Klien: Ungarn ist wie Monaco ohne Mauern

BMW-Sauber-Testfahrer Christian Klien erklärt auf was es beim "Heim-Grand-Prix" in Ungarn alles ankommt.

Wenn man in der Formel 1 über Hitzerennen spricht, dann zumeist über Malaysia. Und wenn es um körperlich und geistig anstrengende Rennen geht, reden alle von Monaco. Das Rennen in Budapest ist aber auch nicht ohne.

Im August heizt die ungarische Sonne das Gelände auf wie einen Backofen. Und am Hungaroring schuftest du als Fahrer genauso wie in Monaco—nur halt ohne die Mauern und Leitplanken. Das Layout ist auch nach dem Umbau noch so, dass man kaum Gelegenheit hat, mal durchzuatmen. Eine Kurve folgt der nächsten. Die Strecke ist mindestens so buckelig wie jeder gute Stadtkurs und weil in Budapest kaum Rennen stattfinden ist der Asphalt immer sehr “grün”, wie wir sagen, also ohne Grip. Das ganze ist also kaum weniger anstrengend als Sepang oder Monte Carlo.

Überholen ist so gut wie unmöglich. Auch die verlängerte Start/Ziel‐Gerade reicht in der modernen Formel 1 nicht aus, um sich richtig heran zu saugen. Der Windschatten wirkt schon ab 100 Meter Entfernung ganz gut. Das kann man auch auf der Telemetrie ganz deutlich sehen. Um am Vordermann mit Tempoüberschuss vorbeizuziehen, muss man allerdings auf ein paar Wagenlängen dran sein, wodurch man aber den Anpressdruck auf den Vorderflügel verliert. Da wird‘s dann ungemütlich. Dazu kommt, dass du meist nur eine saubere Linie hast, und wenn du die verlässt, fährst du auf dem ganzen Dreck manchmal wie auf Eis. Und letztlich muss man bedenken, dass man den Überholvorgang auch noch vor dem Einlenkpunkt wieder beendet haben sollte, um nicht über die Kurve raus zu rodeln. Viele Überholmanöver werden wir in Budapest also auch heuer wohl nicht sehen. Mit der 2009er‐Aerodynamik und den Slicks soll all das aber deutlich besser werden.

Bemerkenswertes zum Ungarn‐Grand Prix

• Mit 22 Jahren auf dem Buckel gehört der Ungarn‐Grand Prix schon zu den Klassikern im Kalender. Das erste Layout zu der Strecke ‐ damals noch hinter dem Eisernen Vorhang ‐ hat übrigens von Bernie Ecclestone höchstpersönlich gezeichnet. Man hat aus Dankbarkeit die Zufahrtsstraße zum Ring später in “Bernie Avenue” umbenannt.

• 2005 war in Ungarn eines meiner kürzesten Rennen: In der ersten Kurve hat mich Jacques Villeneuve am Hinterrad berührt und ich habe einen Salto geschlagen. Eigentlich war es völlig harmlos, weil ich wieder auf allen vier Rädern gelandet bin. Aber ich werde immer wieder dran erinnert.

• Wie immer ist Budapest auch unser “Heimrennen”. Am Samstag habe ich die österreichischen Journalisten zum Frühstück eingeladen. Und dann treffe ich zwei junge Damen aus der Steiermark, denen das Hitradio Ö3 den sehnlichen Wunsch erfüllt, mich einmal zu treffen. Ich habe mir für die Führung im Fahrerlager schon ein paar Dinge ausgedacht, die sonst nicht jeder zu sehen kriegt.

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