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Knowle/Melzer im Doppel-Achtelfinale

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Julian Knowle/Jürgen Melzer haben am Dienstagabend den Tennistag für Österreich bei Olympia zu einem perfekten gemacht.

Nach den Zweitrunden-Siegen von Melzer und Sybille Bammer im Einzel schlug das ÖTV-Duo mit einem 6:7(3),6:3,6:1-Sieg gegen die Silbermedaillen-Gewinner von Athen, Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler aus Deutschland, auch in der ersten Doppel-Runde erfolgreich zu. Am Mittwoch (4. Match nach 10.00 MESZ) wartet mit den Brüdern Bob und Mike Bryan aus den USA aber eine wohl übermächtige Hürde.

Das Erstrunden-Doppel gegen Kiefer/Schüttler hätten die beiden Linkshänder aus Österreich eigentlich klarer gewinnen müssen. 5:3 führten Knowle/Melzer im ersten Satz, ehe der vom Einzel noch etwas müde Melzer (“Ich brauchte den Schläger zum Anhalten”) seinen Aufschlag abgab und die beiden Deutschen damit wieder in die Spur brachte. Weil das ÖTV-Duo danach aber auf solche Fehler verzichtete und Kiefer/Schüttler mehr mit Schiri-Kritik und dem Ausfassen von Strafpunkten beschäftigt waren, stand der hoch verdiente Sieg für die Österreicher nach 2:02 Stunden fest.

Vor allem Knowle, der wegen seines eingeklemmten Brustnervs seit Wochen kaum trainieren konnte, war happy. “Mich hat meine eigene Leistung überrascht. Ich bin erst seit zwei Tagen halbwegs schmerzfrei”, freute sich der Vorarlberger. “Und mit welch breiter Brust Jürgen ins Match ging, hat jeder gesehen!” Von einem Sensationssieg wollte der Harder zwar nicht unbedingt sprechen, “aber wir sind auch keine Blindgänger. Wir waren das bessere Team.”

Ursprünglich hatte man dem Doppel Knowle/Melzer die besten Medaillen-Chancen der Österreicher in Peking zugestanden. Gegen die Bryan-Brüder wäre ein Weiterkommen aber eine echte Sensation. “Ich habe immer gesagt, dass wir hier alle schlagen können. Aber die beiden muss man noch eine Stufe über alle anderen stellen. So gesehen ist es doch etwas unglücklich, gleich in Runde zwei gegen sie zu spielen”, ergänzte Melzer.

Dafür sieht es es nun im Einzel plötzlich blendend für die Österreicher aus. Melzer und Bammer haben auch im Achtelfinale absolut lösbare Aufgaben und im Viertelfinale würden beide bereits um die Chance eines Matches um Medaillen kämpfen. Melzer “droht” freilich ein Viertelfinal-Schlager gegen Superstar Rafael Nadal.

Zuerst musste Melzer am Mittwoch (10.00 MESZ) aber noch den Sensationsmann Lu aus Taiwan schlagen. “Er muss sehr gut in Form sein, denn bei unserem letzten Match hat er fürchterlich gespielt und gar nichts ins Feld gebracht”, erinnerte sich Melzer an das 6:2,6:1 im April in Sunrise. “Ich hätte nichts dagegen, wenn es wieder so ausgeht. Erst danach mache ich mir Gedanken über Nadal.”

Bammer hatte ein ebenso günstiges Los für den Durchmarsch ins Viertelfinale. Gegen wen die Oberösterreicherin am Mittwoch ebenfalls um 10.00 Uhr MESZ antrat, erfuhr sie aber erst rund um Mitternacht. Das Match zwischen Marija Koritzewa und Lucie Safarowa wurde erst kurz vor 23.00 Uhr Ortszeit “angepfiffen”.

Lange Zeit war auch Bammer Daumendrückerin beim Doppel auf einem der Außenplätze gewesen, die eigentlich für ein Turnier dieser Bedeutung skandalös laut sind. Selbst von den olympischen Nebenanlagen tönt während der Matches laute Musik herüber, die Zuschauer kommen und gehen meist wie sie wollen. “Heute haben wir im ersten Satz sogar die deutsche Bundeshymne gehört. Mal was Neues, aber man kann es ohnehin nicht ändern”, hakte Melzer das Thema schnell ab.

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