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Koblach tritt auf die Bremse

Alexander Kuhn (Besch und Partner Verkehrsingenieure), BM Gerd Hölzl, Moderator Mathias Mathis, Hannes Oberhauser (Leiter Bauamt)
Alexander Kuhn (Besch und Partner Verkehrsingenieure), BM Gerd Hölzl, Moderator Mathias Mathis, Hannes Oberhauser (Leiter Bauamt) ©Christof Egle
Maßnahmen aus Straßen – und Wegekonzept präsentiert
Workshop Strassen und Wegekonzept Koblach

Koblach. Die Kummenberggemeinde Koblach kämpft wie so manche andere auch gegen den zunehmenden Verkehr im Ortsverkehr. Als besonders Sorgenkind gilt dabei die Achse Rheinmahd/Dürne – eine kleine enge Gemeindestraße, die gerne von Grenzgängern genutzt wird, da sie eine direkte Verbindung zwischen L55 und L190 darstellt. Laut aktuell durchgeführten Verkehrszählungen passieren täglich mehr als 4500 Fahrzeuge die Verbindung – Zahlen die eher an eine übergeordnete Landesstraße erinnern und wofür die dicht besiedelte Straße nie ausgelegt war. Aber auch an der L59, die durch das Ortszentrum führt, stöhnen die Anwohner über die Blechlawine – hier zählt man bis 5500 Fahrzeuge am Tag.

Seitens der Gemeinde lud man die Bevölkerung bereits im November des vergangenen Jahres zu einem Workshop, um die größten Anliegen zu sammeln und etwaige Lösungsvorschläge zu filtern. In einem zweiten Teil wurden nun nicht nur die Ergebnisse präsentiert, sondern auch schon erste konkrete Umsetzungsmaßnahmen von Alexander Kuhn vom begleitenden Verkehrsingenieurbüro Besch und Partner dargelegt. Dem Problem Rheinmahd/Dürne will man mit temporären Einfahrtssperren begegnen. Jeweils morgens (Richtung Grenze) und abends (von der Grenze kommend) soll die Einfahrt für einen noch zu definierenden Zeitraum verboten sein. Dies gilt dann sowohl für den Durchzugsverkehr als auch für die Anrainer. Im Sinne der allgemeinen Verkehrsberuhigung gilt es also auch für die Anwohner Kompromisse einzugehen.

Weitere große Punkte im Konzept sind ein allgemeines Tempo 30 auf allen Gemeindestraßen, der Bau von neuen Radachsen im Dorf und der Ausbau von gemeindeübergreifenden Radrouten. Koblach sucht auch den Kontakt zum Land Vorarlberg, dabei wünscht man sich etwa Tempo 40 auf der L59 im Dorfzentrum und die Errichtung von sogenannten Einfahrtstoren auf den Landesstraßen, die durch die Gemeinde führen. Bürgermeister Gerd Hölzl, der sich beim Workshop nochmals ein Feedback seitens der Bevölkerung abholte, wird diesbezüglich mit der neuen Landesregierung in Gespräche eintreten.

Alle Maßnahmen sollen kurzfristig umgesetzt werden, in Koblach hat man aber auch langfristige Visionen. Je nach der weiteren Entwicklung des Ortskerns verfolgt man dabei die Idee einer Begegnungszone sowohl rund um die Dorfmitte, aber auch auf der Straße Richtung Kirche St.Kilian. Erste Gespräche gab es auch mit den Nachbargemeinden bezüglich einer Südumfahrung von Koblach, wobei Bürgermeister Hölzl in Rankweil und Meiningen dabei durchaus auf offene Ohren gestoßen ist. Bis zu einem Grundsatzbeschluss in diesem Punkt könnte aber noch einige Zeit ins Land ziehen, von einer Trassenführung ganz zu schweigen. Pikanterweise in die Karten der verkehrsgeplagten Koblacher Bevölkerung könnte dabei genau das in der Gemeinde heftig diskutierte Projekt Rhesi spielen. Eine Umsetzung der vorliegenden Pläne könnte die Realisierung einer neuen Riedstraße deutlich beschleunigen. CEG

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