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Klimt ruft, Leopold etwa auch?

©VOL Live/Philipp Steurer
Bregenz - Nachdem Landesmuseumsdirektor Natter das Land damit überrascht hat, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen, wird die Stelle, so Landesrätin Kaufmann, rasch ausgeschrieben. Mit den VN sprach Natter über seine Pläne, über Klimt und das Leopold-Museum.

Das nächste Projekt, das Tobias Natter als Freischaffender in die Hand nimmt, ist eine große Gustav-Klimt-Biographie.

Herr Direktor Natter, Sie sagen, die Weichen für das neue Landesmuseum sind gestellt. In welchem Zustand verlassen Sie das Unternehmen konkret?

Tobias Natter: Meine Arbeit hat im Wesentlichen fünf große Punkte umfasst, die Wahrnehmung des Museums, die Aufstockung des Personals, das Budget, den Bau und die Entwicklung der neuen Inhalte. Die Wahrnehmung haben wir mit Ausstellungen erhöht, mit klassischen Ausstellungen und großen Sommerausstellungen wie jene mit Angelika Kauffmann oder „Gold“, die gemeinsam mit Feldkirch realisiert wurde und „Schnee“, wo wir mit der Gemeinde Lech zusammenarbeiteten.

Die fünf Punkte können Sie also in dem Sinn abhaken, dass nichts mehr offen ist?

Tobias Natter: Ja. Und alle fünf Punkte sind wichtig. Beim Budget hat es massive Veränderungen gegeben und da möchte ich dem Land Danke sagen. Es gibt Landesmuseen, in denen nun Kürzungen von 15 bis 20 Prozent hingenommen werden müssen. Die Information, die ich habe, ist, dass wir wieder beim Budget des letzten Jahres sind. Das ist auch eine große Leistung der Kulturpolitik. Bei der Architektur ist der Point of no return längst überschritten. Ich war von Anfang an dabei, konnte die Vorgaben formulieren, die Teil der Ausschreibungsunterlagen waren. Es gab einen Optimierungsbedarf und jetzt wird bereits der Keller betoniert. Auch beim Konzept kommen wir nun in die Umsetzungsphase.

Das Konzept ist somit auch nicht mehr groß zu verändern, es ist ja mit der architektonischen Hülle verzahnt.

Tobias Natter: Beim Inhalt sind die Weichen gestellt und mit dem Beirat abgesprochen. Das Grundkonzept sieht drei Ausstellungsgeschosse vor, wobei in jedem etwas anderes stattfindet.

Sie haben die Kulturlandesrätin erst am Mittwochnachmittag mit Ihrem Wunsch konfrontiert, den Vertrag, der im Mai 2011 ausläuft, nicht verlängern zu wollen. Ist das nicht sehr kurzfristig?

Tobias Natter: Mein Dienstvertrag sieht vor, dass wir ein halbes Jahr vor Ablauf darüber sprechen, ob wir ihn verlängern. Wie die Nachbesetzung läuft, darüber entscheidet die Landesrätin.

Die VN haben gestern schon berichtet, dass Sie sich als Berater selbständig machen. Ihr Themenschwerpunkt als Kunsthistoriker ist Wien um 1900. Da kommt man unweigerlich auf das große Leopold- Museum in Wien, über dessen Leitung debattiert wird.

Tobias Natter: Zum Leopold-Museum kann ich nicht sehr viel sagen. Der Sammler ist weg, Professor Leopold war eine zentrale Figur. Was heißt das für die Zukunft? Die Entscheidungsbefugten müssen sich nun überlegen, welche der vielen Funktionen, die Professor Leopold abgedeckt hat, an einen möglichen neuen Direktor übergehen soll.

Würde Sie die Leitung dieses Museums interessieren?

Tobias Natter: Das Leopold-Museum ist ein großartiges Museum, aber nachdem es noch keine Ausschreibung für die Leitung gibt, kann ich dazu nichts sagen.

Es gibt also in Wien bald ein Büro Tobias Natter. Wenn ich beispielsweise einen Schiele habe, komme ich dann am besten zu Ihnen?

Tobias Natter: Ich bin mit Sammlern im Austausch und die sind sehr eng mit Museen verbunden. Es sind Menschen, die interessiert daran sind, an der Schnittstelle zwischen Museum und Öffentlichkeit zu agieren. In meine Tätigkeit werden auch Kompetenzen als Autor einfließen. Es gibt auch immer wieder Angebote, Ausstellungen zu kuratieren. Ich war früher nie auf ein Museum kapriziert, sondern habe immer an vielen anderen Orten auch Ausstellungen gemacht. Ich habe mehrere Einladungen zur Mitarbeit an deutschen Museen erhalten, zuletzt für das Lenbachhaus in München. Da musste ich ablehnen. Einem Projekt habe ich zugesagt, ich werde für 2012 eine große Klimt-Monographie verfassen.

Welcher Verlag gibt sie heraus?

Tobias Natter: Taschen. Es erscheint in mehreren Sprachen im Jubiläumsjahr 2012, zum 150. Geburtstag von Klimt und wird opulent ausgestattet sein.

Sie haben mit Ronald Lauder und seinem New Yorker Museum gearbeitet. Gibt es noch Verbindungen zu den USA?

Tobias Natter: Ich hatte das große Glück, immer wieder auf tolle Sammlungen, öffentliche und private, zugreifen zu können. Diese Netzwerke werden mir in Zukunft hilfreich sein.

Mit der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft, jener Gesellschaft, in der große Kulturinstitutionen des Landes ausgelagert sind, haben Sie bekanntermaßen einige Konflikte ausgetragen, wonach es Reformierungen gab. Was raten Sie dem Land Vorarlberg im Zusammenhang mit der Kuges?

Tobias Natter: Für das Land ist es entscheidend, dass der Grundsatz gelebt wird, dass die Kuges eine betriebswirtschaftliche Serviceeinrichtung ist und nicht mehr. Dieser Satz ist leicht gesagt, ihn zu leben ist aber essentiell. Es muss klar sein, dass es sich erfüllt, dass sie eine reine Serviceeinrichtung für die Häuser, das Kunsthaus, das Theater und das Landesmuseum, ist.

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