernte das Schnitzhandwerk. „Tischler zu sein war mir einfach zuwenig. Ich wollte mehr schaffen und lernen“, so Kolb.
Es muss sich rentieren
Nach seiner Rückkehr nach Vorarlberg verlegte sich Kolb auf das Restaurieren von Antiquitäten. Das Schnitzhandwerk kam dem Kunsttischler dabei sehr zugute. Denn häufig müssen Ornamente oder Reliefs von alten Möbeln von Hand nachgeschnitzt werden. „Oft stoße ich zufällig auf Stücke, die wahre Raritäten sind“, erzählt Kolb, „so kam ich einmal bei einer alten Dame vorbei, die mir einen Tisch schenken wollte“. Nach der Restauration war sie so begeistert, dass sie mir meine Arbeit bezahlte und den Tisch wieder mitnahm“, lacht Kolb.
„Es muss sich rentieren“, ist Kolb überzeugt. „Manchmal werde ich zu Kunden gerufen, die glauben im Besitz eines wertvollen Stückes zu sein“. Leider muss er die Leute manchmal enttäuschen. Denn nicht alles was alt ist, ist auch wertvoll. Denn „rentieren muss es sich schon. Ich schaue mir die Sachen an und mache dann den Leuten ein Angebot“.
Der schönste Auftrag Kolbs war ein uraltes Bauernhaus im Bregenzerwald, dessen gesamtes Täfer es zu restaurieren galt. „Wenn mir aber jemand einen Stuhl zum Flicken bringt, dann mache ich das auch“, so der Kunsttischler abschließend.

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