"Kleine und Familienunternehmer profitieren von Steuerreform"

Hans-Peter Metzler und Jürgen Kessler sind mit der Steuerreform zufrieden.
Hans-Peter Metzler und Jürgen Kessler sind mit der Steuerreform zufrieden. ©Stiplovsek/Lerch
Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler zeigt sich mit der heute präsentierten Steuerreform zufrieden.
So viel bringt die Steuerreform

„Die Bundesregierung setzt mit der heute präsentierten Steuerreform richtige und notwendige Maßnahmen für die kleinen und mittleren, vor allem familiengeführten Unternehmen in unserem Land. Als Wirtschaftsbund fordern wir schon lange eine spürbare Entlastung für alle, Unternehmer und deren Mitarbeiter“, zeigt sich WB-Direktor Dr. Jürgen Kessler mit der heute präsentierten Steuerreform in einer Presseaussendung zufrieden.

So bringt die Steuerreform beginnend mit 2020 – neben den Maßnahmen für alle Österreicher – eine Entlastung für Unternehmen um mehr als 1,5 Mrd. Euro pro Jahr. Neben der Senkung der Körperschaftsteuer von 25 % auf 21 % ab 2023 sind vor allem die Erhöhung der geringwertigen Wirtschaftsgüter auf EUR 1.000,–, die Ausweitung des Gewinnfreibetrags auf EUR 100.000,– und Erleichterungen bei der Steuererklärung für Kleinunternehmer wesentliche Punkte.

Niedrigere Steuern für Betriebe

Derzeit können die Kosten von abnutzbaren Wirtschaftsgütern (Handy, Laptop, etc.) bis zu einer Grenze von EUR 400,– sofort abgeschrieben werden. Durch die Erhöhung auf EUR 1.000,– können Anschaffungen als Betriebsausgabe den steuerlichen Gewinn verringern und führen so zu niedrigeren Steuern für unsere Betriebe. „Die letzte Anhebung der geringwertigen Wirtschaftsgüter war vor mehr als 20 Jahren. Die Erhöhung ist eine finanzielle und bürokratische Entlastung und war überfällig“, so Kessler. Auch die Erhöhung der Wertgrenze für Kleinunternehmer von EUR 30.000,– auf EUR 35.000,– sowie die pauschalierte Steuererklärung sind positiv zu bewerten: „In den meisten Fällen geht es hier um Einzelunternehmer oder Unternehmer in der Gründungsphase. Genau sie brauchen besondere Unterstützung”.

„Als Vorarlberger Wirtschaftsbund appellieren wir an die Bundesregierung, jetzt nicht locker zu lassen und diese Gestaltungskraft nun fortzusetzen. Weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort, dringliche Fragen rund um Breitbandausbau und Infrastruktur sowie den weiteren Abbau der Bürokratie sollten als kommende Reformvorhaben angegangen werden“ schließt Kessler.

Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen geht in die richtige Richtung

WKV-Präsident Metzler zur Steuerreform-Pläne der Bundesregierung: „Entlastung der Unternehmen, die auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nutzt, ist der richtige Impuls zur richtigen Zeit.“

Die Wirtschaftskammer hat schon lange eine spürbare Entlastung für alle gefordert, die tagtäglich aufstehen, hart arbeiten und den Standort Österreich vorantreiben. „Besonders wichtig war und ist uns dabei, dass kleine und mittlere Unternehmen rasch entlastet werden“, beurteilt WKV-Präsident Hans Peter Metzler die Steuerreform-Pläne der Bundesregierung. Mit den aktuellen Vorhaben der Bundesregierung scheint dies nun gelungen zu sein. „Sie hat heute ein beachtliches Steuerentlastungspaket für alle Österreicher, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bzw. Selbstständige vorgestellt. Der Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich wird dadurch deutlich entlastet werden. So wird beispielsweise die geplante Tarifsenkung bei der Lohn- und Einkommenssteuer Unselbstständigen und Selbstständigen deutlich ,mehr netto vom Brutto’ bringen.

Betriebe und Arbeitnehmer samt ihren Familien werden von der bisher wohl größten Steuerreform profitieren. Eine schnellere Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern, eine Senkung der Körperschaftssteuer, die steuerfreie Beteiligung von Mitarbeiter oder eine Reihe von Pauschalierungen für Kleinbetriebe werden den Wirtschaftsstandort attraktiver und wettbewerbsfähiger machen“, betont Metzler, fügt aber an: „Diesen Reformeifer gilt es nun für weitere dringend anstehende Maßnahmen zu nutzen. Digitale Innovationen müssen vorangetrieben und der Bürokratieabbau weiter forciert werden.“

AK von Steuerreformplänen „angenehm überrascht“

Die AK Vorarlberg steht nicht an, die angekündigte Steuerreform der türkis-blauen Regierung in den Grundzügen gutzuheißen. Die geplante Netto-Entlastung bis 2022 von 7,5 Milliarden Euro kommt im Löwenanteil den Arbeitnehmern und Pensionisten zugute. Was leider fehlt, ist die Abschaffung der Kalten Progression. „Auch zum Schutz der Umwelt hätten wir uns mehr Mut erhofft“, betont AK-Präsident Hubert Hämmerle in einer Presseaussendung.

Entgegen der bisherigen Regierungslinie, die den Unternehmen äußerst entgegenkam, sind diesmal tatsächlich die Arbeitnehmer und Pensionisten die größten Nutznießer der Steuerreform. Ab nächstem Jahr sollen sie stufenweise um fünf Milliarden Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen müssen. Das begrüßt die AK Vorarlberg.

Insgesamt werden 4,8 Millionen Steuerzahler von einer Senkung der Tarife profitieren. Ab 2021 wird der Eingangssteuersatz von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Ein Jahr später sinken die nächsten Tarife von 35 auf 30 bzw. von 42 auf 40. Der Spitzensteuersatz von 55 Prozent bleibt erhalten.

AK-Präsident Hubert Hämmerle.
AK-Präsident Hubert Hämmerle. ©Lerch

„Was wir hingegen weiterhin schmerzlich vermissen“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle, „ist das Ende der Kalten Progression.“ Und das, obwohl beide Regierungsparteien das im Wahlkampf ihren Wählern versprochen haben. Den Berechnungen des Finanzministeriums zufolge spült die Kalte Progression bis 2023 knapp 7,5 Milliarden Euro in die Taschen des Fiskus…

Die Umwelt muss warten

Und auch in ökologischer Hinsicht ist die Steuerreform über kleine Akzente nicht hinausgewachsen. „Hier fehlt der Mut.“ Die AK Vorarlberg geht in ihrem eben erst präsentierten Steuerkonzept ganz andere Wege und nimmt sich etwa ein Vorbild an der Schweiz, die steuerliche Anreize zum sparsamen Verbrauch um zum Umstieg auf CO2-arme Energieträger geschaffen hat. Denn wer viel fossile Brennstoffe verbraucht und so die Umwelt verschmutzt, soll nach Ansicht der AK Vorarlberg auch mehr Steuern zahlen. Das Umweltpaket in der Steuerreform der Bundesregierung nimmt sich hingegen inklusive „ökologisierter“ Normverbrauchsabgabe mit 55 Millionen Entlastungsvolumen recht mager aus.

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