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Kunsterlebnis für Bregenzer Schüler:innen

Mut zur Kunst, Mut zur Umsetzung! Marco Spitzar gibt Einblicke und ermuntert dazu durchzuhalten, wenn's auch nicht immer ganz leicht ist.
Mut zur Kunst, Mut zur Umsetzung! Marco Spitzar gibt Einblicke und ermuntert dazu durchzuhalten, wenn's auch nicht immer ganz leicht ist. ©Marco Spitzar
Bregenz am 2. Dezember: „Wie viele UHU-Flaschen brauchen Sie denn im Monat, Herr Spitzar?“ Ja, das ist eine gute Frage, sind schon ein paar (lacht).
Kunsterlebnis und Workshop für Bregenzer Schüler:innen

Diese und manch andere Frage stellten Schüler:innen beim Kunst-Workshop mit Marco Spitzar

An diesem Freitag folgten über 60 Schülern:innen der Einladung von Marco Spitzar zum UHU-Klebekunst-Workshop in die Sylvia Janschek Art Gallery. Es ging dabei um ein haptisches Erleben und das Ausprobieren neuer Techniken mit UHU-die flinke Flasche, in Verbindung mit Wachskreide, Holz- und Buntstiften. Auch mit Collagen und Materialien aus Hochglanzmagazinen wurde gearbeitet. Jede:r Teilnhemer:in durfte sich ganz nach eigenem Können und Wollen ausdrücken, ein schönes freies Werken.

„Hier geht es zu wie in einem Bienenstock!“, lacht Galeristin Sylvia Janschek und zeigt sich von den motivierten und freundlichen jungen Besucher:innen begeisterst. Die jugendlichen Künstler:innen im Alter von 13 bis 15 Jahren gaben sich im 2-Stunden-Takt förmlich gegenseitig die Galerie-Tür-Klinke in die Hand. Dies über den ganzen Tag hinweg. Gestartet wurde am Vormittag pünktlich um 10 Uhr, als die erste Schulklasse mit über 20 Jugendlichen, bestehend aus der ersten Oberstufe des BG Blumenstraße, mit ihrem Kunstlehrer, Herrn Daniel Rendón, in der Galerie eintrafen. Gleich darauf folgten weitere 23 Schüler:innen des Kreativzweigs der Unterstufe, ebenfalls mit Herrn Rendón, welchem sehr wenig Zeit für den Wechsel blieb und der somit an diesem Freitag eine sportliche Hochleistung vollbrachte.

Um den Schüler:innen den Einstieg in die Kunstwelt zu erleichtern und schon die ersten kreativen Momente zu erleben, gab es gleich zu Beginn ein anspruchsvolles Bildersuchen. Dafür durfte jeweils ein Kärtchen mit einem Titel gezogen werden. Mit der Frage: „Welches Bild könnte nun zu diesem Titel passen?“, machten sich die jungen Teilnehmer:innen sogleich auf die Suche. Da Spitzar aber so gut wie in all seinen Werken einen leicht ironischen Kunstzugang wählt, gleichzeitig aber mit starkem Bezug zur Kunstgeschichte arbeitet, war das keine einfache Aufgabe.

Zum Glück halfen alle mit, selbst Organisatorin Marion Morik (Büro Dialog) und die Galeristin selbst, kamem zum Handkuss und halfen beim Suchen. Danach durften die Schüler:innen ihren Platz einnehmen und lauschten gespannt den Erzählungen des Kunstschaffenden, der sich im Anschluss noch Zeit für gemeinsame Überlegungen nahm und meinte: „Die stellen richtig gute Fragen!“. Spitzar betonte danach, dass es sehr beeindruckend wäre, worüber die jungen Leute nachdenken würden.

Es entstanden auch berührende Momente, da mach eine:r der jugendlichen Workshopteilnhemer:innen sich den Rat der Kunstvermittlerin Elvira Flora zu Herzen nahm und bewusst eigene Sorgen und Ängste in die Arbeit einfließen ließ. So entstanden unter Anleitung des Kunstschaffenden Spitzar und Kunstvermittlerin Elvira Flora vom Vorarlberg Museum, die über den ganzen Tag hinweg tatkräftig unterstützte, beeindruckende und sehr unterschiedliche Werke. Diese liegen derzeit zum Trocknen im Schaufenster der Galerie und können jederzeit auch von außen besichtigt werden.

