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Klimaerwärmung kann arktischen Algenbestand verändern

Die Klimaerwärmung könnte Arktisforschern zufolge erhebliche Auswirkungen auf den Algenbestand in polaren Meeren haben und damit auch die globale Sauerstoff-Konzentration beeinflussen.

Vor Helgoland, Schweden, Norwegen und der Bretagne seien bereits mehrere Großalgen-Arten ausgestorben, was auf den Klimawandel zurückzuführen sei, sagte der Rostocker Biologie-Professor Ulf Karsten am Mittwoch in Rostock.

Karsten untersucht derzeit mit seinem Team Kieselalgen in einem Fjord von Spitzbergen (Norwegen). Die Algen in der Arktisregion reagierten sehr sensibel auf Temperaturveränderungen. Rund 25 Prozent des weltweiten Sauerstoffs würden von Algen produziert, betonte Karsten.

Von den tropischen Regenwäldern kämen dagegen nur etwa zehn Prozent. Der Biologe bezeichnete die Algen als die “eigentliche grüne Lunge der Erde”. Für ihre Fortpflanzung benötigten beispielsweise Kieselalgen aber bestimmte, niedrige Wassertemperaturen.

Veränderungen bei den Algenvorkommen hätten aber nicht nur Einfluss auf die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre. Die Algen hätten auch eine eminent wichtige Bedeutung am Beginn der Nahrungskette.

Sie dienten Würmern und Muschel als Nahrung, damit seien von ihrem Vorkommen in der Folge auch viele Fischpopulationen bis hin zu Säugern wie Walen und Eisbären abhängig. Es sei zweifelhaft, ob der Ausfall von Teilen der Algenpopulation kompensiert werden könnte, sagte Karsten.

Kieselalgen leben im Meer in bis zu 260 Metern Tiefe. Bekannt sei, dass sie in eine Art Winterschlaf fallen, wenn das Meer mit Eis bedeckt ist. Allerdings ginge in einigen Arktisregionen wegen der Klimaerwärmung auch im Winter die Eisdecke immer mehr zurück.

In einem weiteren Projekt wollen die Rostocker Forscher nun erkunden, welche Folgen diese Erwärmung auf den Lebenszyklus der Algen im Winter hat.

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