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Klimawandel und Überschwemmungen

Auf einzelne Wetterereignisse angesprochen, reagieren Klimaforscher stets mit großer Vorsicht. Da machen auch die jüngsten Regenfälle und Überschwemmungen keine Ausnahme.

Dennoch: für Herbert Formayer vom Institut für Meteorologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien passen die auf der Erderwärmung basierenden Modelle und Prognosen mit den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre bestens zusammen.

Kein seriöser Wissenschafter wird behaupten, dass ein konkretes Ereignis, wie das jüngste Hochwasser, ein Ergebnis des Klimawandels ist. „Ein hartnäckiges Italien-Tief war vor 20 Jahren das gleiche Problem wie heute“, so Formayer. Sehr wohl könne man aber feststellen, dass die Erderwärmung die Wahrscheinlichkeit für derartige Extremereignisse erhöhe.

Die Erklärungen für diesen Zusammenhang ist auch für Nicht-Meteorologen einleuchtend: Höhere Temperaturen bedeuten höhere Energien und mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre und das wiederum bringt – global gesehen – mehr Niederschläge und generell mehr Extremereignisse. „Die relativ häufigen Überschwemmungen, 1999, 2002 und 2005, passen jedenfalls in die Modelle“, so der Experte.

Speziell für Tirol und Vorarlberg kam diesmal hinzu, dass die Regenfälle zu einer Zeit auftraten, als es sehr warm und die Schneefallgrenze entsprechend hoch war. „Die Niederschläge sind bis auf 3.000 Meter als Regen gefallen, was die Situation weiter verschärft hat“, so Formayer. Schneefälle in den Bergen hätten wenigstens ein paar Tage Aufschub gewährt.

Generell geht der Klimawandel nach einer Studie der Boku-Klimaforscher in Österreich vergleichsweise rascher und dramatischer vor sich als der globale Durchschnitt. Um 1,6 bis 1,8 haben sich die Temperaturen im Mittel in den vergangenen 150 Jahren hier zu Lande erhöht, weltweit waren es nur 0,6 Grad. Die Zunahme der extremen Wetterereignisse lässt sich etwa durch die Betrachtung der heißen Sommertage mit Temperaturen über 30 Grad nachvollziehen. Gab es um 1950 durchschnittlich sechs bis zehn solcher Tropentage pro Jahr, sind es heute 15 bis 20.

Außer Zweifel steht auch, dass die Alpen vom Klimawandel besonders betroffen sind. Kommt es zur prognostizierten Temperaturerhöhung von weltweit drei bis vier Grad, werden rund 90 Prozent der alpinen Gletscher verschwunden sein. Die Schneegrenze und damit auch die verschiedenen Vegetationszonen werden um 150 Meter pro Grad nach oben wandern.

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