Den Tagesabschluss bildete ein Klassenzug mit 14 Schüler:innen der Unterstufe des Sacré Coeur Riedenburg in Begleitung von Frau Susanne Kavalar. Die bunten Werke dieser Klasse hatten leider keinen Platz mehr im Schaufenster, sind aber täglich von 10 bis 19 Uhr direkt in der Galerie zu sehen. Auch die Schüler:innen dieses Schulzweiges zeigten sich von dem Workshop begeistert und waren beim anfänglichen Bilder- und Titel Suchen sehr erfolgreich.

Was nehmen die Schüler:innen von diesem Workshop mit?

„Zum einen natürlich ihre Werke, die sie in gut einer Woche in der Galerie abholen dürfen sobald der UHU trocken ist“, erklärt uns Marco Spitzar. Zum anderen war es Spitzar aber ein besonderes Anliegen, die jungen Menschen darin zu bestärken, stets an sich zu glauben und egal was kommt, auf dem eigenen Weg zu bleiben. Spitzar spricht sich in diesem Zusammenhang besonders für „die Akzeptanz des eigenen Scheiterns“ aus.

Sagt, dass es wichtig sei, dass wir dies alle lernen und auch zulassen können, um danach gestärkt weiter zu machen. Einen schönen Gedanken mit inspirierender Aussage verdanken wir zudem Kunstvermittlerin Elvira Flora, die den Kindern ebenfalls Mut zusprach: „Schau nicht nach links, schau nicht nach rechts, schau nicht zu deinem Nachbar, was der so macht. Erschaffe ganz dein Eigenes und urteile nicht. Jede Kunst erzählt ihre eigene Geschichte.“

Und, gibt es noch eine Antwort auf die Anfangsfrage Herr Spitzar?

„Wieviel Geld geben Sie im Monat für UHU aus?“, kommt es von einem aufgeweckten jungen Teilnehmer aus der vorderen Reihe. Er sitzt Marco auf einen Meter gegenüber und blickt ihm gerade ins Gesicht. Spitzar zeigt sich leicht verlegen, fast etwas überfordert mit dieser Frage: „Ja, ich schätze schon ein wenig oder einiges. Frag doch mal meine Frau, sie ist Steuerberaterin“, lacht und holt weiter aus: „Wir können uns das ja ungefähr ausrechnen, wenn du magst. Wenn eine Flasche gut 4 Euro kostet und ich für ein großes Bild 150 flinke UHU-Flaschen brauche. Nein, da möchte ich jetzt nicht so gern nachrechnen,“ und zeigt den Schüler:innen abschließend ein Foto. Er ist darauf liegend zu sehen, aufgestützt auf den linken Unterarm mit einer UHU-Flasche in der Hand, vertieft in eine Arbeit. Es ist jenes Werk das ganze 150 UHU-Flaschen forderte —

„Der heilige Konditor“
Dieser Workshop, Kunsterlebnis für Schüler:innen, erfolgte im Zuge der aktuellen Ausstellung mit dem Titel „Der heilige Konditor“, die noch bis 23. Dezember andauert. Auch hier ist der humorvolle und leicht ironische Zugang zu Spitzars Kunstbegriff und -verständnis spürbar. Schließlich kommt diese etwas ältere Bezeichnung aus dem Vorarlberger Oberland und bezieht sich auf junge Heranwachsende, die sich in technischen Belangen eher wenig begabt zeigen, sondern eben mehr für Dinge wie Dekorieren und Aufhübschen zu haben sind. Eventuell besteht darin eine direkte Verbindung zu dem Kunstschaffenden selbst.

Weiterführende Links:
https://www.marcospitzar.com/de https://www.janschek.art

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https://www.facebook.com/MarcoSpitzarKlebekunst https://www.facebook.com/artgalleryjanschek

Bildrechte Marco Spitzar


Marco Spitzar dankt dem gesamten Team und der Galeristin Sylvia Janschek für das Möglichmachen und Umsetzen dieser Veranstaltung. Und wir danken ihm für seinen Einsatz und für das mutige „Rede und Antwortstehen“.

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