Keine Weihnachtsruhe in Weilers Gemeindestube

Die Adaptierung des ehemaligen Arzthauses zum Gemeindeamt sorgt in Weiler für viele Diskussionen
Die Adaptierung des ehemaligen Arzthauses zum Gemeindeamt sorgt in Weiler für viele Diskussionen ©Michael Mäser
Wie bereits bei den vergangenen Gemeindevertretersitzungen war auch das letzte Treffen in diesem Jahr turbulent.

Weiler. Ein wesentlicher Punkt der Gemeindevertretersitzung von Weiler im Dezember war dabei die geplante Adaptierung des Arzthauses zum Gemeindeamt. Am Ende hat sich allerdings die Mehrheit gegen einen Stopp des Projektes ausgesprochen.

Zustand bedarf einer Sanierung 

Dabei ist die Thematik in der Vorderlandgemeinde nicht neu, und bereits vor einigen Jahren wurde über die Übersiedelung des Gemeindeamtes in das im Gemeindebesitz befindliche Arzthaus diskutiert. Dabei ist das Gebäude, in welchem sich das Gemeindeamt befindet, schon längst in die Jahre gekommen, und verschiedene Nutzungen sind in der Vergangenheit weggefallen. Das Gemeindehaus wurde Ende der 50-ziger Jahre gebaut und der bauliche Zustand bedarf einer Sanierung. Dazu beschloss die Gemeindevertretung von Weiler bereits in ihrer Novembersitzung mehrheitlich die Adaptierung des Arzthauses.

Beratungsresistenz beim Bürgermeister 

Ganz und gar nicht anfreunden kann sich in Weiler allerdings die Opposition mit dem Umzug des Gemeindeamtes in das ehemalige Arzthaus. „Es fehlt ein Gesamtkonzept, der Blick auf das große Ganze und die Einbindung von den zuständigen Ausschüssen. Dazu gibt es kein Büroorganisations-Konzept für die Räumlichkeiten im Arzthaus und man zerstört dabei auch eine bestens erhaltene Gebäudestruktur“, kritisiert Mechtild Bawart von der Liste WIR für Weiler das Projekt. Aus diesem Grund hat die Liste WIR auch einen Antrag über einen sofortigen Projektstopp der Adaptierungsarbeiten eingebracht. Dazu sieht die Liste WIR vor allem bei den Kosten weitere Probleme. „Von 25 Positionen bei der Kostenrechnung sind mehr als die Hälfte nur geschätzt. Daher ist zu erwarten, dass diese Kostensumme bei weitem nicht halten wird“, kritisiert Listenvorsitzende Bawart auch eine gewisse Beratungsresistenz beim Bürgermeister. „Er allein bestimmt den Kurs und alle unsere Versuche, in einem positiven Miteinander konstruktiv für Weiler zu arbeiten, scheitern an seiner Allmacht“, zeigt sich Mechtild Bawart enttäuscht.

Pläne sind lange gereift

Bürgermeister Dietmar Summer sieht die Sachlage naturgemäß anders und erklärt zum Thema Arzthaus: „Die Umsiedlung des Gemeindeamtes ins Arzthaus wurde bereits 2011 als ein Etappenschritt, um die Erneuerung und Umgestaltung des Gemeindehauses zu er­möglichen, von der Gemeindevertretung beschlossen. Dazu gibt es auch eine Machbarkeitsstudie, die 2018 in Auftrag ge­geben wurde“, reagiert der Bürgermeister auf die Vorwürfe der Liste WIR. Auf dieser Basis gab die Gemeinde dann die Planung und das Einholen von Angeboten in Auftrag und die Bedürfnisse der Gemeindebediensteten wurden in Gesprä­chen evaluiert und fanden im vorliegenden Konzept Berücksichtigung. „Die Pläne sind lange gereift und auf Schiene“, so Bürgermeister Summer.

Projekt wird weiterlaufen

Zu den Unstimmigkeiten in der Gemeindevertretung gibt der Bürgermeister an: „Es stimmt, dass es hier eine andere Meinung von Fraktionsmitgliedern der Liste Wir für Weiler gibt und die Zusammenarbeit mit deren Vorsitzenden nicht immer friktionsfrei ist. Allerdings sind wir eine repräsentative Gemeindevertretung mit dem klaren Auftrag der Wähler, unsere Gemeinde zu verwalten und zu gestalten“, so Dietmar Summer. So wird auch das Projekt der Adaptierung des Arzthauses zum Gemeindeamt weiterlaufen. Die Adaptierung wurde dabei bereits im Budget 2020 und 2021 berücksichtigt, wobei die Kosten für die Möbelierung im Haushalt 2022 eingebracht sind. MIMA

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