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Kommen und Gehen in Frastanz

Vortrag "Vom Kommen und Gehen" im Haus der Begegnung
Vortrag "Vom Kommen und Gehen" im Haus der Begegnung ©Henning Heilmann
Im Haus der Begegnung startete die Veranstaltungsreihe „Vom Kommen und Gehen“ mit einem Abend ergreifender Berichte und Bücher über Flucht und Heimat. Thomas Welte gab einen Überblick über die Migration der letzten 200 Jahre in Frastanz.
Kommen und Gehen - Vortragsabend im Haus der Begegnung

FRASTANZ Gemeindearchivar Thomas Welte warf einen geschichtlichen Blick auf die Ein- und Auswanderung der letzten 200 Jahre in der Marktgemeinde Frastanz. Dabei wurde deutlich, dass es wiederholt große Ein- und Auswanderungswellen gab: Arbeitsmigranten während der Industrialisierung, Auswanderer nach Nordamerika, Flüchtlingsbewegungen aufgrund weltweiter Krisen (Ungarn 1956, die Boat People aus Vietnam, der Bosnienkrieg in den 90ern und heutztage der Syrienkrieg).

Flucht und Vertreibung

Pater Gottfried Wegleitner erklärte, angesichts heutiger Fluchtbewegungen sei ein differenziertes Bild von Flucht und Vertreibung erforderlich. Papst Franziskus rufe dazu auf, Flüchtlinge aufzunehmen, aber auch den Ursachen von Migration in den Herkunftsländern entgegenzutreten und diese auszumerzen. Sein ausdrückliches Dankeschön ging an das Domino und die Bibliothek Frastanz, die im Rahmen des Integrationsforums die einwöchige Veranstaltungsreihe „Vom Kommen und Gehen“ in Frastanz organisiert haben. Konkreter Dank ging auch an die Organisatoren des Deutschcafés, Elisabeth Keckeis, Renate Jäger-Ludescher und Friederike Reisch.
Dabei treffen sich regelmäßig Bürger der Marktgemeinde Frastanz mit Flüchtlingen, um im Haus der Begegnung gemeinsam spielerisch Deutsch zu lernen. Auch Alaa Nazer nimmt daran teil, und las mit Christl Stadler bewegende Passagen aus ihrem Buch „Von Bagdad nach Frastanz“ vor, das ihre Flucht eindrucksvoll beschreibt.

Mit Frastanzer Autoren

Die Frastanzer Autorin Jytte Dünser aus Gampelün trug ergreifende Texte vor, welche unter dem Motto „Das Fremde in mir“ das Wechselspiel von Sehnsuchtsort und Heimat, Dänemark und Frastanz im Schatten der Berge beschrieb. Auch die Autorin Maria Etlinger aus Mittelberg näherte sich literarisch dem Thema Heimat: „Alte Geschichten ziehen vorüber wie Wolkenfetzen“, Heimat sei manchmal auch zwiespältig und nicht immer klar an einem Ort zu verorten. Im Größeren Kontext wurden Bücher zum Thema Flucht in einem „Literaturkarussell“ besprochen, dass über mehrere Tische verteilt Werke von Autoren aus Österreich, dem Irak und Iran, Argentinien, Deutschland, Frankreich, Ungarn und weiteren Ländern beinhaltete. HE

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