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Künstler aus dem Bezirk Dornbirn. Doris Fend (54) „Was ich mache ist total uncool“

Doris Fend
Doris Fend ©Yasmin Ritter
Die Zeichnerin und Objektkünstlerin Doris Fend über Reduktion und Bilder ohne Rahmen.
Zeichnerin Doris Fend

Dornbirn. Die VN-Heimat präsentiert bekannte Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Dornbirn und ihre Arbeit.

„Meine Arbeit ist komplex. Mit Grafit, Farbstift und Büttenpapier wird sie sehr statisch. Mit viel Hingabe möchte ich reduzierten Formen und Flächen einen bestimmten Charakter verleihen. Meine Konturen sind weichgezeichnet, die Kanten abgeschliffen. Ich möchte reduziert und präzise sein, aber abgemildert“, beschreibt die Künstlerin Doris Fend ihre Tätigkeit.

Soweit sie sich zurückerinnern kann, wollte sie auf die Akademie für Angewandte Kunst studieren gehen. Malen und Farbe hat sie aber schon damals nicht interessiert. Sie wurde nach der Matura erst Schülerin der Chelsea school of art in London und hat dort viel portraitiert und gezeichnet. „In den 80er Jahren musste man abstrakt arbeiten um auf die Akademie für Angewandte Kunst in Wien aufgenommen zu werden. Übrig blieb für mich die Gemälderestaurierung, was ich fünf Jahre studiert habe, um dann am Kunsthistorischen Museum Gemälde großer Meister zu restaurieren“, erinnert sich Doris Fend.

Als die Künstlerin wieder nach Vorarlberg kam, ließ sie das Restaurieren hinter sich und begann ausschließlich grafisch zu arbeiten. Sie begann mit Farbstift auf Büttenpapier zu malen. „Was ich mache ist total uncool. In der Zeichnung muss ich nicht das ganze Format füllen. Bei der Malerei sieht das unfertig aus, vielleicht bin ich genau deshalb bei der Zeichnung geblieben“, überlegt Fend.

Bild als Objekt

Warum muss ein Bild immer gerahmt sein? Diese Frage stellte sich die Künstlerin und kreierte die „wall-hangings“ mit Metallnieten, Ösen und Polyesterseilen, genauso auch die Kartonrohrobjekte. „Für mich ist ein Bild immer ein Objekt, auch wenn es nur ein Blatt ist. Ein Restaurator arbeitet immer zwei- und dreidimensional“, erklärt die Künstlerin. Ihre Arbeitsweise ist intensiv und meditativ und das Ziel ist eine perfekte Harmonie. „Mich interessiert eine haptische Oberfläche, die Struktur, das Format, die Dimensionierung und so wenig Inhalt wie möglich. Flächen, Streifen, Bildzonen – das ist meine Arbeit“, erklärt Fend. Ihren konzeptionellen Grundgedanken bleibt sie ebenso treu wie ihren Arbeitsmaterialien und ihrem feinen ironischen Humor, wenn sie zum Beispiel eine „Erfolgsleiter“ aus Bleistiften und Spitzern errichtet. Auch das Quadrat ist vor der Künstlerin nicht sicher, es wird in subtilen Farbstiftzeichnungen vernietet und durchlöchert. Die Gratwanderung zwischen absoluter Präzision und kleinen Ungenauigkeiten, dazu mit Papier, Grafit und Farbstift einfachste, analoge Mittel finden, das ist das eigentliche Thema von Doris Fend.

„Es gibt keine Förderung für Kunstschulen. Gerade Mittelschüler sind oft sehr begabt, und die, welche perspektivisch nach der Natur gut zeichnen, sollten gefördert werden!

Das ist mir ein großes Anliegen. Jedes Dorf hat eine Musikschule, nur eben ohne bildnerische Kunst“.

yas

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