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Krisenmanagement statt Ruhestand

Die Amtszeit von Langzeitbürgermeister Gottfried Brändle, wurde Coronabedingt nochmal verlängert
Die Amtszeit von Langzeitbürgermeister Gottfried Brändle, wurde Coronabedingt nochmal verlängert ©Christof Egle
Die Amtszeit von Bürgermeister Gottfried Brändle wurde unfreiwillig verlängert.
Bürgermeister Gottfried Brändle

Altach. Eigentlich hätte alles ganz anders kommen sollen. Nach über 25 Jahren als Gemeindeoberhaupt von Altach war der Weg in die Pension für Gottfried Brändle bereits vorgezeichnet. Brändle verzichtete auf eine erneute Kandidatur, und der Wahltermin mit 15. März stand bereits seit Wochen fest. Dann kam die Coronavirus Pandemie, und von einem Tag auf den anderen veränderte sich alles.

Der Langzeitbürgermeister dachte nicht mehr eine Sekunde an seinen Rücktritt – obwohl er zu diesem Zeitpunkt sein Büro an sich bereits ausgeräumt hatte – sondern schaltete sofort zurück in den Arbeitsalltag: Krisenbewältigung statt Pension war angesagt und Brändle wurde dabei gleich sofort voll gefordert. Bereits am Tag nach der abgesagten Wahl wurde ein Coronafall im Altacher Sozialzentrum bekannt – eine Pflegerin war positiv getestet worden. Es galt sofort zusammen mit der Geschäftsführung und mit Hilfe des Landes den Pflegebetrieb abzusichern, umzustellen und vor allem eine weitere Ausbreitung zu verhindern – was mit einer einzigen Ausnahme auch gelang.

Nun ein paar Wochen später scheint das Gröbste vorerst verhindert worden zu sein, insgesamt gab es in der Gemeinde neun positive Fälle – Gott sei dank sind aber alle wieder genesen.

Nun stürzt sich Brändle bis zu einer Neuansetzung der Gemeindewahlen wieder ins reguläre Tagesgeschäft und kümmert sich um zahlreiche in Planung bzw. Umsetzung befindliche Projekte.

Neben dem Umbau des Bahnhofs (VOL.AT und VN berichteten) und dem Neubau des Kindergartens im Kreuzfeld gibt es genügend andere Vorhaben.

Bereits im Herbst sollen die Vorbereitungen für den Architektenwettbewerb für das neue Dorfzentrum angegangen werden. Hierbei plant man vorerst einen Neubau des Gemeindeamts an Stelle der heutigen Raiffeisenbank. Diese soll ebenso mit in das Gebäude einziehen, wie ein weiterer bunter Mix aus Handel und Dienstleistungen. Nach den erforderlichen Hochbauten, soll dann das Zentrum in eine verkehrsberuhigte Begegnungszone umgebaut werden.

Stichwort Verkehr: Das mittels Bürgerbeteiligung und Befragung erstellte Mobilitätskonzept befindet sich ebenfalls bereits in Umsetzung.

Bleibt noch das Thema „Kies“. Nachdem sich bei der Volksabstimmung im vergangenen Herbst eine breite Mehrheit für das Projekt Kiesabbau beim Sauwinkel ausgesprochen hat, liegt nun auch der positive Bescheid vor, vorerst gilt es aber noch die nötigen Einspruchsfristen von Nachbarn abzuwarten. Nichtsdestotrotz sucht man bereits ein Ersatzgrundstück zur Entschädigung für den betroffenen Landwirt. Sollte das Landesverwaltungsgericht dem gemeinsamen Protest von Altach und Hohenems gegen einen geplanten Grundstückserwerb in der Nähe der Kläranlage stattgeben, wäre auch dieses Problem gelöst. Bleiben dann noch Verhandlungen mit der Gemeinde Götzis in Sachen finanzieller Aufteilung sowie mit dem Verkehrsministerium bezüglich des Autobahnanschlusses im Bereich der Raststätte Rosenberger. Hierzu laufen intensive Bemühungen unter Einbindung von Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und einem Expertenbüro.

Was dann für Bürgermeister Brändle dieses Jahr mit Sicherheit auf der Strecke bleibt ist der geplante Urlaub, aber auch das sieht dieser mit dem nötigen Humor: „Das wäre dieses Jahr so oder so eher schwer möglich gewesen.“ CEG

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