Kulturwüsten mag sie nicht einmal als Wort

Bludenz - Mit unserem Fotografen bleibt Miriam Schreinzer erst gar nicht in ihrem Büro, er begleitet sie in die Remise, den zentralen Veranstaltungsort der Stadt. Was dort abgeht, wird die neue Geschäftsführerin der Bludenz Kultur GmbH in Hinkunft bestimmen.

Aber nicht nur das. Noch während man ihr dorthin folgt, wo sie in den nächsten Jahren möglichst viel Publikum hinlocken will, stellt sie klar, dass sie Bludenz sowieso nicht nur als Stadt, sondern als Region sieht. Sprich: Die Menschen in der Talschaft werden ebenfalls bedient. Dass die Leute auch in viel zitierten Kulturwüsten im Grunde Kunst haben wollen, obwohl sie das nicht immer durch ihr Verhalten bekunden, davon ist die Kulturmanagerin überzeugt. Man dürfe nur nicht einfach erwarten, dass sie auf jeden Fall auftauchen. Auch dann nicht, wenn das Angebot mehr als nur stimmt. „Die Leute abholen”, ist das eine Schlagwort, „besonders kreativ sein” das andere. In einem kunstfreundlichen Klima aufgewachsen und mit einem Basiswissen ausgestattet, das ihr die „guten Pädagogen” der Musikschule in Feldkirch vermittelten, schritt Miriam Schreinzer zum Studium in Wien, Berlin und schließlich in Hamburg.

Leidenschaftlich

Zwischendrin war die aktive Frau auch einmal Reiseleiterin, konnte bei deutschen Konzertagenturen und schließlich beim Schleswig-Holstein-Festival so richtig zeigen, was in ihr steckt. Galt es doch, Veranstaltungen in Sälen bzw. Scheunen abzuwickeln, die bis zu 2000 Leute fassten. Die Jeunesse brachte sie zurück nach Wien. Ihren Aufgabenbereich sah sie aber nie auf die Bundeshauptstadt beschränkt, Vorarlberg ist ihr somit auch als Berufstätige keineswegs fremd. Auch nicht das straffe Kalkulieren, Sparen und Haushalten. Mit klassischer Musik, neuer Musik, Jazz und Integrationsprojekten werden sich die Schwerpunkte des Angebots im ersten Jahr nicht groß verschieben. Ihr Vorgänger Christoph Thoma hat noch einiges in die Wege geleitet. Dass gerade jetzt die Budgets äußerst knapp sind und sie viel Überzeugungsarbeit bei Sponsoren leisten muss, überrascht sie nicht. Die Arbeit wird getan. Genauso leidenschaftlich werkt sie aber an neuen Konzepten und Projekten. Tolle, junge Künstler will sie hierher locken und vielleicht auch noch etwas mehr Theater. „Daran war ich neben der Musik sowieso auch immer interessiert.”

 

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