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Kinderporno-Prozeß

Mildes Urteil für 28-Jährigen, der tausende Kinderporno-Bilder hortete: Drei Monate bedingt.

Als die Polizei nach einem Hinweis der Internet-Meldestelle des Innenministeriums den PC eines 28-jährigen Wieners konfiszierte, staunten die Beamten nicht schlecht. „Eine Sammlung von unüberschaubarer Größe mit tausenden Bildern“, wurde in einem Bericht fest gehalten. Der beschäftigungslose Sohn eines hohen Beamten meinte dazu am Freitag im Wiener Landesgericht in seiner Verhandlung: „Es waren echt viele. Wie viele, trau ich mir selber nicht sagen.“

Ihm sei es aber nicht um sexuellen Lustgewinn gegangen, als er sich die Bilder aus dem Netz besorgte, in Chat-Rooms Kontakt zu möglichen Tauschpartnern suchte und selbst Channels gründete, um neue Quellen zu erschließen, betonte der Beschuldigte. Er habe durch seine häufige Präsenz im Internet einen höheren Status erhalten, sei dadurch zum „Super-Operator“ bzw. „Super-User“ aufgestiegen. „Und was bringt Ihnen das?“ warf Richter Andreas Böhm ein. „Fürs Selbstbewusstsein“, bemerkte der 28-Jährige.

„Er unterscheidet sich wesentlich von anderen perversen Geschäftemachern. Er war früher heroinsüchtig, jetzt ist er leider Internet-süchtig“, bemerkte Verteidiger Rudolf Mayer. Inzwischen sei sein Mandant aber auf Musi-Files umgestiegen. Und bei den im Juni 2000 ebenfalls sichergestellten Video-Kasetten habe es sich um „normale Pornos“ gehandelt. „Jungstuten in Ausbildung“, verlas der Richter einen Titel und hob fragend die Augenbrauen.

Auf Grund des Geständnisses und seiner bisherigen Unbescholtenheit kam der Beschuldigte mit drei Monaten bedingter Haft davon.

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