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Künstler aus dem Bezirk Bregenz. Hermann Präg (64) „Die Faszination des weißen Lichts“

Hermann Präg vor seinen Lichtobjekten
Hermann Präg vor seinen Lichtobjekten ©Yasmin Ritter
Der Maler, Fotograf, Lichtbildhauer und Objektkünstler über Lichtblitze und absolutes Weiß. Bregenz. Die VN-Heimat präsentiert bekannte Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Bregenz und ihre Arbeit.
Hermann Präg

Tatsächlich war der Lichtkünstler, Maler und Fotograf Hermann Präg schon als Kind von den Negativstreifen seines Vaters begeistert, der mit seiner Leica sehr gute Bilder machte. Das Negativ war für ihn oft interessanter als das Positiv. Den Künstler interessiert bis heute das Hin- und Herspringen, das Überschreiten der Grenze zwischen Innen und Außen, zwischen Konkret und Abstrakt. Hermann Präg studierte in Salzburg am Mozarteum in der Malereiklasse bei Professor Prandstetter. Wieder in Vorarlberg widmete er sich zunächst Kohlezeichnungen und Papierarbeiten mit schwarzer Tinte.

Aus der Dunkelheit zum Licht

Die Geschichte des Künstlers ist geprägt durch einen Übergang von der Malerei zur Installation, vom Dunkeln zum Licht. „Ich wollte, dass das intensive Schwarz das Weiß in meinen Bildern zum Aufleuchten, ja zum Blitzen bringt. Licht war für mich anfangs eine Randerscheinung“, erklärt Präg. Das hatte allerdings Grenzen, denn weißes Papier reflektiert nur mit schwarzer Tinte. Er stellte sich die Frage: „Warum nicht überhaupt mit Licht arbeiten“? So fand der Künstler zum absoluten Weiß, dem Weiß seiner Lichtkunst-Säulen. „Ich wollte das Weiß als Lichtquelle, deshalb habe ich Lichtobjekte gemacht. Ich war bestrebt mit extremen LEDs zu arbeiten. Dabei wurde ich süchtig wie Motten, die ins Licht fliegen“, erinnert sich Präg. Seine Sucht war das Eintauchen in sehr emotionale Dinge, die man nicht fassen kann. Tiefe hätte nie einen Boden, es ginge immer noch tiefer. Das mündet in eine Art Trancezustand, bei dem etwas Künstlerisches oder Außergewöhnliches herauskommt. Im Alltag ist der Künstler sehr rational, aber ihm ist klar, dass er nur mit Rationalität nicht alles erfassen kann und dass es Grenzen gibt. Präg denkt, dass er genau diese Grenzen der Wahrnehmung spüren kann.

Lichtkunst aus Acrylglas

Hermann Präg möchte bei seinen Lichtobjekten die Lichtquelle verbergen, indem er sie verformt. Die Oberfläche aus Acrylglas wird dafür bearbeitet bzw. geschliffen. Präg formt das Licht, das ist die große Kunst. Das Ergebnis ist phänomenal. „Für mich ist die Annäherung zum absoluten Weiß wichtig. Wenn ich das Objekt anschaue, hat es zwar Formen, aber ich kann sie nicht angreifen. Es ist das Immaterielle, die Lichter entstehen im Zwischenraum, in dem überhaupt keine Lichtquelle ist, die Lichter schweben. Ich arbeite mit Täuschung“, beschreibt der Künstler seine Tätigkeit. Die Arbeiten sind mit denen eines Bildhauers zu vergleichen, denn das Kunstwerk verändert sich, je nachdem von welcher Seite man es betrachtet.

Blitzlichter

Nicht von ungefähr hat Hermann Präg 2008 das Jubiläum „100 Jahre Herz-Jesu-Kirche“ mit einer monumentalen Lichtinstallation gekrönt. Die Lichter leuchteten nächtens nach einem vorprogrammierten Ablauf, je näher der Festtag rückte, desto häufiger schlug der Blitz von außen in das Innere der Kirche ein. Im Kontext der Herz-Jesu-Blitze schrieb der Künstler:“Eine Transzendenzerfahrung, eine Gotteserfahrung, übersteigt jede gewohnte Sinneserfahrung. Sie wird begleitet von Glücks- und/oder Schmerzerfahrungen und führt zu einer ungewohnten Erkenntnis.“ Liebe Stadt Bregenz, das schreit nach Wiederholung!

yas

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